Micron macht ernst mit seiner Milliarden-Offensive in den USA. In New York beginnt heute offiziell der Bau einer Megafabrik, die zur größten Chipfabrik des Landes werden soll – flankiert von einem auffälligen Insiderkauf und frischen Analysten-Upgrades. Die zentrale Frage: Wie viel Rückenwind liefert diese Kombination der bereits stark gelaufenen Aktie noch?
Gigantische Fabrik für das KI-Zeitalter
In Onondaga County im Bundesstaat New York hat Micron heute den Spatenstich für sein Megafab-Projekt vollzogen. Vorstandschef Sanjay Mehrotra nahm gemeinsam mit Vertretern der Trump-Regierung, des US-Kongresses und der New Yorker Staatsregierung an der Zeremonie teil.
Das Investmentvolumen beläuft sich langfristig auf bis zu 100 Milliarden US-Dollar – die größte private Investition in der Geschichte des Bundesstaates New York. Geplant sind bis zu vier Fertigungsanlagen, die laut Unternehmen die weltweit fortschrittlichsten Speicherchips produzieren sollen.
Nach umfangreichen Umweltprüfungen und Genehmigungsverfahren läuft der Bau im White Pine Commerce Park nun offiziell an. Die neue Kapazität soll vor allem den stark steigenden Bedarf aus KI-Rechenzentren und neuen Hochleistungs-Computersystemen bedienen. Der Baukonzern Gilbane hatte bereits im August 2025 den Vorvertrag für die Vorbereitungsarbeiten am Standort erhalten.
Mehrotra nennt den Spatenstich einen „entscheidenden Moment“ für Micron und die USA. Hintergrund ist die Erwartung, dass führende Positionen bei fortgeschrittenen Halbleitern eine zentrale Rolle für Innovation und wirtschaftliches Wachstum in der KI-Ära spielen.
Insiderkauf in Millionenhöhe
Parallel zum Baustart setzt ein Aufsichtsrat ein deutliches persönliches Signal. Ein am Donnerstag veröffentlichtes SEC-Filing zeigt, dass Board-Mitglied Mark Liu am Dienstag und Mittwoch insgesamt 23.200 Micron-Aktien für rund 7,8 Millionen US-Dollar erworben hat. Auf Basis des gestrigen Schlusskurses von 336,63 US-Dollar hält Liu damit nun 25.910 Aktien im Wert von etwa 8,7 Millionen US-Dollar.
Bemerkenswert ist der Kauf vor allem wegen Lius Hintergrund: Er war Co-CEO und Executive Chairman beim Branchenriesen Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) und verfügt über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Halbleiterindustrie. Wenn ein derart erfahrener Insider auf diesem Kursniveau zukauft, wird das am Markt häufig als Ausdruck von Vertrauen in die weitere Geschäftsentwicklung gewertet.
Analysten heben Kursziele deutlich an
Auch von der Analystenseite kommen positive Signale. Mehrere Wall-Street-Häuser haben am Donnerstag ihre Kursziele für die Micron-Aktie zum Teil kräftig angehoben:
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- Wells Fargo: Zielkurs von 335 auf 410 US-Dollar, Einstufung Overweight
- Barclays: Zielkurs von 275 auf 450 US-Dollar, Einstufung Overweight
- Citigroup: Zielkurs von 330 auf 385 US-Dollar, Einstufung Buy
- RBC Capital: Neuaufnahme mit Outperform-Rating und Zielkurs 425 US-Dollar
Die Anhebungen spiegeln die Erwartung wider, dass der KI-getriebene Nachfrageboom den gesamten Speichermarkt auch 2026 antreiben wird. Engpässe bei DRAM und NAND verschaffen Anbietern wie Micron derzeit spürbare Preissetzungsmacht.
Kursniveau und Bewertung
Die Aktie schloss gestern bei 336,63 US-Dollar und liegt damit nur knapp 3 % unter dem erst am Montag markierten 52‑Wochen-Hoch von 345,87 US-Dollar. Nach einem Kursplus von gut 75 % in den vergangenen 30 Tagen und rund 238 % auf Zwölfmonatssicht notiert der Titel deutlich über seinen gleitenden Durchschnitten; der Abstand zur 200‑Tage-Linie beträgt mehr als 100 %.
Trotz dieser Rally wird Micron im S&P 500 weiterhin als vergleichsweise günstig im Verhältnis zu den Gewinnschätzungen gesehen – ein Punkt, den einige Analysten explizit betonen.
Kennzahlen und Ausblick
Fundamental untermauert das Unternehmen den Optimismus mit starken Zahlen und ehrgeiziger Prognose. Für das laufende Fiskalquartal Q2 2026 stellt Micron in seiner im Dezember veröffentlichten Guidance einen Umsatz von 18,70 Milliarden US-Dollar in Aussicht, bei einer Bruttomarge von rund 68 % und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 8,42 US-Dollar.
Im ersten Geschäftsquartal hatte Micron bereits Rekordwerte erzielt: Der Umsatz lag bei 13,64 Milliarden US-Dollar, der GAAP-Nettogewinn bei 5,24 Milliarden US-Dollar.
Auf Analystenseite ist das Bild klar: Von 44 Experten empfehlen 89 % die Aktie mit „Buy“. Interessant ist allerdings, dass das durchschnittliche Kursziel mit 337,15 US-Dollar nur minimal über dem aktuellen Kurs liegt. Damit signalisieren viele Häuser zwar Vertrauen in das Geschäftsmodell, sehen kurzfristig aber begrenztes Potenzial nach der jüngsten Kursrally.
Engpassrisiken und Bedeutung der Megafab
Mit dem nun gestarteten Megafab-Projekt in New York will Micron die strukturell enge Angebotssituation im Speichermarkt adressieren – allerdings mit Zeitverzug. Das Unternehmen stellt seinen Kunden bereits in Aussicht, dass Knappheiten bei Speicherkapazitäten bis 2028 anhalten könnten.
Kurzfristig stützt diese Verknappung die Preise und Margen, mittel- bis langfristig soll der Kapazitätsausbau in den USA die Marktposition von Micron im KI-Zeitalter festigen. Der heutige Spatenstich, der Insiderkauf von Mark Liu und die Reihe an Kurszielanhebungen fügen sich damit zu einem konsistenten Bild: Micron bereitet sich strategisch und finanziell darauf vor, eine zentrale Rolle im globalen Speichermarkt der kommenden Jahre zu spielen.
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