Micron Aktie: HBM4-Produktion bis 2026 ausverkauft
Michael Burry shortet Micron trotz Rekordumsätzen. Der KI-Boom und ausverkaufte HBM4-Verträge stehen gegen die Zyklikerwartung.

Kurz zusammengefasst
- Leerverkäufer Michael Burry positioniert sich
- Rekordquartal mit 41,5 Milliarden Umsatz
- HBM4-Produktion bis 2026 ausverkauft
- Aktie trotz Rücksetzer stark im Plus
Selten prallen an der Börse zwei Welten so hart aufeinander wie aktuell bei Micron. Auf der einen Seite wettet eine Hedgefonds-Legende auf den massiven Absturz. Auf der anderen Seite glüht der Speichermarkt. Die Nachfrage nach Hochleistungschips war historisch noch nie so extrem.
Burrys Wette gegen den Zyklus
Michael Burry hat sich positioniert. Der prominente Leerverkäufer shortet die Micron-Aktie. Er baute seine Position laut einem aktuellen Beitrag bei einem Kurs von gut 1.051 US-Dollar auf.
Seine Begründung ist simpel. Micron definiert das Wort „zyklisch“ für ihn wie kein zweites Unternehmen. Burry verweist direkt auf die Historie. Die Aktie erlebte in gut vier Jahrzehnten 34 Einbrüche von mehr als 30 Prozent. Genau diese brutale Korrektur erwartet er nun auch für KI-getriebene Chipwerte.
Diese Warnung trifft auf ein Unternehmen im absoluten Ausnahmezustand. Die jüngsten Quartalszahlen sprechen eine völlig andere Sprache. Micron meldete für das Ende Mai abgelaufene Quartal einen Umsatz von 41,5 Milliarden US-Dollar. Die Bruttomarge schoss dabei auf fast 85 Prozent nach oben. Unter dem Strich stand ein gewaltiger Nettogewinn von 28,2 Milliarden US-Dollar.
Der Chief Business Officer Sumit Sadana formuliert es drastisch. Er sieht eine Kundennachfrage, die weit über den eigenen Lieferkapazitäten liegt. Dieser Zustand gilt quer durch fast alle Produktkategorien bis ins Jahr 2028.
Der strukturelle Wandel
Hier liegt der Kern des Konflikts. Micron ist kein reiner Produzent von zyklischer Standardware mehr. Der Konzern wandelt sich zum strategischen Lieferanten für kritische KI-Infrastruktur. Die gesamte HBM4-Produktion für 2026 ist bereits durch verbindliche Mehrjahresverträge ausverkauft.
Samsung, SK Hynix und Micron lenken ihre Fertigung massiv in Richtung KI-Beschleuniger. Die Folge: Klassische Speicherchips werden weltweit knapp. Rechenzentren verschlingen mittlerweile 70 Prozent der globalen Produktion. Diese Knappheit dürfte laut Branchenkennern bis tief in das Jahr 2027 anhalten.
Ein Kurs zwischen den Extremen
Der aktuelle Rücksetzer erfordert Perspektive. Die Aktie schloss am Montag bei 862,00 Euro. Das bedeutet einen Verlust von fast 15 Prozent über die vergangenen sieben Handelstage. Dennoch steht seit Jahresanfang ein Gewinn von rund 220 Prozent auf der Anzeigetafel.
Im Vergleich zum Vorjahr notiert das Papier satte 742 Prozent im Plus. Der Kurs hält sich zudem stabil über dem 50-Tage-Durchschnitt von 771,02 Euro. Die annualisierte Volatilität von knapp 111 Prozent belegt allerdings die pure Nervosität der Akteure. Ein RSI-Wert von 48,6 unterstreicht diese absolute Unentschlossenheit im Markt.
Dennoch gibt das durchschnittliche Kursziel von 1.302,00 Euro der Käuferseite weiterhin massive Rückendeckung.
Der ultimative KI-Stresstest
Microns Entwicklung ist längst kein reines Branchenthema mehr. Die Aktie liefert den Referenzwert für den gesamten KI-Boom. Wer auf fallende Kurse setzt, wettet gegen fest gebuchte Milliardenumsätze und historische Preismacht.
Ob Burrys Timing stimmt, hängt an einer einzigen harten Bedingung. Der KI-Investitionsrausch der großen Tech-Konzerne muss drastisch abkühlen. Solange die großen Player ihre Rechenzentren weiter massiv aufrüsten, bleibt die strukturelle Chip-Knappheit der bestimmende Faktor für den Aktienkurs.
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