Micron Technology steht vor einem Zwiespalt: Am 18. März veröffentlicht der Speicherchip-Konzern Zahlen für das zweite Geschäftsquartal – und die dürften erneut Rekordniveau erreichen. Gleichzeitig belastet die geopolitische Lage die Aktie massiv. Kann die Zahlenvorlage die Trendwende bringen?
Kursrutsch trotz intakter KI-Story
Die Micron-Aktie notiert aktuell bei 370,30 US-Dollar. Allein am vergangenen Freitag verlor der Titel 6,7 Prozent. In den letzten zehn Handelstagen ging es an sieben Tagen abwärts – unterm Strich ein Minus von rund 13,5 Prozent.
Der Grund für die Schwäche liegt nicht beim Unternehmen selbst. Verantwortlich sind Sorgen um eine Eskalation des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran. Steigende Ölpreise und die mögliche Schließung der Straße von Hormus schüren Inflationsängste. Wachstumsstarke Tech-Werte geraten dadurch unter Bewertungsdruck.
Rekord-Quartal erwartet
Dabei läuft das operative Geschäft besser denn je. Für das am Ende Februar abgeschlossene zweite Geschäftsquartal erwartet Micron selbst einen Umsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 132 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten rechnen im Schnitt mit 18,85 Milliarden Dollar Erlösen und einem Gewinn von 8,52 Dollar je Aktie. Das würde einem Gewinnsprung von rund 480 Prozent entsprechen.
Zum Vergleich: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hatte Micron bereits 13,64 Milliarden Dollar umgesetzt und 4,60 Dollar je Aktie verdient. Besonders stark wuchs das Cloud-Segment mit 5,3 Milliarden Dollar Umsatz – ein Jahresplus von 100 Prozent.
HBM-Kapazitäten für 2026 ausverkauft
Ein zentraler Treiber bleibt die Knappheit am Speichermarkt. Die Nachfrage nach DRAM- und NAND-Chips übersteigt das Angebot deutlich. Micron hat sämtliche Kapazitäten für High-Bandwidth-Memory (HBM) im gesamten Kalenderjahr 2026 bereits verkauft – inklusive der kommenden HBM4-Generation.
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Analysten wie Timothy Arcuri von UBS gehen davon aus, dass die Engpässe vor allem bei DRAM bis 2027, möglicherweise bis 2028 anhalten. Hersteller können nur schwer neue Kapazitäten aufbauen: Fabrikflächen sind begrenzt, Ausrüstung hat lange Lieferzeiten, Fachkräfte fehlen. Zudem fließt ein Großteil der Investitionen in HBM-Produktion, was DDR5- und NAND-Märkte zusätzlich eng hält.
Micron reagiert mit massiven Investitionen. Die Investitionsausgaben für das Geschäftsjahr 2026 wurden von 18 auf 20 Milliarden Dollar angehoben. Der Fokus liegt auf HBM-Kapazitäten und 1-Gamma-Produktion. Hinzu kommen 6,1 Milliarden Dollar an staatlichen Zuschüssen für neue Werke in Idaho und New York.
Analysten überwiegend optimistisch
Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 409 Dollar, die Spanne reicht von 196 bis 650 Dollar. 37 Experten empfehlen den Kauf, nur zwei raten zum Verkauf. Allerdings warnen einige Stimmen, der starke Jahresstart könnte bereits viel vom erwarteten Wachstum eingepreist haben. Morgan Stanley etwa favorisiert mittlerweile Nvidia gegenüber Micron.
Ein Risiko: KI-Startup OpenAI hat seine geplanten Infrastruktur-Investitionen bis 2030 von 1,4 Billionen auf 600 Milliarden Dollar reduziert.
Quartalszahlen als Wendepunkt
Micron erwartet für das Gesamtjahr 2026 Rekorde bei Umsatz, Bruttomargen, Gewinn je Aktie und freiem Cashflow. Die Auftragslage im KI-Rechenzentrumsbereich ist stark, langfristige Kundenzusagen untermauern den Ausblick. Am 18. März wird sich zeigen, ob die Zahlen ausreichen, um die jüngsten Kursverluste wettzumachen.
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