Microsoft Aktie: Anleihen statt Kapitalnot
Umsatz und Azure wachsen kräftig, während Microsoft mindestens 25 Milliarden Dollar am Anleihemarkt aufnehmen will.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz steigt um 19 Prozent
- Azure legt um 48 Prozent zu
- Microsoft plant mindestens 25 Milliarden Dollar Anleihen
- Analysten-Kursziel steigt auf fast 625 Dollar
Microsoft startet stark ins Geschäftsjahr, und trotzdem dämpft ein Detail die Euphorie: Der Konzern geht erstmals seit 2017 wieder an den Anleihemarkt. Das vorbörsliche Plus von fast fünf Prozent schmolz bis zum Mittag spürbar ab.
Zahlen über den Erwartungen
Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden Dollar, der Gewinn legte um ein Drittel auf 36,6 Milliarden Dollar zu. Treiber blieb die Cloud-Plattform Azure mit einem Plus von 48 Prozent. Für das laufende Quartal peilt das Management eine weitere Beschleunigung auf 49 bis 50 Prozent an, deutlich über den Markterwartungen.
Die Investitionen fielen niedriger aus als befürchtet. Sie stiegen um 30 Prozent auf gut 45 Milliarden Dollar. Das Unternehmen verweist auf Verzögerungen externer Anbieter bei der Bereitstellung von Rechenkapazität, die teils erst im ersten Halbjahr 2027 verfügbar wird. Das Jahresbudget für Investitionen sank dadurch leicht auf 170 Milliarden Dollar, zuvor standen 175 Milliarden im Raum.
Der freie Cashflow lag bei fast 19 Milliarden Dollar. Die Analysten von Index Radar werten das als Beleg, dass sich der KI-Ausbau weiterhin aus dem laufenden Geschäft finanzieren lässt.
Anleihe dämpft die Kurslaune
Dennoch will Microsoft sich am Anleihemarkt Geld besorgen, es sollen mindestens 25 Milliarden Dollar werden. Der Grund liegt in der Ausgabenplanung: Finanzchefin Amy Hood erwartet im zweiten Quartal Investitionen von rund 50 Milliarden Dollar. Anfang 2027 sollen sie weiter anziehen, auch wegen höherer Komponentenpreise.
Alphabet liefert derweil den Kontrast. Der Google-Mutterkonzern verfehlte die Erwartungen und rutschte beim freien Cashflow ins Minus. Die Aktie fiel vorbörslich um rund zehn Prozent. Microsoft profitiert im Vergleich, die Aktie notierte vorbörslich bis zu drei Prozent im Plus und damit nahe dem Rekordhoch von gut 555 Dollar aus dem Sommer 2025.
Analysten heben die Ziele
Die Analystenreaktion fällt klar positiv aus. 68 von 72 befragten Experten empfehlen den Titel zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel stieg auf fast 625 Dollar. Einzelne Häuser setzen so:
- Barclays: 610 Dollar (zuvor 600), Verweis auf Azure nahe der 50-Prozent-Marke
- Guggenheim: 595 Dollar (zuvor 586)
- Cantor: 630 Dollar (zuvor 608)
- Stifel: 650 Dollar
- Wells Fargo: 750 Dollar, getrieben von den KI-Geschäften
Eine Schwäche zeigt sich im Hardware-Geschäft. Windows OEM und Devices sanken um 22 Prozent, für das zweite Quartal rechnet Microsoft mit einem Rückgang im mittleren 30-Prozent-Bereich. Schwache PC-Nachfrage und das Ende des Supports für Windows 10 belasten.
Charttechniker sehen zunächst die Zone um 550 bis 560 Dollar als zentrale Hürde. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch darüber, rückt der Bereich um 600 Dollar in Reichweite. Scheitert der Anlauf, kommen Unterstützungen bei 501,70 und 473,10 Dollar ins Spiel.
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