Microsoft Aktie: Copilot unter neuer Führung
Microsoft strukturiert sein KI-Flaggschiff Copilot neu, nachdem die Nutzerzahlen hinter den Erwartungen zurückblieben. Ein teureres Enterprise-Paket soll die Adoption erzwingen.

Kurz zusammengefasst
- Copilot hat nur 6 Millionen tägliche Nutzer
- Neues Führungsteam unter Snap-Veteran Andreou
- Enterprise-Paket E7 kostet 99 Dollar pro Nutzer
- Aktie startet mit deutlichem Minus ins Jahr
Microsoft stellt sein KI-Vorzeigeprojekt Copilot neu auf — mit einer umfassenden Führungsreorganisation und einem neuen Unternehmenspaket zum Preis von 99 Dollar pro Nutzer. Hinter der Eile stecken ernüchternde Nutzerzahlen, die zeigen, wie weit Copilot noch von einer echten Massenadoption entfernt ist.
Die Lücke, die alles erklärt
Im Februar zählte Microsofts Copilot-App gerade einmal 6 Millionen täglich aktive Nutzer. ChatGPT kam im selben Zeitraum auf 440 Millionen, Googles Gemini auf 82 Millionen. Noch deutlicher wird das Problem im eigenen Ökosystem: Von 450 Millionen kommerziellen Microsoft-365-Kunden zahlen lediglich 15 Millionen — rund 3 Prozent — für Copilot.
Diese Zahlen erklären, warum Microsoft am 17. März eine weitreichende Neustrukturierung ankündigte. Ehemaliger Snap-Manager Jacob Andreou übernimmt die Gesamtverantwortung für Copilot im Consumer- und Enterprise-Bereich und berichtet direkt an CEO Satya Nadella. Die bislang getrennten Teams werden unter vier Säulen zusammengeführt: Copilot Experience, Copilot Platform, Microsoft 365 Apps und KI-Modelle.
Mustafa Suleyman, bisher Leiter der Microsoft-KI-Gruppe, gibt die operative Copilot-Verantwortung ab und konzentriert sich künftig auf die Entwicklung generativer KI-Modelle — mit dem erklärten Ziel, in den nächsten fünf Jahren Modelle zu liefern, die Produkte verbessern und die Betriebskosten von KI-Workloads senken.
Neues Preismodell soll Adoption erzwingen
Parallel zur Führungsreform setzt Microsoft auf eine neue Preisstrategie. Ab dem 1. Mai wird das neue Enterprise-Paket Microsoft 365 E7 für 99 Dollar pro Nutzer und Monat verfügbar sein — 65 Prozent teurer als das bisherige E5-Abonnement. Erstmals ist Copilot damit direkt in ein Kernpaket integriert, statt als separates Add-on zu gelten. Es ist zudem das erste neue Enterprise-Tier seit einem Jahrzehnt.
Das E7-Paket enthält neben Copilot auch Identity-Management-Tools und das neue Agent-365-Produkt für 15 Dollar, das die Verwaltung von KI-Agenten ermöglicht. Eine zentrale Funktion ist Copilot Cowork, das auf Anthropics Claude basiert und mehrstufige Aufgaben für Nutzer automatisiert.
Der Schritt hat auch eine finanzielle Logik: Microsoft hat in den vergangenen zwei Quartalen rund 72 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investiert — die Kapitalausgaben stiegen um 66 Prozent, während das Azure-Wachstum auf 39 Prozent abflachte und die Bruttomarge auf 68 Prozent sank.
Starke Cloud, schwache Aktie
Die Aktie hat das laufende Jahr mit einem Minus von rund 18 Prozent begonnen — deutlich schlechter als der S&P 500. Der Kurs liegt damit knapp über dem 52-Wochen-Tief und rund 20 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Das spiegelt die Marktstimmung wider: Cloud-Umsätze überstiegen erstmals die 50-Milliarden-Dollar-Marke, doch die Sorge, dass die Investitionen der Umsatzentwicklung zu weit vorauseilen, lastet auf der Bewertung.
Am 28. April legt Microsoft seine nächsten Quartalszahlen vor. Anleger werden dann erstmals konkrete Hinweise erhalten, ob das neue E7-Paket Copilot aus seiner Nischenrolle herausführen kann — und ob sich die milliardenschweren KI-Investitionen in messbarem Umsatzwachstum niederschlagen.
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