Microsoft Aktie: Anthropic greift an!

Microsoft sieht sich mit technischen Problemen und einem direkten KI-Angriff von Anthropic auf sein Kerngeschäft konfrontiert, kurz vor den entscheidenden Quartalszahlen Ende April.

Dieter Jaworski ·
Microsoft Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Technische Probleme durch Windows-Sicherheitsupdates
  • Anthropic greift mit Word-Add-in Copilot an
  • Aktie erholt sich, bleibt aber deutlich unter Hoch
  • Quartalszahlen am 29. April entscheidend

Microsoft steckt mitten in einer unruhigen Phase. Technische Probleme beim April-Sicherheitsupdate, ein historischer Eingriff in die Boot-Infrastruktur — und nun drängt ein direkter KI-Konkurrent in Microsofts Kernprodukt. Das alles kurz vor den Quartalszahlen.

Patch-Chaos im April

Microsoft bestätigte am 19. April, dass das Update KB5083769 bei einigen Windows-11-Geräten BitLocker-Wiederherstellungsbildschirme auslöst und mehrere Neustarts erfordert. Bereits zwei Tage zuvor hatte das Unternehmen ein zweites Problem eingeräumt: Das Server-Update KB5082063 trieb bestimmte Domain-Controller in Neustart-Schleifen. Ursache war ein Absturz des LSASS-Prozesses — betroffen sind vor allem Unternehmen, die Privileged Access Management nutzen.

Parallel dazu läuft eine Maßnahme, die es in dieser Form seit 15 Jahren nicht gab. Microsoft lässt bestehende Secure-Boot-Zertifikate auslaufen. Geräte, die älter als zwei Jahre sind, müssen bis Juni 2026 auf neue Zertifikate wechseln. Wer das verpasst, riskiert Sicherheitslücken auf Firmware-Ebene.

Anthropic greift in Microsofts Kerngeschäft ein

Am 19. April stellte Anthropic ein natives Add-in für Microsoft Word vor: „Claude for Word“ läuft direkt in der Microsoft-365-Umgebung. Das ist ein direkter Angriff auf Microsofts Copilot-Strategie. Copilot kostet Unternehmenskunden 30 Dollar pro Nutzer und Monat. Wenn Firmen stattdessen auf Drittanbieter-KI setzen, droht Microsoft Umsatz in einem Segment zu verlieren, auf das der Konzern massiv gewettet hat.

Für das laufende Geschäftsjahr plant Microsoft Investitionen von 146 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Ob sich das auszahlt, zeigt sich am 29. April — dann legt das Unternehmen seine Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor.

Kurs erholt, aber noch weit vom Hoch entfernt

Die Aktie hat sich zuletzt stabilisiert. Mit einem Plus von rund zehn Prozent in den vergangenen sieben Tagen notiert sie bei etwa 360 Euro — deutlich über dem Jahrestief vom März. Seit Jahresbeginn liegt sie allerdings noch immer rund elf Prozent im Minus. Zum 52-Wochen-Hoch bei 467 Euro fehlen mehr als 23 Prozent.

Das Auftragspolster bleibt gewaltig: Die vertraglich gesicherten Zukunftsumsätze — das sogenannte Commercial RPO — belaufen sich auf rund 625 Milliarden Dollar. Das gibt dem Konzern Planungssicherheit. Ob die KI-Investitionen in Cloud und Produktivitätssoftware aber wirklich Früchte tragen, müssen die Quartalszahlen am 29. April zeigen — und der Markt wird genau hinschauen.

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Microsoft Aktie

343,75 EUR

+ 8,60 EUR +2,57 %
KGV 23,26
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,91 %
Marktkapitalisierung 2,90 Bio. EUR
ISIN: US5949181045 WKN: 870747

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