Micron: CXMT verdoppelt Marktanteil auf 8 Prozent

Micron verzeichnet Rekordmargen und gesicherte Milliardenverträge, während der Kurs fällt. Analysten sehen trotz China-Konkurrenz deutliches Erholungspotenzial.

Eduard Altmann ·

Kurz zusammengefasst

  • Rekord-Bruttomarge von 84,9 Prozent
  • Verträge sichern 100 Milliarden Dollar Umsatz
  • Kurs 35 Prozent unter 52-Wochen-Hoch
  • Analysten sehen 82,9 Prozent Kurspotenzial

Micron Technology steckt in einem Widerspruch, der so kaum aufzulösen ist. Operativ läuft das Geschäft besser als je zuvor. Der Kurs bricht trotzdem ein. Für mich ist das kein Zeichen einer platzenden KI-Blase, sondern eine überzogene Reaktion auf eine Bedrohung, die bei genauerem Hinsehen deutlich kleiner ausfällt als der Markt aktuell einpreist.

Der China-Schatten

Der Auslöser der Verkaufswelle hat einen Namen: CXMT. Der chinesische Speicherhersteller hat seinen Anteil am globalen DRAM-Markt binnen eines Jahres von 3 auf 8 Prozent mehr als verdoppelt. Dazu kommen Pläne für ein zweites Werk in Peking, mit dem CXMT seine Kapazität auf 600.000 Wafer pro Monat verdreifachen will.

Bis 2027 könnte CXMT damit auf 350.000 Wafer pro Monat kommen. Das läge nahe an Microns aktueller Kapazität von 375.000 Wafern. Diese Zahl allein erklärt die Nervosität am Markt – sie erzählt aber nur die halbe Geschichte.

Was in der Angst vor CXMT untergeht: Die Chinesen sind stark bei DDR4 und beginnen erst, in DDR5 vorzudringen. Im Hochleistungssegment HBM, das für KI-Beschleuniger unverzichtbar ist, spielt CXMT bislang keine Rolle. Genau dieses Segment ist es, in dem Micron sein Geld verdient.

Die margenstarke Festung

Die Zahlen aus dem jüngsten Geschäftsquartal sprechen eine klare Sprache. Micron erzielte eine Rekord-Bruttomarge von 84,9 Prozent – mehr als Meta oder Alphabet. Das ist keine Momentaufnahme, sondern durch Verträge abgesichert.

16 strategische Kundenverträge laufen bis 2030. Sie garantieren Mindestumsätze von rund 100 Milliarden Dollar, zusätzlich sind bereits 22 Milliarden Dollar an Vorauszahlungen von Kunden eingegangen. Das ist der Boden, den die aktuelle Panik komplett ausblendet.

Die Nachfrage der Hyperscaler bleibt unterdessen ungebrochen. Amazon hat sein Investitionsbudget für 2026 gerade auf 220 Milliarden Dollar angehoben und explizit steigende Speicherkosten als Grund genannt. Micron-Chef Sanjay Mehrotra geht davon aus, dass das Angebot-Nachfrage-Verhältnis auch über 2027 hinaus eng bleibt. Der Grund: HBM-Produktion verbraucht dreimal so viel Wafer-Kapazität wie klassisches DDR5.

Charttechnik trifft auf Fundamentaldaten

Bei aktuell 715,60 Euro liegt die Aktie 35,17 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt minus 16,23 Prozent – ein Zeichen dafür, dass hier gehebelte Positionen aufgelöst wurden. Entscheidend ist für mich aber ein anderer Wert: Zum 200-Tage-Durchschnitt liegt die Aktie noch 56,18 Prozent im Plus. Der langfristige Aufwärtstrend ist angeknackst, aber nicht gebrochen.

Der RSI von 43 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain, ist dort aber noch nicht angekommen. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 1.308,59 Euro – ein Aufwärtspotenzial von 82,9 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Mein Fazit

Die Wahrscheinlichkeit spricht für eine Erholung, sobald der Markt die „China-Bedrohung“ richtig einordnet. Apple-Manager haben den strukturellen Engpass bei KI-optimiertem Speicher als Jahrhundert-Ereignis beschrieben. Micron zählt zu nur drei Unternehmen weltweit, die diese Nachfrage überhaupt bedienen können.

Der Kursrückgang der vergangenen Woche von 9,38 Prozent tut weh, keine Frage. Im Kontext der Jahresperformance von 183,86 Prozent seit Jahresbeginn ist das für mich aber eine heftige, aber gesunde Korrektur – keine Trendwende. Wer langfristig denkt, sollte auf die 100 Milliarden Dollar an gesicherten Verträgen schauen. Nicht auf die frühe Expansionsphase eines regionalen Wettbewerbers, der im wichtigsten Segment noch Jahre zurückliegt.

Anzeige

Micron Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron Technology-Analyse vom 3. August liefert die Antwort:

Die neusten Micron Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron Technology-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Micron Technology: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Micron Technology Aktie

709,40 EUR

– 9,20 EUR -1,28 %
KGV 18,59
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,06 %
Marktkapitalisierung 926,70 Mrd. EUR
ISIN: US5951121038 WKN: 869020

Community Forum zu Micron Technology

Ähnliche Artikel

SAP Aktie: Cloud-Auftragsbestand erreicht 22,9 Milliarden Euro

SAP Aktie: Cloud-Auftragsbestand erreicht 22,9 Milliarden Euro

Earnings ·
Infineon Aktie: Q3-Zahlen am Mittwoch um 9:30 Uhr

Infineon Aktie: Q3-Zahlen am Mittwoch um 9:30 Uhr

KI & Quantencomputing ·
Sony Aktie: Blockbuster übertrumpft Ausverkauf

Sony Aktie: Blockbuster übertrumpft Ausverkauf

Gaming & Metaverse ·
Biogena Group Invest Aktie: 82,99 Prozent seit Jahresbeginn

Biogena Group Invest Aktie: 82,99 Prozent seit Jahresbeginn

Europa-Märkte ·
Novo Nordisk Aktie: ZEUS-Studie scheitert vor Halbjahresbericht

Novo Nordisk Aktie: ZEUS-Studie scheitert vor Halbjahresbericht

Pharma & Biotech ·

Weitere Artikel zu Micron Technology

Alle Artikel anzeigen
Micron: Apple zahlt historische Speicherpreise

Micron: Apple zahlt historische Speicherpreise

Halbleiter ·
Micron Aktie: Chinesischer Rivale sorgt für Nervosität

Micron Aktie: Chinesischer Rivale sorgt für Nervosität

IPOs ·
Micron: 50-Milliarden-Prognose für das vierte Quartal

Micron: 50-Milliarden-Prognose für das vierte Quartal

Earnings ·
Micron Aktie: Ausverkauf trotz Boom

Micron Aktie: Ausverkauf trotz Boom

Nasdaq ·
Micron Aktie: HBM3E und HBM4 bis 2026 ausverkauft

Micron Aktie: HBM3E und HBM4 bis 2026 ausverkauft

Earnings ·