Microsoft Aktie: 17,7 Milliarden für Rückkäufe
Trotz Rekordumsatz und milliardenschweren Aktienrückkäufen verliert die Microsoft-Aktie in einer Woche fast sieben Prozent an Wert.

Kurz zusammengefasst
- Wochenverlust von fast sieben Prozent
- Milliardenschwere Aktienrückkäufe laufen
- Neue KI-Modelle auf der Build-Konferenz
- Kurs unter wichtigen Durchschnittslinien
Starke Quartalszahlen, milliardenschwere Aktienrückkäufe, neue KI-Modelle — und trotzdem ein Wochenverlust von fast sieben Prozent. Bei Microsoft klaffen Fundamentaldaten und Kursentwicklung derzeit weit auseinander.
Kapitalrückflüsse bremsen den Fall nicht
Am Freitag schloss die Microsoft-Aktie bei 337,85 Euro. Das entspricht einem minimalen Tagesplus von 0,27 Prozent — nach einer Woche, die mit minus 6,59 Prozent zu Buche schlägt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 16,29 Prozent.
Dabei fehlt es nicht an Kapitalrückflüssen. Microsoft zahlte am 11. Juni eine Quartalsdividende von 0,91 Dollar je Aktie aus. Für die neun Monate bis Ende März kaufte das Unternehmen eigene Aktien im Wert von 17,7 Milliarden Dollar zurück. Von dem 60-Milliarden-Dollar-Rückkaufprogramm sind noch 44 Milliarden Dollar offen.
Kein Wunder, dass Anleger dennoch nervös bleiben: Rückkäufe und Dividenden stabilisieren den Kurs nicht, wenn das übergeordnete Sentiment fehlt.
Technisches Bild bleibt angespannt
Die Aktie notiert unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts bei 352,84 Euro und weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt bei 389,03 Euro. Der RSI liegt bei 38,2 — noch kein klassisches Überverkauft-Signal, aber klar im schwachen Bereich.
Zum 52-Wochen-Hoch vom Oktober 2025 fehlen fast 30 Prozent. Das Märztief bei 309,35 Euro bleibt die nächste relevante Unterstützung auf der Unterseite.
Erschwerend kommt hinzu: Der breite US-Markt legte am Freitag zu. S&P 500 und Dow Jones stiegen um 0,5 beziehungsweise 0,7 Prozent. Microsoft blieb zurück — trotz anhaltend starker Nachfrage nach KI-Titeln.
Wachstum ja, Vertrauen nein
Die Fundamentaldaten sind unbestreitbar stark. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres erzielte Microsoft einen Umsatz von 82,9 Milliarden Dollar — ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie stieg auf GAAP-Basis um 23 Prozent auf 4,27 Dollar. Azure wuchs um 40 Prozent.
Parallel präsentierte Microsoft auf der Build-Konferenz Anfang Juni eine Reihe neuer Produkte: sieben hauseigene KI-Modelle, darunter MAI-Thinking-1 als erstes eigenes Reasoning-Modell. Die Work-IQ-APIs sollen am 16. Juni allgemein verfügbar werden. Dazu kommt der Majorana-2-Quantenchip mit einer tausendfach höheren Zuverlässigkeit gegenüber der Vorgängergeneration.
Allerdings belastete in derselben Woche ein Sicherheitsvorfall das Bild. Microsoft sperrte vorübergehend Dutzende Open-Source-Projekte auf GitHub, nachdem Schadcode in mehreren Repositories entdeckt worden war. Betroffen waren vor allem Azure-nahe Tools und Entwicklungsumgebungen für KI-Anwendungen. Der finanzielle Schaden ist überschaubar — das Vertrauen in die Entwicklerplattform steht jedoch unter Beobachtung.
Das eigentliche Problem ist kein Mangel an Wachstum. Der Markt zweifelt, ob Microsofts massive KI-Investitionen schnell genug in Erträge umgemünzt werden. Solange diese Frage offen bleibt, dürfte der Kurs unter Druck bleiben — unabhängig davon, wie stark Azure wächst.
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