Micron Technology Aktie: Kosten dämpfen den Ausblick
Micron stellt für das erste Geschäftsquartal Umsatz und Gewinn über den bisherigen Analystenschätzungen in Aussicht.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzziel von 60 bis 63 Milliarden Dollar
- Gewinn je Aktie soll 37,15 bis 39,15 Dollar erreichen
- Bruttomarge soll auf 86,3 Prozent sinken
- Micron-Aktie steigt nachbörslich knapp 0,4 Prozent
Die Zahlen sind stark, der Ausblick ebenfalls. Trotzdem zieht die Micron-Aktie nicht mit. Der Markt hatte offenbar schon viel eingepreist, und ein Warnhinweis zu steigenden Kosten trübt die Stimmung.
Ausblick übertrifft die Erwartungen
Der KI-Boom mit steigenden Verkaufspreisen treibt das Geschäft des Speicherchipherstellers kräftig an. Für das erste Geschäftsquartal peilt Micron einen bereinigten Umsatz von 60 bis 63 Milliarden Dollar an. Analysten hatten bisher mit knapp 57 Milliarden Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 37,15 bis 39,15 Dollar erreichen, erwartet worden waren gut 36 Dollar.
Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz um knapp 31 Prozent zum Vorquartal. Im Jahresvergleich hat er sich fast verfünffacht. Der Gewinn lag mit 37,7 Milliarden Dollar rund zwölfmal so hoch wie vor einem Jahr.
Die Marge gibt leicht nach
Einen Dämpfer gibt es bei der Profitabilität. Die Bruttomarge soll von 87 auf 86,3 Prozent sinken. Finanzchef Mark Murphy führte das vor allem auf höhere Mitarbeitervergütungen zurück.
Das Niveau bleibt extrem hoch, doch die Richtung stört. Marktbeobachter Stephen Innes nannte den Speicherboom „nachhaltiger, aber auch teuer“. Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht es kritischer: Die Hoffnung, Microns Bilanz könne neue KI-Euphorie entfachen und den Markt von den Renditen ablenken, sei nicht aufgegangen.
Aktie und Sektor ohne Schwung
Die Aktie legte nachbörslich nur knapp 0,4 Prozent auf rund 1.069 Dollar zu. Vorbörslich schwankte sie zwischen leichtem Plus und Minus. Sie hat sich in diesem Jahr fast vervierfacht, das Rekordhoch vom Juni liegt bei 1.255 Dollar.
In Europa verpuffte der erste Rückenwind. Infineon stieg zunächst um bis zu 3,5 Prozent auf ein Hoch seit Mitte August, gab einen Großteil aber wieder ab. Anziehende Ölpreise und steigende Anleiherenditen belasteten den Gesamtmarkt. Aixtron, Suss Microtec, Jenoptik und Siltronic rutschten ins Minus, nur PVA TePla blieb im Plus.
Die US-Konkurrenz zeigte sich robuster. Nvidia, AMD, Marvell und Intel lagen vorbörslich mit bis zu 1,5 Prozent im Plus. Für Micron zählt damit vorerst die Marke von 1.255 Dollar: Erst oberhalb des Junihochs wäre der Markt bereit, die höheren Gewinnziele zusätzlich einzupreisen.
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