Micron Aktie: KeyBanc hebt Ziel auf 1.750 Dollar

Micron verzeichnet deutlichen Kursgewinn dank optimistischer Analystenstimmen. Starke Quartalszahlen und KI-Nachfrage stützen die positive Einschätzung.

Eduard Altmann ·
Micron Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie steigt um über sechs Prozent
  • Analysten sehen Kaufgelegenheit nach Ausverkauf
  • Rekordumsatz von über 41 Milliarden Dollar
  • HBM-Speicher für 2026 und 2027 ausverkauft

Micron hat am Dienstag einen der stärksten Tagesgewinne der vergangenen Wochen verzeichnet. Die Aktie legte laut Marktdaten um 6,58 Prozent zu und kletterte auf 806,80 Euro, nachdem sie am Montag noch bei 757,00 Euro geschlossen hatte. Der Kurs bleibt damit 26,91 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro entfernt und liegt nur noch 2,97 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 831,53 Euro – ein Hinweis darauf, dass sich die Aktie nach einem mehrwöchigen Rückschlag stabilisiert. Auslöser der Rally war eine Welle positiver Analystenkommentare zum Speicherchip-Sektor.

Analysten sehen Kaufchance nach starkem Ausverkauf

Morgan-Stanley-Analyst Joseph Moore bezeichnete den jüngsten Ausverkauf bei Speicherchip-Werten als Kaufgelegenheit. Er begründete das mit anhaltenden Engpässen bei Rechenzentrumsspeicher und erwartet, dass die Preise im dritten Quartal gegenüber dem zweiten um mindestens 25 Prozent steigen. Nach Einschätzung von Morgan Stanley dürfte sich das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bis 2028 fortsetzen. Micron war vor der Erholung bereits rund 27 Prozent von seinem Hoch entfernt gefallen, SanDisk sogar 39 Prozent.

KeyBanc erhöhte sein Kursziel für Micron auf 1.750 US-Dollar und stufte die Aktie als Overweight ein. Bank of America ging noch weiter: Analyst Vivek Arya hob sein Kursziel auf 1.550 US-Dollar an, was gegenüber dem Schlusskurs vom 17. Juli von 848,95 US-Dollar einem Aufwärtspotenzial von 83 Prozent entspräche. Arya verweist auf die achte Quartalsserie in Folge, in der Micron die Gewinnschätzungen um mehr als 20 Prozent übertroffen hat, sowie auf einen erwarteten Markt für High-Bandwidth-Memory von 246 Milliarden US-Dollar bis 2030, gestützt durch 16 mehrjährige Kundenverträge. UBS-Analyst Timothy Arcuri geht davon aus, dass Micron bis 2028 mehr als 400 Milliarden US-Dollar freien Cashflow erwirtschaften und damit über 40 Prozent der ausstehenden Aktien zurückkaufen könnte – möglich wird das, sobald die aus dem CHIPS Act stammenden Rückkaufbeschränkungen am 9. Dezember 2026 auslaufen. Nicht alle Marktbeobachter teilen den Optimismus uneingeschränkt: Ein Autor bei Seeking Alpha äußerte sich zurückhaltend zu Micron und verwies auf mögliche Überkapazitäten durch den chinesischen Wettbewerber CXMT.

Rekordquartal treibt Kursfantasie

Grundlage der Kursfantasie bleibt das dritte Geschäftsquartal, das Micron kürzlich vorgelegt hatte. Der Umsatz stieg auf 41,46 Milliarden US-Dollar und damit um rund 346 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 9,3 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie auf Non-GAAP-Basis lag bei 25,11 US-Dollar, der GAAP-Nettogewinn erreichte 28,24 Milliarden US-Dollar. Für das vierte Geschäftsquartal stellte das Unternehmen einen Gewinn je Aktie zwischen 30 und 32 US-Dollar in Aussicht. Firmenchef Sanjay Mehrotra sprach von einem Rekordquartal mit einem noch stärkeren Ausblick für die kommenden Monate. Über die Hälfte der Speichernachfrage entfällt inzwischen auf Rechenzentren, getrieben von KI-Anwendungen. Nach eigenen Angaben ist Micron mit seinem HBM-Speicher für die Jahre 2026 und 2027 bereits ausverkauft.

Die Kursreaktion nach der Zahlenvorlage war entsprechend heftig: Die Aktie war zeitweise um bis zu 19 Prozent nachbörslich gestiegen und markierte im laufenden Jahr bereits das 40. Rekordhoch. Institutionelle Anleger reagierten uneinheitlich auf die Entwicklung: Während Parallel Advisors seine Position im ersten Quartal um 26,7 Prozent auf 18.868 Aktien aufstockte, reduzierten Convergence Investment Partners, Summit Global Investments und Element Pointe Advisors ihre Bestände jeweils zweistellig.

Insiderverkäufe unter festen Handelsplänen

Micron meldete zudem 670.000 US-Dollar an Lobbyausgaben für das zweite Quartal 2026, mit Schwerpunkt auf fortgeschrittener Fertigung und der Wettbewerbsfähigkeit der USA. Parallel dazu fielen jüngste Insiderverkäufe auf: CEO Sanjay Mehrotra veräußerte 40.000 Aktien zu 536,26 US-Dollar, EVP April S. Arnzen trennte sich von 40.000 Aktien zu 1.083,94 US-Dollar. Insgesamt summierten sich die Insiderverkäufe im vergangenen Quartal auf 163.300 Aktien im Wert von 152,7 Millionen US-Dollar. Beide Transaktionen erfolgten jedoch im Rahmen zuvor eingerichteter 10b5-1-Handelspläne – Mehrotras Plan datiert vom 30. Januar 2026, Arnzens vom 19. Dezember 2025. Solche Pläne werden Monate im Voraus festgelegt und dienen der routinemäßigen Portfoliodiversifikation, nicht einer kurzfristigen Einschätzung des Unternehmens. Micron zahlt weiterhin eine vierteljährliche Dividende von 0,15 US-Dollar je Aktie.

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Micron Technology Aktie

841,00 EUR

+ 17,30 EUR +2,10 %
KGV 21,46
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,06 %
Marktkapitalisierung 1,03 Bio. EUR
ISIN: US5951121038 WKN: 869020

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