Microsoft Aktie: 30 Millionen Copilot-Konten
Microsofts Cloud-Sparte wächst rasant: Azure übertrifft 100 Mrd. Dollar, Copilot zählt 30 Mio. Nutzer. Analysten bleiben zuversichtlich.

Kurz zusammengefasst
- Azure-Wachstum von 43 Prozent
- Copilot: 30 Millionen zahlende Nutzer
- Auftragsbestand steigt auf 678 Mrd.
- Kurs trotz starker Zahlen schwach
Microsoft rückt mit frischen Geschäftszahlen zur Cloud-Sparte in den Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Laut LS Securities wuchs Azure im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr und überschritt damit erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz.
Parallel meldet Microsoft für die 365-Copilot-Anwendung 30 Millionen zahlende Konten – ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Auftragsbestand im Commercial-Geschäft kletterte auf 678 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 84 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auch ohne die OpenAI-Position bleibt mit 25 Prozent Wachstum ein deutliches Plus.
Diese Zahlen untermauern, warum institutionelle Investoren zuletzt ihre Positionen anpassten. Mehrere Vermögensverwalter bauten ihre Microsoft-Bestände im zweiten Quartal 2026 aus, darunter Pacific Excel Wealth Advisors mit einer Aufstockung um über 300 Prozent, während andere Häuser wie Paul R. Ried Financial Group oder Neville Rodie & Shaw ihre Anteile leicht reduzierten.
Insider verkauften in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von rund 17,26 Millionen Dollar. Die Analystengemeinde bewertet den Titel überwiegend positiv: Der Konsens lautet „Moderate Buy“ bei einem durchschnittlichen Kursziel von 560,27 Dollar.
Kapitalintensive KI-Strategie mit Milliardenbeträgen
Die starken Cloud-Zahlen fallen in eine Phase, in der die gesamte Technologiebranche massiv in Rechenzentren investiert. Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta wollen 2026 zusammen rund 735 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben.
Auf Microsoft entfällt davon laut Schätzungen ein Betrag von mehr als 120 Milliarden Dollar. Goldman Sachs beziffert die globalen Ausgaben für KI-Infrastruktur auf etwa eine Billion Dollar, wovon der US-Anteil zwischen 630 und 745 Milliarden Dollar liegen soll.
Diese Investitionswelle kommt nicht nur den Hyperscalern selbst zugute, sondern auch Zulieferern aus der Industrie: Unternehmen wie Caterpillar, Eaton und GE Vernova verzeichneten im zweiten Quartal deutliche Umsatzsteigerungen im Datacenter-Geschäft.
Für Microsoft bedeutet das enorme Investitionsvolumen zugleich eine Wette auf anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Rechenleistung – eine Erwartung, die auch Jefferies mit Blick auf Nvidia, Microsoft, Amazon und SpaceX als „felsenfest“ bezeichnete.
Kursreaktion bleibt verhalten
Trotz der positiven operativen Entwicklung zeigt sich die Aktie zuletzt zurückhaltend. Im deutschen Handel notiert das Papier bei 413,25 Euro, nach einem Rückgang von 0,4 Prozent am heutigen Donnerstag und einem Minus von 4,0 Prozent auf Wochensicht.
Der Titel bleibt damit rund 14 Prozent von seinem 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro entfernt, notiert aber zugleich deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 370,51 Euro.
Die Diskrepanz zwischen starken operativen Kennzahlen und der jüngsten Kursabkühlung dürfte Anleger vor allem eine Frage stellen: Wie viel der künftigen Wachstumsstory ist im aktuellen Bewertungsniveau bereits eingepreist? Die Copilot-Zahlen liefern zumindest ein Argument dafür, dass die Monetarisierung der KI-Investitionen tatsächlich Fahrt aufnimmt – auch wenn der breite Markt aktuell eine Verschnaufpause einlegt.
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