Micron Aktie: Melius verdoppelt Ziel auf 1.100 Dollar
Micron profitiert von abgewendetem Samsung-Streik und neuen Kurszielen. Analysten sehen strukturelle Knappheit bei Speicherchips bis 2027.

Kurz zusammengefasst
- Samsung-Streik in letzter Minute abgewendet
- Mizuho und Melius erhöhen Kursziele
- Speichermarkt bis 2027 ausgelastet
- Aktie seit Jahresbeginn stark gestiegen
Ein fast-Streik bei Samsung, zwei bullische Kursziele und ein Speichermarkt, der bis 2027 ausgelastet bleibt. Für Micron-Aktionäre verdichten sich gerade mehrere positive Signale.
Samsung-Gewerkschaft stoppt Streik in letzter Minute
Kurz vor Beginn eines geplanten 18-tägigen Streiks haben sich Samsung Electronics und seine Gewerkschaft auf eine vorläufige Einigung geeinigt. Rund 48.000 Mitglieder stimmen vom 22. bis 27. Mai über das Abkommen ab. Die Verhandlungen waren mehrfach gescheitert — noch am Mittwoch hatte die Gewerkschaft den Ausstand angekündigt.
Die Einigung kommt zur rechten Zeit. Samsung hält rund 40 Prozent des globalen DRAM-Marktes und etwa 30 Prozent des NAND-Flash-Marktes. Analysten des Marktforschungsunternehmens TrendForce hatten im Streikfall mit Ausfällen von drei bis vier Prozent der weltweiten DRAM-Produktion gerechnet. Kunden hätten dann Bestellungen beschleunigt zu Wettbewerbern wie Micron und SK Hynix verlagert.
Vollständig vom Tisch ist das Risiko noch nicht. Erst nach der Mitgliederabstimmung steht fest, ob die Einigung hält.
Mizuho und Melius erhöhen Kursziele deutlich
Unabhängig vom Samsung-Drama hat Micron frische Unterstützung von der Wall Street erhalten. Mizuho hebt das Kursziel auf 800 Dollar an — zuvor waren es 740 Dollar — und behält die Einstufung „Outperform“ bei. Analyst Vijay Rakesh sieht die Speicherpreise in DRAM und NAND bis weit in 2027 hinein auf festem Niveau. Treiber sind KI-Rechenzentren, HBM-Speicher und Enterprise-SSDs. Mizuho erwartet zudem, dass neues „High Bandwidth Flash“-Speicher das NAND-Angebot 2027 weiter verknappt.
Noch aggressiver ist Melius Research: Das Analysehaus verdoppelt sein Kursziel nahezu auf 1.100 Dollar, ausgehend von zuvor 700 Dollar. Melius bezeichnet Micron als eines seiner Top-„Bottleneck-Stocks“ — Unternehmen, die von strukturellen Engpässen profitieren. Die These: Halbleiterunternehmen werden langfristig Marktkapitalisierung von klassischen Softwarekonzernen übernehmen.
Strukturelle Knappheit bleibt das zentrale Argument
Das eigentliche Fundament der Micron-Story ist nicht der Samsung-Streik. Die Kapazitäten der drei größten Speicherhersteller für 2026 sind im Wesentlichen ausverkauft. Erste Kunden verhandeln bereits Lieferverträge für 2027.
Mizuho erwartet für Microns Geschäftsjahr 2027 ein Umsatzwachstum von 66 Prozent und einen Gewinnanstieg je Aktie von 80 Prozent — jeweils gegenüber dem Vorjahr. Die Quartalszahlen für das Mai-Quartal legt Micron am 24. Juni vor.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 619 Euro und hat seit Jahresbeginn mehr als 130 Prozent zugelegt. Seit dem 52-Wochen-Tief im vergangenen Mai hat sich der Kurs mehr als versiebenfacht — ein Tempo, das die strukturelle Neubewertung des gesamten KI-Speichersegments widerspiegelt.
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