Micron Aktie: Vera Rubin startet 2026
Micron erhält HBM4-Zertifizierung für Nvidias KI-System, Aktie stürzt dennoch ab. Fokus liegt nun auf dem Quartalsbericht Ende Juni.

Kurz zusammengefasst
- Kurssturz trotz Nvidia-Zertifizierung
- HBM4-Lieferant für Vera Rubin
- Quartalszahlen am 24. Juni
- Bewertung bleibt günstig
Nvidia erteilt den Ritterschlag, der Markt antwortet mit einem Kurssturz. Bei Micron klaffen operative Erfolge und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Am Freitag brach das Papier um über zwölf Prozent auf 755,00 Euro ein. Selbst die offizielle Bestätigung als Speicherlieferant für Nvidias nächste KI-Generation konnte den massiven Abverkauf im Halbleitersektor nicht stoppen.
Nvidias Vera Rubin und der HBM4-Kuchen
Die Woche lieferte eigentlich starke fundamentale Signale. Nvidia-Chef Jensen Huang bestätigte, dass Micron neben Samsung und SK Hynix die Zertifizierung für HBM4-Speicherchips erhalten hat. Diese Komponenten befeuern das kommende Vera-Rubin-System, das im dritten Quartal 2026 in die Massenproduktion geht.
Branchenexperten dämpfen allerdings die Euphorie bezüglich der Marktanteile. SK Hynix dürfte 60 bis 70 Prozent des HBM4-Volumens für Vera Rubin abgreifen. Samsung sichert sich voraussichtlich knapp ein Drittel. Micron bedient den verbleibenden Rest. Trotz der strategischen Validierung zog der breite Tech-Ausverkauf die Aktie massiv nach unten.
Hohe Hürden für die Quartalszahlen
Nach dem jüngsten Kursbeben richtet sich der Blick nun auf den 24. Juni. Dann präsentiert der Speicherhersteller seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Die Messlatte liegt extrem hoch. Analysten kalkulieren im Schnitt mit einem Umsatz von 33,88 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 19,29 Dollar.
Das entspräche einer rasanten Beschleunigung. Noch vor zwei Quartalen setzte Micron lediglich 13,6 Milliarden Dollar um. Das Unternehmen hat eine starke Historie bei Gewinnüberraschungen und übertraf die Erwartungen achtmal in Folge. Zuletzt pulverisierte das Management im zweiten Quartal die Prognosen beim Gewinn je Aktie deutlich.
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Bewertung und Ausblick
Operativ profitiert der Konzern weiterhin vom massiven Hunger nach KI-Rechenleistung. Micron ist nach eigenen Angaben bei HBM-Speichern für die nächsten Quartale komplett ausverkauft. Der jüngste Kursrückschlag von fast 20 Prozent unter das Rekordhoch von 938,70 Euro befeuert nun eine neue Bewertungsdebatte.
Seit Jahresbeginn hat sich die Aktie mit einem Plus von gut 180 Prozent noch immer hervorragend entwickelt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das kommende Geschäftsjahr liegt bei 16. Rollt man die Schätzungen ein weiteres Jahr in die Zukunft, fällt die Bewertung auf einen einstelligen Multiplikator.
Der anstehende Quartalsbericht am 24. Juni liefert den nächsten harten Faktenabgleich. Liefert Micron einen Ausblick für das vierte Quartal, der die Marke von 40 Milliarden Dollar knackt, untermauert das die fortlaufende KI-Rallye. Verfehlt das Management diese Schwelle, droht eine schmerzhafte Neubewertung des gesamten Sektors.
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