Micron: ASML signalisiert Speicher-Engpass bis 2026

ASMLs optimistische Jahresprognose und anhaltende Speicherknappheit treiben Micron auf ein neues Hoch. Analysten sehen weiteres Potenzial.

Dieter Jaworski ·
Micron Aktie

Kurz zusammengefasst

  • ASML hebt Umsatzprognose für 2026 an
  • DRAM-Preise sollen 2025 massiv steigen
  • Micron erreicht neues 52-Wochen-Hoch
  • HBM-Markt: Aufholjagd gegen SK Hynix

398 Nettobestellungen in einem Quartal — 95 Prozent mehr als im Vorjahr. Nein, das ist nicht Microns Geschichte. Microns Geschichte ist eine andere: ASML hebt seine Jahresprognose an und bestätigt dabei, was Speicherinvestoren hören wollen. Die Knappheit bleibt — und Micron sitzt mittendrin.

ASML liefert das entscheidende Signal

Der niederländische Chip-Ausrüster ASML hat seine Umsatzprognose für 2026 auf rund 38 Milliarden Euro angehoben — ein Wachstum von 16 Prozent gegenüber der früheren Erwartung von knapp zwölf Prozent. Wichtiger als die Zahl selbst war die Aussage von CEO Christophe Fouquet: „Was unsere Kunden uns sagen, ist, dass sie für 2026 ausverkauft sind — und ihre Angebotsengpässe über 2026 hinaus andauern werden.“

Für Micron-Aktionäre ist das eine direkte Botschaft. Zu ASMLs Kunden zählen neben Foundries wie TSMC und Samsung auch Speicherhersteller — Micron eingeschlossen. Die Aktie legte daraufhin um mehr als acht Prozent zu und markierte mit 415,90 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf über 53 Prozent.

Preismacht in einem seltenen Fenster

Die Knappheit hat konkrete Folgen für die Preise. Laut Gartner dürften DRAM-Preise in diesem Jahr um 125 Prozent steigen, NAND-Flash-Preise sogar um 234 Prozent. Neue Kapazitäten werden branchenweit erst ab 2027 erwartet — was Micron bis dahin erhebliche Preissetzungsmacht verleiht.

Das zeigt sich bereits in den Zahlen. Im zweiten Fiskalquartal 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar, fast das Dreifache des Vorjahreswertes. Das Nettoergebnis kletterte auf 13,8 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal peilt das Unternehmen rund 33,5 Milliarden Dollar Umsatz an.

SK Hynix bleibt der härteste Rivale

Das günstige Umfeld teilt Micron nicht allein. Marktführer SK Hynix investiert 12,85 Milliarden Dollar in eine neue Anlage für Advanced Memory Packaging und will seine Kapazität um rund 30 Prozent steigern. Im globalen HBM-Markt hält SK Hynix laut Counterpoint Research einen Anteil von 53 Prozent, Samsung kommt auf 35 Prozent — Micron auf elf Prozent.

Der Abstand ist erheblich. SK Hynix beliefert Nvidia bereits in großem Maßstab, während Micron seinen Anteil erst ausbauen muss. Das Wachstumspotenzial ist real — der Wettbewerb um jeden Prozentpunkt aber intensiv.

Langfristige Wette auf Robotik

CEO Sanjay Mehrotra denkt über den aktuellen KI-Zyklus hinaus. Er sieht einen 20-jährigen Wachstumszyklus, getrieben von Robotik und autonomen Fahrzeugen — allein ein autonomes Auto soll 300 Gigabyte DRAM oder mehr benötigen. Um diese Nachfrage zu bedienen, investiert Micron 200 Milliarden Dollar in den Ausbau US-amerikanischer Produktionskapazitäten, darunter zwei Fabs in Idaho und eine Großanlage in New York.

Von den 48 Analysten, die Micron abdecken, stufen 92 Prozent die Aktie als Kauf ein. Das Median-Kursziel liegt bei 550 Dollar — rund 21 Prozent über dem aktuellen Niveau. Ob Micron diesen Abstand schließen kann, hängt nicht zuletzt davon ab, wie schnell das Unternehmen im HBM-Markt gegenüber SK Hynix aufholt.

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Sektor Technologie
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ISIN: US5951121038 WKN: 869020

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