Micron: S&P hebt Rating auf BBB+
Trotz Kursrutsch hebt S&P die Bonität von Micron auf BBB+ an. Langfristige KI-Verträge sichern bis 2030 rund 100 Milliarden Dollar Umsatz.

Kurz zusammengefasst
- S&P stuft Bonität auf BBB+ hoch
- KI-Chip-Nachfrage treibt Wachstumsstory
- Langfristverträge sichern Milliardenumsatz ab
- Aktie erholt sich nach Renditeschock
Micron Technology hat eine turbulente Handelswoche hinter sich – und trotzdem sprechen Rating-Agenturen und Analysten weiter von einer intakten Wachstumsstory. Der Speicherchip-Hersteller war am Dienstag um rund sieben Prozent eingebrochen, konnte sich am Mittwoch aber im vorbörslichen Handel wieder leicht erholen.
Auslöser der Verkaufswelle waren nicht unternehmensspezifische Probleme, sondern steigende Anleiherenditen: Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten und belastete damit hoch bewertete Technologiewerte branchenweit. Auch SanDisk, Nvidia und Credo gerieten in den Abwärtssog.
Micron notierte zuletzt bei 802,70 Euro und liegt damit rund 27 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 218 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie stark der Speichermarkt-Boom die Aktie in den vergangenen Monaten getragen hat.
S&P und Fitch heben Bonität an
Inmitten der Kursschwankungen kam am Mittwoch eine für Anleger bedeutsame Nachricht: S&P Global Ratings stufte Micron auf BBB+ hoch und vergab einen positiven Ausblick. Erst im Februar hatte die Agentur das Unternehmen auf BBB angehoben, im Mai war bereits Fitch mit einem Upgrade auf BBB+ und stabilem Ausblick vorangegangen.
Als Grund nennt S&P unter anderem einen Schuldentender im März, der die Verschuldung des Unternehmens deutlich reduzierte. Begründet wird die Bonitätsverbesserung zudem mit der anhaltend starken Nachfrage nach KI-Speicherchips, insbesondere High-Bandwidth-Memory-Produkten (HBM), die Micron unter anderem für Nvidias Vera-Rubin-Plattform fertigt.
Bank of America bestätigte parallel ihr Kursziel von 1.550 Dollar mit Kaufempfehlung. Insgesamt bewerten 33 von 41 Analysten die Aktie mit „Strong Buy“ – vor einem Monat waren es noch 31 von 40. Das durchschnittliche Kursziel liegt Berichten zufolge deutlich über dem aktuellen Kursniveau, UBS-Analyst Timothy Arcuri und TD-Cowen-Analyst Krish Sankar zählen zu den optimistischsten Stimmen und verweisen auf langfristige Lieferverträge, die einen erheblichen Teil des künftigen Umsatzes bereits absichern.
Vertragsbasis als Kern der Investment-These
Kern der bullishen Argumentation ist ein Netz aus 16 langfristigen Kundenverträgen, die laut Unternehmensangaben bis 2030 ein kumuliertes Umsatzvolumen von rund 100 Milliarden Dollar abdecken sollen.
Diese Verträge sichern nach Angaben von Micron rund ein Fünftel der DRAM-Produktion und ein Drittel des NAND-Ausstoßes ab – ein Novum für ein Unternehmen, dessen Geschäft traditionell stark zyklisch war. CEO Sanjay Mehrotra bezeichnet Speicher inzwischen als „strategisches Asset“ und rechnet damit, dass der Markt über 2027 hinaus knapp bleibt.
Nicht alle Marktteilnehmer teilen den Optimismus uneingeschränkt. Cathie Woods Ark Invest meidet memory-abhängige KI-Chip-Werte explizit, und der Hedgefonds Bridgewater reduzierte seine Micron-Position im zweiten Quartal um rund 92 Prozent, wie aus 13F-Meldungen hervorgeht.
Auch Insiderverkäufe erreichten zuletzt ein hohes Niveau. Für die kommenden Quartalszahlen, die für den 22. September erwartet werden, rechnet der Konsens mit einem Umsatzsprung auf gut 50 Milliarden Dollar – nach elf Milliarden im Vorjahresquartal.
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