Micron Technology Aktie: KI-Skepsis schlägt zu!
Micron verlor auf Wochensicht rund 15 Prozent; zugleich stehen Tarifgespräche und ein möglicher Arbeitskampf in Taiwan im Fokus.
Kurz zusammengefasst
- Tagesverlust von 5,9 Prozent
- Rund 15 Prozent Wochenminus
- Gewerkschaft stimmt für Arbeitskampfmaßnahmen
- Kundgebung für den 19. Oktober angekündigt
Die Aktie von Micron Technology hat am Freitag im Sog einer breiten Verkaufswelle im Halbleiterbereich deutlich nachgegeben. Das Papier verbilligte sich zum Handelsschluss um 5,9 Prozent auf 781,80 Euro.
Wie die Nachrichtenagentur AP meldete, zählten Chiphersteller zu den größten Verlierern am Markt, nachdem bei Anlegern zunehmend Skepsis hinsichtlich der Dauerhaftigkeit massiver Investitionen in künstliche Intelligenz und deren schuldenbasierter Finanzierung aufkam.
Wachsende Vorsicht vor großen Ausgaben
Der jüngste Rücksetzer fügt sich in eine schwächere Phase der gesamten Chipbranche ein. Auf Wochensicht verlor der Titel rund 15 Prozent an Wert. Medienberichten zufolge wächst an den Finanzmärkten die Nervosität bezüglich der umfangreichen Ausgabenpläne für KI-Infrastruktur.
Die Erwartungen an die Halbleiterbranche bleiben dabei außerordentlich hoch: Nach Erhebungen von Axios sollten allein Micron, Nvidia und Broadcom knapp 40 Prozent des gesamten Gewinnwachstums im S&P 500 für das dritte Quartal liefern.
Parallel dazu sorgten Meldungen über technologische Fortschritte des chinesischen Speicherherstellers CXMT für Unruhe unter den Marktteilnehmern. Die Analysten der US-Bank Citi stuften diese Sorgen mit Blick auf eine ältere Fertigungsstufe und den erwarteten Produktionszeitplan jedoch als kurzfristig übertrieben ein.
Tarifkonflikt in Taiwan und anstehende Termine
Neben dem schwierigen Branchenumfeld sieht sich das Management mit Unruhe an wichtigen Produktionsstandorten konfrontiert. In Taiwan rief Präsident Lai Ching-te das Unternehmen und die Beschäftigten zu aufrichtigen Verhandlungen auf, um einen möglichen Streik im Streit um Bonuszahlungen abzuwenden.
Bei einer Urabstimmung der Gewerkschaft in Taoyuan hatten 1.994 Mitglieder – was einer Quote von 99 Prozent der Abstimmenden entsprach – für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt.
Ein konkreter Streiktermin steht bislang nicht fest. Für den 19. Oktober kündigten die Arbeitnehmervertreter eine Kundgebung an, betonten jedoch, dass es sich dabei noch nicht um einen Streik handle. Micron erklärte, man sei weiterhin zu einem konstruktiven Austausch mit der Belegschaft bereit.
Unterstützung liefert hingegen das operative Fundament: Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte der Vorstand zuletzt einen Umsatz von 61,5 Milliarden Dollar in Aussicht, mit einer Spanne von plus/minus 1,5 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 38,15 Dollar liegen.
Analyst Gil Luria von DA Davidson hob am 7. Oktober sein Kursziel für den Titel auf 3.000 Dollar an und bekräftigte seine Kaufempfehlung unter Verweis auf eine mehrjährige Wachstumsphase durch die anhaltende Nachfrage nach KI-Speicher. Am 29. Oktober steht zudem die Auszahlung der Quartalsdividende von 0,15 Dollar je Anteilsschein an.
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