Microsoft Aktie: 18-Prozent-Absturz im Juni

Microsoft-Aktie erlebt schwersten Monatsverlust seit 2000. BIZ warnt vor KI-Investitionsblase und zirkulärer Finanzierung.

Redaktion Stock-World ·
Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die den Technologiesektor mit einem starken Abwärtstrend darstellt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Schwerster Kursrutsch seit Dezember 2000
  • BIZ warnt vor KI-Investitionsblase
  • Freier Cashflow sinkt trotz Cloud-Wachstum
  • Michael Burry setzt auf Kurserholung

Ein leichtes Plus von 0,79 Prozent auf 325,40 Euro reicht nicht aus. Microsoft beendet den Juni 2026 mit einem historischen Minus. Auf Monatssicht verlor das Papier fast 18 Prozent.

Es ist der steilste Absturz seit Dezember 2000. Die gesamte Tech-Branche leidet. Die „Magnificent Seven“ vernichteten im Juni rund 2,3 Billionen Dollar an Marktwert.

Zentralbank warnt vor KI-Blase

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) schlägt Alarm. Analysten der Zentralbank warnen vor dem Investitionsboom bei Künstlicher Intelligenz. Sie vergleichen die massiven Ausgaben der großen Tech-Konzerne mit der Dotcom-Blase.

Für die Jahre 2025 und 2026 planen die Anbieter Investitionen von über einer Billion Dollar. Diese Summe übersteigt die kombinierten Gewinne und freien Cashflows der Unternehmen. Die BIZ sieht ein weiteres Risiko in der zirkulären Finanzierung. Tech-Riesen investieren in KI-Startups. Diese kaufen mit dem frischen Geld wiederum Cloud-Dienste der Investoren. Ein gefährlicher Kreislauf.

Hohe Kosten, sinkender Cashflow

Marktbeobachter wie Dan Ives von Wedbush sprechen von einem Luftloch. Diese Phase dürfte sechs bis zwölf Monate dauern. Konzerne bauen teure Infrastruktur auf. Echte Einnahmen aus KI-Anwendungen lassen derweil auf sich warten.

Die Zahlen von Microsoft belegen diesen Trend. Der Cloud-Umsatz wuchs zuletzt stark auf 54,5 Milliarden Dollar. Parallel dazu explodierten die Investitionsausgaben um 84 Prozent. Die Folge: Der freie Cashflow sank spürbar ab.

Investoren schichten ihr Kapital deshalb um. Software- und Plattformanbieter verlieren an Wert. Das Geld fließt stattdessen in die Halbleiterindustrie. Chiphersteller profitieren von der sofortigen Nachfrage nach Hardware für neue Rechenzentren.

Burry kauft, Anleger klagen

Durch den Ausverkauf ist die Microsoft-Aktie deutlich günstiger geworden. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 21 — ein Mehrjahrestief. Vom Rekordhoch bei 478,10 Euro ist der Kurs mittlerweile fast 32 Prozent entfernt.

Einige Großinvestoren sehen hier eine Chance. Der bekannte Fondsmanager Michael Burry kaufte kürzlich Call-Optionen auf Microsoft. Er wettet auf steigende Kurse. Operativ baut der Konzern sein Angebot aus. Microsoft integriert nun auch die Claude-Modelle von Anthropic in seine Azure-Cloud.

Allerdings droht juristischer Ärger. Eine neue Sammelklage wirft Microsoft vor, Investoren über das Wachstum von Azure und dem Copilot-Assistenten getäuscht zu haben. Bis zum 11. August 2026 müssen sich Kläger anschließen. Spätestens dieser Termin bringt das nächste konkrete Risiko für den Aktienkurs.

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Microsoft Aktie

464,45 EUR

– 8,65 EUR -1,83 %
KGV 27,67
KUV 11,69
Sektor Technologie
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 3,88 Bio. USD
Ø Kursziel 601,73 USD
ISIN: US5949181045 WKN: 870747

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