Micron zündet die nächste Ausbaustufe für das Speicher-Geschäft. Parallel zu starken Zahlen sichert sich der Konzern eine bestehende Chipfabrik in Taiwan, um deutlich schneller mehr DRAM-Kapazitäten ins Netz zu bringen. Im Zentrum steht die Frage: Reicht dieser Schritt, um den Nachfragedruck aus dem KI-Boom nachhaltig zu bedienen?
Strategische Fabrikübernahme in Taiwan
Über das Wochenende hat Micron eine verbindliche Absichtserklärung (LOI) zum Kauf der P5-Fertigung in Tongluo, Taiwan, von Powerchip Semiconductor Manufacturing Corp (PSMC) unterzeichnet. Der Deal hat ein Volumen von 1,8 Milliarden US‑Dollar in bar und folgt einer klaren „Brownfield“-Strategie: Statt eine neue Fabrik zu planen, nutzt Micron bestehende Infrastruktur, um Zeit zu sparen.
Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Die Anlage verfügt über einen 300‑mm‑Wafer‑Reinraum mit rund 300.000 Quadratfuß Fläche. Micron will den Standort unmittelbar nach Closing umrüsten und die DRAM-Produktion ab der zweiten Jahreshälfte 2027 deutlich hochfahren.
Hintergrund ist der globale Engpass bei Hochleistungs-Speicher. Durch die Integration der P5-Fabrik rechnet Micron mit einem Plus von rund 10 bis 15 Prozent bei der jährlichen DRAM-Ausstoßmenge. Voll ausgelastet soll die Anlage etwa 50.000 12‑Zoll‑Wafer pro Monat liefern und damit die Lücke schließen, bis neue Großfabriken – etwa das laufende Projekt im US-Bundesstaat New York – fertiggestellt sind.
Die Börse honorierte die Pläne bereits vor und nach der Bestätigung des Deals: Am Freitag schloss die Aktie bei 362,75 US‑Dollar und markierte damit zugleich ein neues 52‑Wochen-Hoch nach einer 12‑Monats-Performance von über 250 Prozent.
Rückenwind durch KI-Superzyklus
Die Übernahme erfolgt in einer Phase außergewöhnlicher operativer Stärke. Im jüngsten ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Micron Erlöse von 13,64 Milliarden US‑Dollar – ein Anstieg um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn sprang um 180 Prozent auf 5,24 Milliarden US‑Dollar, der Gewinn je Aktie lag mit 4,78 US‑Dollar klar über den Analystenerwartungen.
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Treiber dieser Entwicklung ist der KI-Superzyklus. Micron meldet, dass die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM) für die Jahre 2025 und 2026 vollständig ausverkauft ist. Die Knappheit verschafft dem Unternehmen Preissetzungsmacht: Allein im laufenden Quartal sollen die DRAM-Preise nochmals um 40 bis 50 Prozent steigen.
Analysten verweisen darauf, dass sich die Profitabilität spürbar verbessert hat. Die Bruttomarge ist innerhalb eines Jahres von 25 auf 45 Prozent gestiegen. Mit der P5-Übernahme sichert sich Micron die physische Infrastruktur, um diese Margenphase auszunutzen, ohne die üblichen Bauzeiten von drei bis fünf Jahren für neue Halbleiterwerke abwarten zu müssen. Finanziell ist der Schritt durch eine Liquiditätsreserve von rund 12 Milliarden US‑Dollar abgesichert.
Bewertung, Risiken und Ausblick
Fundamental und charttechnisch bleibt das Bild konstruktiv. Die Aktie notiert nahe ihren Höchstständen, während das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 10,5 liegt – eine Spanne, die viele Analysten angesichts der dreistelligen Gewinnwachstumsraten als moderat einstufen. Technisch liegt der Kurs klar über den gängigen Durchschnittslinien; zugleich signalisiert ein 14‑Tage‑RSI von 44,7 noch keinen überkauften Zustand, trotz einer 30‑Tage-Rally von knapp 60 Prozent.
Kurzfristig rückt nun das Genehmigungsverfahren für die PSMC-Transaktion in den Fokus, das bis zum zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein soll. Parallel beobachten Marktteilnehmer die politischen Rahmenbedingungen: In den USA stehen Diskussionen über Zölle und der Aufbau heimischer HBM-Kapazitäten auf der Agenda, die Micron zusätzlich mit dem Ausbau in New York adressiert.
Mehrere Analysten haben ihre Kursziele inzwischen in eine Spanne von 400 bis 450 US‑Dollar angehoben und bleiben bei einer starken Kaufempfehlung. Gelingt die zügige Integration des Standorts in Taiwan und hält die KI-Nachfrage an, könnte die neue Fabrik zu einem wesentlichen Hebel werden, um das derzeitige Wachstumstempo in den kommenden Jahren zu stützen.
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