Micron Technology Aktie: Rekordrückkauf trifft auf Chip-Verkaufswelle
Trotz des genehmigten Rückkaufs gerät Microns Aktie durch den Verkaufsdruck bei Speicherchips und KI-Werten unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Rückkaufrahmen umfasst 35,16 Milliarden Dollar
- Käufe frühestens ab 9. Dezember möglich
- CXMT plant neue DRAM- und Serverspeicher
- Quartalsumsatz stieg um 379 Prozent
Micron hat ein Rückkaufprogramm von 35,16 Milliarden Dollar genehmigt, das größte der Firmengeschichte. Die Aktie steht dennoch unter Druck: Eine Verkaufswelle bei Speicherchips und KI-Werten belastet den Kurs vorbörslich weiter.
Rekordprogramm mit Startdatum im Dezember
Der Verwaltungsrat beschloss das Programm am 8. Oktober, wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht. Es setzt sich aus zusätzlichen 33 Milliarden Dollar und restlichen 2,16 Milliarden Dollar des Programms von 2018 zusammen. Dessen Volumen lag damals bei zehn Milliarden Dollar.
Los geht es frühestens am 9. Dezember. Micron hatte 2024 Fördergelder aus dem CHIPS Act erhalten, die große Rückkäufe bis zum zweiten Jahrestag der Vereinbarung bremsen. Eine Ermächtigung bleibt zudem ein Rahmen: Micron darf kaufen, muss aber nicht.
Die Größenordnung folgt einer Formel. Der Rahmen entspricht im Kern dem bereinigten Free Cashflow des jüngsten Quartals von 33,2 Milliarden Dollar, abzüglich der CHIPS-Gelder und der Dividenden. Gemessen am Börsenwert von rund 1,12 Billionen Dollar sind das gut drei Prozent.
Analysten hatten mit weniger gerechnet. Krish Sankar von TD Cowen erwartete ein Volumen von 20 Milliarden Dollar. Auch SK Hynix liegt mit genehmigten rund 29 Milliarden Dollar dahinter, obwohl der Konkurrent mehr Marktanteil hält.
Gegenwind aus Asien und von der Finanzierung
Zum Zeitpunkt der Rückkaufmeldung half das dem Kurs nicht. Am Montag schloss die Aktie 3,88 Prozent tiefer bei 989 Dollar, vorbörslich ging es um knapp drei Prozent weiter nach unten. Das Rekordhoch von 1.255 Dollar vom 25. Juni liegt damit mehr als 21 Prozent entfernt. Seit Jahresbeginn steht trotzdem noch ein Plus von mehr als 246 Prozent zu Buche.
Auslöser der Schwäche ist der chinesische Speicherhersteller CXMT. Er will einen neuen DRAM-Typ und bis Jahresende einen leistungsfähigeren Serverspeicher auf den Markt bringen. In Südkorea fiel der Kospi zeitweise um mehr als sieben Prozent, SK Hynix und Samsung verloren zwischenzeitlich rund neun Prozent.
Ob CXMT industriell konkurrenzfähig ist, muss sich erst zeigen. Zudem fragt sich, ob westliche Kunden ihre Speicherversorgung von einem chinesischen Anbieter abhängig machen wollen.
Hinzu kommt die Warnung von Broadcom-Chef Hock Tan. Die Finanzierung des KI-Ausbaus könnte zum größeren Engpass werden als die Verfügbarkeit von Chips. Das hohe Zinsniveau verschärft das Bild: Die Zehnjahresrendite in den USA liegt knapp unter 5,20 Prozent.
Was die Fundamentaldaten sagen
Operativ läuft es für Micron glänzend. Das knappe Angebot an KI-Speicher ließ den Umsatz im jüngsten Quartal um 379 Prozent auf 54,23 Milliarden Dollar steigen. Kritiker verweisen allerdings darauf, dass der Konzern nach einer Kursverdreifachung zurückkauft, mitten in einem womöglich zyklischen Hoch.
Am Mittwoch stehen US-Inflationsdaten an. Sie zeigen, wie stark die gestiegenen Energiepreise durchschlagen, und könnten die Zinsdebatte und damit die Bewertung von Chipwerten neu beeinflussen.
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