Micron Aktie: Ernüchterung nach Optimismus?

Micron profitiert vom KI-Boom mit vollen Auftragsbüchern bis 2026, doch Analysten warnen vor Überkapazitäten und einem Umsatzrückgang ab 2028.

Dieter Jaworski ·
Micron Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Auftragsbücher bis 2026 ausverkauft
  • Milliarden-Investitionen in neue Fabriken
  • Umsatzwachstum von 260 Prozent erwartet
  • Sorge vor Überkapazitäten ab 2028

Die Auftragsbücher sind bis 2026 komplett gefüllt. Kunden binden sich neuerdings auf Jahre an den Speicherchip-Hersteller Micron, um im KI-Rennen nicht leer auszugehen. Auf dem Papier erlebt das Unternehmen einen beispiellosen Höhenflug. Unter der Oberfläche wächst bei Analysten die Sorge vor einem harten Aufprall im Jahr 2028.

An der Börse spiegelt sich diese extreme Dynamik wider. Die Aktie notiert aktuell bei rund 437 Euro und hat sich auf Sicht von zwölf Monaten um beeindruckende 535 Prozent verteuert. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Plus auf gut 62 Prozent.

Milliarden-Investitionen für den HBM-Hunger

Ein struktureller Wandel erfasst den Speichermarkt. Hyperscaler drängen auf langfristige Lieferverträge von drei bis fünf Jahren. Der Chipentwickler Broadcom hat sich seine Kapazitäten bereits bis 2028 gesichert. Micron selbst meldet für 2026 einen vollständigen Ausverkauf der Bestände.

Um diese Nachfrage zu bedienen, fließen gewaltige Summen in den Ausbau. Das Management plant für 2026 Investitionen von rund 25 Milliarden US-Dollar. Das Geld fließt in eine Anlage in Singapur sowie in neue Fabriken in New York und Idaho. Konkurrent SK Hynix investiert im gleichen Zeitraum sogar 29 Milliarden Dollar in neue Kapazitäten.

Rekordwachstum mit eingebauter Skepsis

Für das Ende Mai abschließende dritte Geschäftsquartal 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz von 33,5 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 260 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge soll dabei auf 81 Prozent klettern.

Trotz dieser Zahlen wird die Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 9 gehandelt. Marktbeobachter werten dies als klares Zeichen von Skepsis. Die Wall Street weiß, dass die aktuellen Speicherpreise durch ein extremes Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage künstlich aufgebläht sind.

Der drohende Knick im Jahr 2028

Das aggressive Skalieren der gesamten Branche birgt ein klassisches Halbleiter-Risiko: Überkapazitäten. Analysten prognostizieren für Micron im Jahr 2027 noch ein Umsatzplus von 33 Prozent. Für 2028 rechnen Experten mit einem Rückgang der Erlöse um zehn Prozent. Sobald neue Produktionslinien ans Netz gehen, dürften die Preise fallen.

Parallel dazu diskutiert der Markt über einen möglichen Aktiensplit. Der massive Kursanstieg der letzten Jahre könnte das Management zu diesem Schritt bewegen. Der letzte Split fand im Mai 2000 statt. Fundamental ändert eine solche Maßnahme nichts an der Bewertung des Unternehmens.

Die Diskrepanz zwischen explodierenden Gewinnen und der niedrigen Bewertung zeigt die Zerrissenheit des Marktes. Investoren preisen das Ende des aktuellen Zyklus bereits ein. Neue Fakten liefert das Management Ende Mai, wenn die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal auf dem Tisch liegen.

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Micron Aktie

430,00 EUR

– 17,35 EUR -3,88 %
KGV 23,42
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,10 %
Marktkapitalisierung 560,17 Mrd. EUR
ISIN: US5951121038 WKN: 869020

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