Micron Technology Aktie: Netlist-Deal kostet 600 Millionen
Micron erhält fünf Jahre Patentnutzung und zahlt bis 2031 insgesamt 600 Millionen Dollar in Quartalsraten.

Kurz zusammengefasst
- Fünfjährige Lizenz für Netlist-Patente
- Quartalsraten von jeweils 30 Millionen Dollar
- Aktienrückkäufe ab 9. Dezember möglich
- 25 Kaufempfehlungen unter 26 Analystenurteilen
Micron beendet einen langen Patentstreit und zahlt dafür. Der Speicherchip-Hersteller hat mit Netlist Lizenz- und Vergleichsvereinbarungen geschlossen, die alle anhängigen Verfahren zwischen beiden Unternehmen beilegen sollen. Die Aktie notierte vorbörslich leicht im Plus bei rund 1.070 Dollar.
Lizenz gegen Quartalszahlungen
Micron erhält eine fünfjährige Lizenz auf das Patentportfolio von Netlist. Es umfasst Patente zu Server-DIMMs und zu High Bandwidth Memory, also genau jener Technologie, die Microns aktuelles Wachstum trägt. Im Gegenzug zahlt Micron von Ende 2026 bis zum dritten Quartal 2031 jeweils 30 Millionen Dollar pro Quartal, insgesamt 600 Millionen Dollar.
Für einen Konzern mit Rekord-Cashflow ist das verkraftbar. Der Vergleich schafft Rechtssicherheit bei HBM, wo Micron nach eigenen Angaben bereits den Großteil der Produktion für 2027 vertraglich gebunden hat.
Cashflow als Polster
Im August-Quartal erzielte Micron einen bereinigten freien Cashflow von 33,2 Milliarden Dollar. Für das erste Geschäftsquartal 2027 stellt Finanzchef Mark Murphy einen Wert deutlich darüber in Aussicht. Gemessen daran wirken die Netlist-Zahlungen wie eine Randnotiz.
Interessanter ist, was mit dem Geld geschieht. Eine Beschränkung aus den CHIPS-Act-Fördervereinbarungen bremst bislang die Aktienrückkäufe, sie läuft im Dezember aus. Als Startpunkt nannte Murphy den 9. Dezember. Die aktuelle Ermächtigung beträgt 2,2 Milliarden Dollar, eine höhere will er in naher Zukunft beantragen. Die Quartalsdividende liegt bei 0,15 Dollar je Aktie.
Bewertung nach der Rally
Die Aktie hat 2026 bislang rund 273 Prozent zugelegt. Zuletzt lag sie jedoch etwa 15 Prozent unter dem Junihoch. Marktbeobachter werten diese Bewertungskompression bei KI-Schwergewichten als Zeichen von Nüchternheit, nicht von Blasenbildung.
Unter den Analysten überwiegt der Optimismus. Bei 26 Einschätzungen sind 25 Kaufempfehlungen darunter, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.581,40 Dollar. Mizuho-Analyst Jordan Klein hält Speicheraktien für „dirt cheap“, weil sich der freie Cashflow stark beschleunigen dürfte. Einen grundlegenden Wendepunkt sieht er in den Zahlen allerdings nicht.
Ein Risiko benennt Micron selbst: Drehen die Preise, wenn das Angebot schneller wächst als die Nachfrage, würde das die Cashflow-Story treffen. Die ersten Wafer aus den neuen Fabriken werden Mitte 2027 erwartet. Bis dahin bleibt der Markt eng, und Micron hat ab dem 9. Dezember freie Hand für Rückkäufe.
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