Micron Technology Aktie: Chip-Deal löst Verkaufswelle aus

Micron verliert nach Berichten über mögliche US-Handelslockerungen und schwachem Samsung-Ausblick deutlich. Analysten sehen die Reaktion als übertrieben an.

Felix Baarz ·

Kurz zusammengefasst

  • Kursverlust von 7,3 Prozent
  • Mögliche US-Handelslockerung mit China
  • Samsung-Ausblick belastet Speicherwerte
  • Netlist-Klagen erhöhen rechtlichen Druck

Ein Wochenendbericht reicht, um eine Aktie ins Rutschen zu bringen: Micron Technology verlor am Montag rund 7,3 Prozent, nachdem Berichte über eine mögliche Lockerung der US-Handelspolitik gegenüber China die Runde machten. Demnach könnte die Trump-Administration Apple erlauben, DRAM-Speicher vom chinesischen Hersteller CXMT und NAND-Flash von YMTC zu beziehen. Für Micron wäre das ein Angriff auf eine zentrale Kundenbeziehung.

Die Aktie eröffnete bei 935,35 Dollar und fiel im Tagesverlauf bis auf 887,61 Dollar — nah an die charttechnische Unterstützung bei etwa 891,50 Dollar, die Analysten als wichtige Marke im Blick haben.

Lynx-Analyst KC Rajkumar hält die Reaktion für übertrieben: CXMT sei bislang nur für ein einziges Mac-Produkt mit geringem Volumen und schwacher Ausbeute qualifiziert. Die anfängliche Schockreaktion reichte dennoch aus, um Verkäufe bis in die reguläre Handelssitzung hinein zu befeuern.

Samsung und Netlist verschärfen den Druck

Verstärkt wurde die Bewegung durch Samsung. Der südkoreanische Konkurrent enttäuschte am Wochenende mit seinem Kapitalrückführungsplan für 2026 und löste damit einen breiten Ausverkauf bei asiatischen Speicherchip-Werten aus, der auch auf Micron als Sympathie-Reaktion abfärbte.

Speicherchip-Aktien hatten sich nach ihrem scharfen Einbruch im Juli zuvor kräftig erholt — Micron, SanDisk und SK Hynix legten von ihren Korrekturtiefs aus 25 bis 30 Prozent zu. Diese Erholung gerät nun ins Wanken.

Hinzu kommt juristischer Gegenwind: Die Patentverwertungsfirma Netlist verfolgt neue Klagen vor der US-Handelskommission ITC und vor Bundesgerichten gegen Microns DDR5-RDIMM- und MRDIMM-Produkte. Ziel sind Ausschlussanordnungen, die bestimmte Speicherlinien vom US-Import und -Verkauf ausschließen könnten — ein rechtlicher Belastungsfaktor, der über mehrere Handelstage hinweg für Verkaufsdruck sorgt.

Der breite Markt konnte den Ausschlag nicht erklären: Der Nasdaq gab lediglich ein Prozent nach, der S&P 500 nur 0,4 Prozent. Microns Kursverlust fiel damit deutlich stärker aus als die allgemeine Techschwäche — ein Hinweis darauf, dass unternehmensspezifische Sorgen und nicht der Gesamtmarkt die Bewegung trieben.

Trotz des Rückschlags bleibt das fundamentale Bild intakt. Analysten halten überwiegend an Kaufempfehlungen fest, die Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Niveau. Der nächste Quartalsbericht wird für Ende September erwartet und soll laut bisherigen Einschätzungen weiteres Wachstum bei Umsatz und Gewinn zeigen, getrieben von der anhaltenden Nachfrage nach KI-Speicherchips.

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Micron Technology Aktie

769,00 EUR

– 59,80 EUR -7,22 %
KGV 21,83
KUV 11,83
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,05 %
Marktkapitalisierung 1,09 Bio. EUR
Ø Kursziel 1.515,11 USD
ISIN: US5951121038 WKN: 869020

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