Microsoft: 8.500 Mitarbeiter zur Trennung angeboten

Microsoft legt Quartalszahlen vor: Azure-Wachstum, neuer OpenAI-Vertrag und erstmaliges Abfindungsprogramm prägen den Ausblick.

Dieter Jaworski ·
Microsoft Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Erstes freiwilliges Abfindungsprogramm für US-Mitarbeiter
  • OpenAI-Partnerschaft grundlegend neu strukturiert
  • Azure-Wachstum von 39 Prozent als Kurstreiber
  • Aktie unter Druck vor Zahlenvorlage

Drei Entwicklungen, ein Handelstag: Microsoft meldet heute nach US-Börsenschluss seine Quartalszahlen — und der Kontext ist ungewöhnlich dicht. Ein historisches Abfindungsprogramm, eine neu verhandelte OpenAI-Partnerschaft und ein Azure-Wachstumsziel, das Analysten bereits auf die Goldwaage legen.

Freiwillige Abfindungen — ein Novum für Microsoft

Erstmals in seiner 51-jährigen Geschichte bietet Microsoft einem Teil der US-Belegschaft eine freiwillige Trennung an. Rund 8.500 Mitarbeiter — etwa 7 Prozent der US-Belegschaft — können das Programm nutzen. Voraussetzung: Alter plus Dienstjahre ergeben mindestens 70. Betroffen sind Mitarbeiter bis zur Ebene Senior Director. Wer auf einem Verkaufsincentive-Plan sitzt, ist ausgeschlossen.

Die vollständigen finanziellen Konditionen hat Microsoft nicht offengelegt. Bekannt ist: Krankenversicherung gehört dazu, und Teilnehmer unterliegen keinen Beschäftigungsverboten. Details erhalten Berechtigte am 7. Mai.

Der Hintergrund ist wenig überraschend. Microsoft plant für das laufende Geschäftsjahr Investitionsausgaben zwischen 110 und 120 Milliarden Dollar — deutlich mehr als die rund 80 Milliarden des Vorjahres. Dieser Aufwand für KI-Rechenzentren zwingt den Konzern, an anderer Stelle Kosten zu disziplinieren.

OpenAI-Deal neu verhandelt

Zwei Tage vor den Quartalszahlen haben Microsoft und OpenAI ihre Partnerschaft grundlegend umstrukturiert. Die Lizenz auf OpenAIs geistiges Eigentum läuft bis 2032 — künftig aber nicht mehr exklusiv. Microsoft zahlt OpenAI keine Umsatzbeteiligung mehr für Copilot-Produkte. OpenAIs Anteil an Microsoft-Erlösen läuft hingegen bis 2030 weiter, mit einer vereinbarten Obergrenze.

Das hat eine direkte Wirkung auf die Marge. Ohne den Umsatzabfluss an OpenAI verbessert sich die operative Bruttomarge von Copilot spürbar. Die Kehrseite: OpenAI kann seine Modelle jetzt auch an Amazons Cloud-Dienste oder andere Wettbewerber lizenzieren.

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Die entscheidende Zahl: Azure-Wachstum

Der Konsens erwartet einen Umsatz von 81,43 Milliarden Dollar — ein Plus von 16,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Gewinn je Aktie liegt die Schätzung bei 4,06 Dollar. Microsoft selbst hat für Azure ein Wachstum von 37 bis 38 Prozent in konstanten Währungen in Aussicht gestellt.

Morgan Stanley setzt die Messlatte höher: 39 Prozent gelten als die Zahl, die den Kurs wirklich bewegen würde. Das Besondere dabei — Azures Wachstum ist derzeit nicht nachfrage-, sondern angebotsbegrenzt. Mehr Kapazität bedeutet direkt mehr Umsatz.

Ein Signal in diese Richtung lieferte CEO Satya Nadella bereits am 16. April. Das Fairwater-Rechenzentrum in Wisconsin ging früher als geplant in Betrieb. Der Campus ist Teil eines Investitionsprogramms von mehr als 7 Milliarden Dollar im Bundesstaat und verbindet hunderttausende GB200-Chips zu einem einzigen Cluster.

Kurs unter Druck, Erwartungen hoch

Die Aktie notiert rund 10 Prozent unter ihrem Stand zu Jahresbeginn und liegt damit etwa 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Wie empfindlich der Markt auf Enttäuschungen reagiert, zeigte sich zuletzt deutlich: Nach den Q2-Zahlen brach der Kurs nachbörslich um fast 10 Prozent ein — trotz solider Ergebnisse. Der Auslöser war damals die Guidance.

Heute Abend dürfte es ähnlich laufen. Ob Azure die 39-Prozent-Marke knackt und wie Microsoft die Kapitalausgaben für den Rest des Jahres kommentiert, wird mehr zählen als jede Headline-Zahl.

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Microsoft Aktie

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Sektor Technologie
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ISIN: US5949181045 WKN: 870747

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