Microsoft Aktie: 4.800 Stellen abgebaut, 2,1 Prozent der Belegschaft

Microsoft und OpenAI bekräftigen Zusammenarbeit mit GPT-5.6 für Copilot. Analysten sehen Widerspruch zu Sparplänen. Aktie erholt sich leicht.

Redaktion Stock-World ·
Ein weitläufiges, modernes Büro mit leeren Schreibtischen, gedämpftes Licht, das eine Atmosphäre der Umstrukturierung und Unsicherheit vermittelt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • OpenAI bestätigt Partnerschaft mit Microsoft
  • GPT-5.6 wird neues Copilot-Modell
  • Microsoft baut 4.800 Stellen ab
  • Argus senkt Kursziel auf 510 Dollar

Microsoft und OpenAI sollten sich angeblich entzweien. Stattdessen präsentieren beide Konzerne pünktlich zum Wochenende einen neuen Beleg für ihre enge Zusammenarbeit. Die Aktie reagiert Freitag mit einem Plus von 0,33 Prozent auf 337,45 Euro — ein kleines Signal der Beruhigung in einer sonst unruhigen Woche.

OpenAI räumt Trennungsgerüchte aus

OpenAI nutzte den Start seines neuen Modells GPT-5.6, um die Partnerschaft mit Microsoft öffentlich zu bekräftigen. Das Modell wird künftig die bevorzugte KI in Microsoft 365 Copilot sein — in Word, Excel, PowerPoint, Chat und Cowork. Die Ankündigung kam nur wenige Tage, nachdem Bloomberg berichtet hatte, Microsoft ersetze Teile der OpenAI-Software durch eigene Modelle namens MAI, um Kosten zu sparen.

Nitin Agrawal, bei Microsoft zuständig für Copilot & Agents Core, sprach von großer Vorfreude auf die Reaktion der Kunden. Wer Copilot mit dem neuesten OpenAI-Modell nutze, erhalte deutlich bessere Ergebnisse in Word, Excel, PowerPoint, Cowork und Copilot Chat, so Agrawal.

Ein Widerspruch zum Bloomberg-Bericht ist das allerdings nicht. Analysten weisen darauf hin: Bloomberg hatte nie behauptet, OpenAI-Modelle würden komplett aus Microsofts Apps verschwinden. Der Bericht besagte nur, Microsoft setze dort auf die günstigeren MAI-Modelle, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist. Beides kann gleichzeitig stimmen.

Nadella will Vertrauen zurückgewinnen

Nach dem Abbau von rund 4.800 Stellen — das entspricht 2,1 Prozent der Belegschaft — sorgte vor allem eine Frage für Unruhe unter Mitarbeitern: Fallen die Jobs wirklich weg, oder übernimmt künftig einfach die KI diese Aufgaben? Besonders hart traf es die Xbox-Sparte, die etwa ein Fünftel ihres Personals verlor.

CEO Satya Nadella reagierte mit einem einfachen Satz, der Vertrauen schaffen soll: „Hier ist, was sich ändert.“ Aktionäre nahmen die Aussage mit vorsichtigem Optimismus auf. Die Aktie legte am Freitagnachmittag leicht zu.

Argus senkt Kursziel trotz Kaufempfehlung

Nicht alle Reaktionen fielen positiv aus. Die Investmentbank Argus kappte ihr Kursziel für Microsoft von 620 auf 510 Dollar. Analyst Joseph Bonner beließ zwar die Kaufempfehlung, verwies aber auf wachsende Zweifel am Tempo der KI-Investitionen im Verhältnis zu den bisher sichtbaren Erträgen.

Charttechnik zeigt anhaltenden Abwärtsdruck

Der Kurs bleibt das Jahr über klar im Abwärtstrend. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von 21,30 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 16,39 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 478,10 Euro aus dem Oktober 2025 trennen die Aktie mittlerweile 29,42 Prozent.

Microsoft notiert derzeit unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 348,17 Euro und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 378,98 Euro. Der RSI von 49,1 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation. Die annualisierte Volatilität von 34,42 Prozent deutet auf weiterhin schwankende Kurse hin.

Die nächste Gelegenheit für klare Signale bietet der 29. Juli. Dann veröffentlicht Microsoft seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal 2026 nach Börsenschluss. Bis dahin dürfte das Zusammenspiel aus Stellenabbau, der OpenAI-Partnerschaft und der Forderung der Wall Street nach greifbaren KI-Erträgen die Kursentwicklung bestimmen.

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Microsoft Aktie

459,00 EUR

– 9,00 EUR -1,92 %
KGV 27,24
KUV 11,69
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,70 %
Marktkapitalisierung 3,88 Bio. USD
Ø Kursziel 631,09 USD
ISIN: US5949181045 WKN: 870747

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