Microsoft steckt in einer heiklen Phase: Nicht nur der gesamte Software-Sektor schwächelt, auch die rasanten Fortschritte bei KI-Tools schüren Zweifel an klassischen Geschäftsmodellen. Dazu kommt eine zweite Baustelle, die Anleger zunehmend beschäftigt: Wie schnell zahlt sich das enorme Investitionsprogramm für KI-Infrastruktur eigentlich aus?
Software-Sektor im Abwärtsstrudel
Der Gegenwind kommt nicht isoliert aus Redmond. 2026 steht die Software-Branche insgesamt unter Druck. Auslöser sind Sorgen, dass leistungsfähige KI-Systeme – insbesondere von neuen Anbietern wie Anthropic – Software-as-a-Service-Modelle durcheinanderwirbeln könnten. Die Folge: Viele Titel wurden am Markt eher pauschal abverkauft.
Immerhin gab es diese Woche einen kleinen Stimmungsdämpfer. Anthropic meldete Updates für „Claude Cowork“, das sich in Unternehmens-Apps integrieren lässt. Das wurde als Signal gewertet, dass KI-Anbieter nicht nur Konkurrenz sein müssen, sondern auch als Partner in bestehende IT-Landschaften hineinwachsen können. Am Dienstag legte die Aktie in diesem Umfeld gemeinsam mit dem Sektor zu.
KI-Investitionen treffen auf Rendite-Fragen
Gleichzeitig lastet Microsofts eigene Investitionsoffensive auf der Bewertung. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 flossen laut MarketBeat 37,5 Mrd. US-Dollar in CapEx – vor allem für den Ausbau von KI-Infrastruktur. Der Knackpunkt: Anleger wollen klarer sehen, wann daraus spürbare Erträge werden.
Beim Cloud-Geschäft liefert Microsoft zwar weiter Wachstum, doch der Vergleich wird härter. Azure legte im jüngsten Quartal um 39% zu, während Google Cloud laut MarketWatch auf 48% kam. Zusätzlich sorgt für Diskussionen, dass Microsoft Rechenkapazität teils stärker für interne Projekte nutzt, statt sie über Azure an Kunden weiterzuverkaufen.
Ein Gegengewicht liefert jedoch Evercore ISI: Demnach könnte ausgerechnet Microsoft unter den großen Hyperscalern in diesem Geschäftsjahr als einziger positive Free-Cashflow-Werte erreichen. Das würde bedeuten, dass das Kerngeschäft die KI-Ausgaben noch aus eigener Kraft tragen kann, ohne dass die Bilanz sofort sichtbar leidet.
Strategische Schritte – und gemischte Signale
Trotz der Kursschwäche bleibt Microsoft aktiv. Diese Woche beteiligte sich der Konzern laut CNBC an einer 1,2 Mrd. US-Dollar schweren Series-D-Finanzierungsrunde des britischen Autonomie-Spezialisten Wayve, der dabei mit 8,6 Mrd. US-Dollar bewertet wurde. Außerdem kündigte Microsoft eine Zusammenarbeit mit SpaceX’ Starlink an, um globale Konnektivität auszubauen – inklusive der Anbindung von 450 Community-Hubs in Kenia mit einem lokalen Provider.
Auf der Personalseite gab es ein Signal, das Marktbeobachter häufig positiv einordnen: Director John W. Stanton kaufte am 18. Februar 5.000 Aktien. Gleichzeitig wurde der Analystenton rauer: Stifel stufte Anfang Februar auf „Hold“ ab und senkte das Kursziel auf 392 US-Dollar.
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage auch in der längerfristigen Entwicklung: In den vergangenen 30 Tagen steht die Aktie mit -16,16% deutlich im Minus.
Ende April (28.–29. April, erwartet) richtet sich der Fokus auf die nächsten Quartalszahlen: Entscheidend werden Updates zum Azure-Wachstum, Kennzahlen zur Copilot-Nutzung und vor allem Hinweise, ob Microsoft beim Tempo der KI-Investitionen nachjustiert oder den Kurs unverändert durchzieht.
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