Micron Aktie: UBS-Kursziel 1.625 Dollar
UBS sieht Micron durch langfristige DRAM-Verträge stabiler bewertet und hebt das Kursziel drastisch auf 1.625 Dollar an.

Kurz zusammengefasst
- UBS hebt Kursziel auf 1.625 Dollar
- Langfristverträge sollen Erträge stabilisieren
- Micron durchbricht Billionen-Dollar-Marke
- FTSE Russell stuft Micron als Growth-Wert ein
Micron hat die Billionen-Dollar-Marke durchbrochen. UBS hat das Kursziel von 535 auf 1.625 Dollar angehoben – das höchste unter 46 Analystenhäusern. Der Grund: langfristige DRAM-Lieferverträge könnten die historisch volatilen Erträge des Speicherchip-Herstellers stabilisieren.
Langfristverträge verändern die Bewertungslogik
UBS setzt auf eine neue These. Die Investmentbank argumentiert, dass langfristige Abnahmevereinbarungen in der Speicherindustrie Volumen und teilweise Preise fixieren – eine Struktur, die Microns Ergebnisschwankungen dämpfen könnte. Analyst Timothy Arcuri erwartet, dass bis zu 30 Prozent der DDR-Volumina branchenweit über drei bis fünf Jahre gebunden werden, mit festen Mengen und teilweise fixierten Preisen knapp unter dem aktuellen Niveau.
Das ist ein Frontalangriff auf die traditionelle Bewertung von Speicherchips. Der Markt hat Micron jahrelang durch die Linse von Preiszyklen betrachtet. UBS behauptet, dass KI-Infrastrukturnachfrage und Hyperscaler-Einkaufsverhalten dieses Muster brechen: Kunden tauschen Preisflexibilität gegen langfristige Versorgungssicherheit.
Aktie hält sich über der Billionen-Schwelle
Die Marktreaktion war heftig. Am 26. Mai durchbrach Micron erstmals die Billionen-Dollar-Bewertung, die Aktie sprang um 18 Prozent auf 886,60 Dollar. Zwei Tage später notiert sie bei 945,30 Dollar – die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,08 Billionen Dollar. Das Intraday-Volumen überstieg 33 Millionen Aktien.
Entscheidend: Die Aktie hält sich oberhalb des Niveaus vom Dienstag. Die UBS-Note war kein Ein-Tages-Katalysator, sondern hat eine Neubewertung der Ertragsstabilität von Micron in der KI-Lieferkette erzwungen. In Frankfurt handelt die Aktie aktuell bei 806,20 Euro, ein Plus von knapp einem Prozent.
EPS-Prognosen steigen drastisch
UBS hat die Gewinnschätzungen massiv angehoben: 155 Dollar Gewinn je Aktie für 2027, 167 Dollar für 2028 und 117 Dollar für 2029 – zuvor lagen die Prognosen bei 133, 122 und 77 Dollar. Die Bank erwartet zudem mehr als 400 Milliarden Dollar Free Cashflow über diesen Zeitraum.
Die Investmentbank sieht keinen Grund, warum Micron bei einem stabilen Ertragsausblick deutlich anders bewertet werden sollte als Nvidia. Das ist der Kern des Bull-Case: High-Bandwidth-Memory, DDR-Nachfrage und KI-Server-Beschaffung könnten Speicherpreise in einen berechenbaren Ertragsstrom verwandeln.
Von Value zu Growth
FTSE Russell hat Micron in seiner Juni-Neugewichtung von Value zu Growth verschoben – ein Signal, dass der Markt den Konzern nicht mehr als zyklischen Speicherhersteller, sondern als KI-Infrastruktur-Wachstumswert behandelt. Die Änderung tritt am 29. Juni in Kraft.
Die nächste Bewährungsprobe: Können Vertragssichtbarkeit und KI-Nachfrage die Gewinnerwartungen nach dem jüngsten Bewertungssprung weiter steigen lassen? Die Aktie hat seit Jahresbeginn knapp 200 Prozent zugelegt, in zwölf Monaten über 840 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 180 Prozent.
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