Micron Technology Aktie: 5,36-Prozent-Sturz auf 736,30 Euro
Speicherwerte erleben heftige Korrektur: Micron verliert über 5 Prozent, nachdem SanDisk und Western Digital schwache Prognosen liefern. Analysten bleiben dennoch zuversichtlich.

Kurz zusammengefasst
- Micron verliert über fünf Prozent
- SanDisk und Western Digital enttäuschen
- Analysten sehen KI-Nachfrage intakt
- Rückkaufprogramme als Stütze geplant
Der Ausverkauf bei Speicherchip-Werten erfasst am heutigen Donnerstag auch Micron Technology mit voller Wucht. Das Papier verliert im Handelsverlauf 5,36 Prozent und rutscht auf 736,30 Euro ab – nach einem Schlusskurs von 778,00 Euro am Mittwoch. Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort, der die Aktie in den vergangenen 30 Tagen bereits 10,46 Prozent gekostet hat. Zum 52-Wochen-Hoch, das Ende Juni erreicht wurde, beträgt der Abstand inzwischen 33,29 Prozent.
Auslöser der jüngsten Verkaufswelle sind enttäuschende Ausblicke der Wettbewerber SanDisk und Western Digital. Beide Unternehmen hatten am Mittwoch nach US-Börsenschluss Zahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick stark ausfielen – der Markt reagierte trotzdem negativ. Laut Barron’s verlor Micron im vorbörslichen Handel zunächst 3,3 Prozent, ehe sich die Verluste im Tagesverlauf noch ausweiteten.
SanDisk und Western Digital enttäuschen trotz Rekordzahlen
SanDisk meldete für das vierte Quartal einen Umsatz von 8,97 Milliarden Dollar und übertraf damit den Konsens von 8,48 Milliarden Dollar deutlich. Auch der Gewinn je Aktie von 39,25 Dollar lag klar über der Erwartung von 34,96 Dollar. Der Haken: Der Ausblick für das kommende Quartal blieb hinter den Erwartungen der Wall Street zurück. Western Digital musste im nachbörslichen Handel sogar zweistellige Kursverluste hinnehmen, nachdem auch dort die Prognose enttäuschte.
Die Reaktion der Anleger fiel überproportional heftig aus. Laut der Investors‘ Chronicle hat Micron seit seinem Hoch im Juni bereits rund ein Viertel an Wert verloren, bei Intel sind es knapp 28 Prozent, SanDisk und Western Digital büßten sogar 39 beziehungsweise 27 Prozent ein. Verschärft wurde der Ausverkauf durch einen Hedgefonds namens Situational Awareness, der nach einem Margin Call Positionen abbauen musste – Citadel übernahm Teile davon. Privatanleger zogen binnen drei Tagen rund 555 Millionen Dollar aus entsprechenden Papieren ab.
Der Abwärtsdruck sprang rasch auf Asien über: SK Hynix brach zeitweise um mehr als 9 Prozent ein, Samsung verlor über 6 Prozent, Kioxia rund 8,8 Prozent. CNBC zitiert J.P. Morgan mit der Einschätzung, der KI-Investitionszyklus sei damit keineswegs entgleist – die Korrektur betreffe primär die Bewertung, nicht die zugrunde liegende Nachfrage.
Analysten bleiben trotz Kursverfall zuversichtlich
Bank of America hält an ihrer Kaufempfehlung für Micron fest und bestätigte am heutigen Tag ihr Kursziel von 1.550 Dollar. Die Bank verweist auf eine robuste Cloud- und KI-Nachfrage, die den Kursrückgang nicht rechtfertige. Zwar rechnet BofA damit, dass DRAM- und NAND-Preise bis 2028 um bis zu 10 beziehungsweise 18 Prozent fallen könnten, geht im Basisszenario aber weiterhin von einem Gewinn je Aktie um 150 Dollar aus – selbst im pessimistischen Fall bliebe demnach ein Ergebnis von rund 100 Dollar. Langfristige Lieferverträge könnten nach Einschätzung der Bank 50 bis 70 Prozent der Produktionskapazität abdecken und damit einen Preispuffer schaffen.
Auch Morgan Stanley sieht die aktuelle Speicherknappheit als strukturelles Phänomen, das sich nach eigener Einschätzung über zwei bis drei Jahre hinziehen dürfte. Diese Sichtweise deckt sich mit Berichten, wonach Samsung, SK Hynix und Micron ihre DRAM- und HBM-Fertigungskapazitäten für 2027 bereits weitgehend verkauft haben – getrieben von der Nachfrage aus KI-Rechenzentren nach High-Bandwidth-Memory.
Rückkaufpläne als Kontrapunkt zum Kursrückgang
Während die Aktienkurse fallen, füllen sich bei den Speicherherstellern die Kassen. Micron, SanDisk und Western Digital erzielten im jüngsten Quartal zusammen einen freien Cashflow von 25,9 Milliarden Dollar – fast dreimal so viel wie im Vorquartal mit 9,5 Milliarden Dollar. SanDisk reagierte bereits mit der Ankündigung eines zusätzlichen Aktienrückkaufprogramms über 14 Milliarden Dollar, womit das Gesamtvolumen auf 15,5 Milliarden Dollar steigt.
Micron selbst hält sich mit eigenen Rückkäufen derzeit noch zurück, da eine Beschränkung im Rahmen des CHIPS-Acts entsprechende Programme einschränkt. Diese Restriktion läuft im Dezember aus – Beobachter rechnen anschließend mit umfangreichen Rückkaufaktivitäten des Unternehmens. Firmenchef Sanjay Mehrotra dürfte damit einen Hebel erhalten, um das durch den branchenweiten Ausverkauf gedrückte Kurs-Gewinn-Verhältnis zu adressieren, während die zugrunde liegende Nachfragesituation nach Einschätzung mehrerer Analysehäuser intakt bleibt.
Micron Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron Technology-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:
Die neusten Micron Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron Technology-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Micron Technology: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...