Micron Aktie: Deutsche Bank hebt Ziel auf 1.500 Dollar
Micron profitiert von historischem DRAM-Zyklus. Analysten sehen Kurspotenzial bis 1.500 Dollar. Großinvestoren stocken auf.

Kurz zusammengefasst
- Deutsche Bank erhöht Kursziel auf 1.500 Dollar
- DRAM-Aufschwung im zwölften Wachstumsquartal
- Institutionelle Anleger halten 80 Prozent der Aktien
- Quartalszahlen am 24. Juni als nächster Test
Künstliche Intelligenz frisst Speicherchips schneller, als die Industrie sie bauen kann. Bei Micron Technology führt dieses Ungleichgewicht zu einer beispiellosen Sonderkonjunktur. Analysten überschlagen sich mit Prognosen. Das treibt den Kurs weiter in die Höhe.
Die Deutsche Bank liefert den aktuellsten Auslöser. Die Analysten hoben ihr Kursziel massiv von 1.000 auf 1.500 US-Dollar an. Der Grund ist ein strukturelles Defizit bei DRAM- und HBM-Speichern. Dieser Engpass dürfte bis mindestens 2028 anhalten.
Am Mittwoch reagierte das Papier mit einem Plus von 3,31 Prozent auf 915,30 Euro. Damit summiert sich das Kursplus seit Jahresbeginn auf gewaltige 240 Prozent. Die Aktie notiert nur noch knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Längster Aufschwung der Geschichte
Der aktuelle DRAM-Zyklus bricht historische Muster. Er befindet sich bereits im zwölften Wachstumsquartal. Normalerweise endet der Aufschwung nach acht bis neun Quartalen. Sogenannte strategische Kundenvereinbarungen sichern Micron nun langfristige Einnahmen.
Das schlägt voll auf die Profitabilität durch. Die Deutsche Bank erwartet für das Geschäftsjahr 2027 Bruttomargen von über 80 Prozent. Der Gewinn je Aktie könnte auf rund 160 US-Dollar explodieren.
Milliarden-Wette der Großinvestoren
Institutionelle Anleger positionieren sich entsprechend. Graham Capital Management und Wellington Management bauten ihre Positionen im vierten Quartal deutlich aus. Mittlerweile halten Großinvestoren gut 80 Prozent aller ausstehenden Aktien.
Rückenwind kommt parallel aus dem breiteren Sektor. Intel meldete Fortschritte bei seinem neuen 18A-P-Fertigungsprozess. Diese Nachricht hob die Stimmung in der gesamten Halbleiterbranche und stützte auch Micron.
Der Blick auf die Zahlen
Am 24. Juni legt Micron die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vor. Der Markt erwartet einen Umsatz von rund 34,4 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 9,3 Milliarden US-Dollar. Einige interne Schätzungen liegen sogar noch höher.
Kein Selbstläufer. Die massiven Kursgewinne erhöhen das Risiko für Gewinnmitnahmen. Hinzu kommen enorme Investitionskosten. Micron plant für 2026 Ausgaben von über 25 Milliarden US-Dollar, unter anderem für ein neues Werk in New York.
Die anstehenden Quartalszahlen am kommenden Montag liefern den nächsten Härtetest. Übertrifft Micron die Flüsterschätzungen von über 35 Milliarden US-Dollar, rückt das Allzeithoch von 976,40 Euro in greifbare Nähe. Enttäuscht der Ausblick, bietet der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 621 Euro die erste wichtige Unterstützungslinie.
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