Microsoft Aktie: 3-Milliarden-Deal mit Oracle geplatzt
Microsofts geplanter Drei-Milliarden-Deal mit Oracle scheitert an fehlendem Sicherheitszertifikat. Zugleich führt der Konzern ein nutzungsbasiertes KI-Bezahlmodell ein.

Kurz zusammengefasst
- Oracle-Deal über drei Milliarden Dollar gescheitert
- Neues Bezahlmodell: Copilot Credits eingeführt
- DeepSeek V4 als günstigere KI-Alternative getestet
- Microsoft-Aktie seit Jahresbeginn im Minus
Künstliche Intelligenz kostet Geld. Sehr viel Geld. Microsoft zieht nun die Reißleine bei den ausufernden Infrastrukturkosten. Ein milliardenschwerer Cloud-Deal mit Oracle steht vor dem Aus. Parallel dazu baut der Software-Riese sein Bezahlmodell für Firmenkunden massiv um.
Streit um Server-Kapazitäten
Eigentlich wollte Microsoft Serverkapazitäten für drei Milliarden US-Dollar bei Oracle anmieten. Die Verhandlungen sind laut Insidern gescheitert. Der Grund: Oracles Cloud-Infrastruktur fehlt offenbar ein wichtiges Sicherheitszertifikat. Ohne diese FedRAMP-Zulassung darf Microsoft keine sensiblen Daten der US-Regierung dorthin auslagern.
Oracle bestreitet diese Darstellung. Ein Sprecher bezeichnete die Berichte als inakkurat und verwies auf laufende Partnerschaften. Microsoft schweigt zu den Gerüchten.
Neues Bezahlmodell für KI
Im gleichen Schritt ändert Microsoft seine Preispolitik. Das neue Werkzeug Copilot Cowork ist ab sofort verfügbar. Mehr als die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen nutzt die Software bereits. Bisher zahlten Kunden feste Abo-Preise.
Das ändert sich jetzt. Microsoft führt ein nutzungsbasiertes Modell ein. Firmenkunden kaufen künftig Copilot Credits für einen US-Cent pro Stück. Die Folge: Wer die KI intensiv nutzt, zahlt deutlich mehr. Der Konzern reagiert damit auf die enormen Rechenkosten der Sprachmodelle von OpenAI und Anthropic.
Günstigere Modelle und eigene Server
Um die Ausgaben weiter zu drücken, testet das Management neue Wege. Microsoft prüft den Einsatz von DeepSeek V4. Das chinesische Open-Source-Modell soll einfache Aufgaben übernehmen und teure High-End-Modelle entlasten. Aus Sicherheitsgründen läuft die Software komplett auf den eigenen Azure-Servern.
Langfristig will Microsoft ohnehin unabhängiger werden. Für das Geschäftsjahr 2026 plant das Unternehmen Investitionen von rund 190 Milliarden US-Dollar. Das Geld fließt direkt in den Ausbau eigener Rechenzentren.
An der Börse sorgen die massiven Ausgaben für Zurückhaltung. Die Microsoft-Aktie schloss am Dienstag bei 339,50 Euro. Damit notiert das Papier fast 29 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 16 Prozent auf der Anzeigetafel.
Der RSI-Wert von 40,4 signalisiert eine Annäherung an den überverkauften Bereich. Die Umstellung auf das nutzungsbasierte Bezahlmodell entscheidet nun direkt über die Margen im zweiten Halbjahr. Gelingt dieser Schritt, rechnet sich der gigantische Infrastruktur-Ausbau für die Aktionäre.
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