Micron: TD Cowen hebt Ziel auf $660
Micron profitiert von starker KI-Nachfrage und Lobbyarbeit in Washington. Analysten sehen weiteres Potenzial für den Speicherchip-Hersteller.

Kurz zusammengefasst
- Kurserholung nach anfänglichem Schock
- Starke Quartalszahlen von Konkurrenten
- Analysten erhöhen Kursziel deutlich
- Lobbyarbeit für strengere Exportkontrollen
Erst der Schock, dann die Rally. Ein Bericht über massive KI-Ausgaben von OpenAI drückte die Micron-Aktie am Dienstag noch tief ins Minus. Kurz darauf drehte die Stimmung komplett. Der Markt erkannte den wahren Profiteur dieses Investitionsbooms: Speicherchip-Hersteller wie Micron.
Starke Branchendaten treiben den Kurs
Ein robustes Branchenumfeld stützt den Kurs zusätzlich. Konkurrent Seagate meldete einen Gewinn von 4,10 US-Dollar je Aktie. Experten hatten im Vorfeld deutlich weniger erwartet. Auch NXP Semiconductors verzeichnete einen massiven Kurssprung. Diese Zahlen belegen eine hohe Nachfrage nach Speicherchips für Künstliche Intelligenz. Die Micron-Aktie kletterte daraufhin um fast drei Prozent. Sie notiert nun knapp unter ihrem Jahreshoch.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Rückenwind kommt auch von den Analysten. Die Investmentbank TD Cowen hob das Kursziel für Micron auf 660 US-Dollar an. Das entspricht einem Aufschlag von 20 Prozent. Analyst Krish Sankar verweist auf neue langfristige Verträge.
Diese Abkommen sichern dem Konzern hohe Bruttomargen. Für das laufende Mai-Quartal rechnet TD Cowen mit einem Gewinn von 23 US-Dollar je Aktie. Damit läge Micron deutlich über den aktuellen Markterwartungen.
Rekordzahlen durch Strategiewechsel
Die fundamentalen Daten untermauern diesen Optimismus. Im abgelaufenen Quartal pulverisierte der Konzern die Prognosen. Der Umsatz übertraf die Schätzungen massiv. Für das laufende dritte Quartal plant das Management einen Erlös von 33,5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht dem gesamten Jahresumsatz von 2023.
Die Profitabilität steigt rasant. Die Bruttomarge klettert in Richtung 80 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 37 Prozent. Der Grund für diesen Sprung ist ein Strategiewechsel. Micron ersetzt margenschwache Standard-Chips zunehmend durch teure High-Bandwidth-Memory-Bausteine. Diese Spezialchips treiben moderne KI-Beschleuniger an.
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Politische Lobbyarbeit in Washington
Abseits der Börse kämpft Micron an einer politischen Front. Der Konzern treibt in Washington den sogenannten MATCH Act voran. Das Gesetz zielt auf chinesische Konkurrenten ab. Diese nutzten bisher Lücken in den Exportkontrollen für den Kauf von Chip-Ausrüstung.
Das Management überlässt nichts dem Zufall. Führende Micron-Manager trafen sich hinter verschlossenen Türen mit hochrangigen US-Politikern. Ende April passierte der Gesetzentwurf bereits einen wichtigen Ausschuss im Repräsentantenhaus.
Die US-Verbündeten sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Länder wie Japan und die Niederlande müssten ihre Exportregeln für fortschrittliche Halbleitertechnik verschärfen. Ein parteiübergreifender Vorstoß im Senat verleiht dem Vorhaben zusätzliche Dynamik. Das Ziel: Die globale Dominanz der westlichen Chip-Industrie langfristig absichern.
Der Blick auf die kommenden Wochen
Am 20. Mai präsentiert sich das Management auf einer Technologiekonferenz von J.P. Morgan. Investoren erhoffen sich dort konkrete Hinweise zur aktuellen Nachfrage.
Ende Mai schließt Micron dann sein drittes Fiskalquartal ab. Erreicht der Konzern sein ehrgeiziges Umsatzversprechen, festigt er seine Vormachtstellung im KI-Speichermarkt. Eine Enttäuschung dürfte bei dem hohen Kursniveau sofortige Gewinnmitnahmen auslösen.
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