Microsoft Aktie: Dan Ives kürt sie zum Software-Top-Pick
Dan Ives bestätigt sein Outperform-Rating; starke Cloudzahlen und hohe Investitionspläne prägen Microsofts Perspektive für 2027.

Kurz zusammengefasst
- Ives bestätigt Kursziel von 615 Dollar
- Azure wächst im ersten Quartal um 48 Prozent
- Investitionen von rund 170 Milliarden Dollar für 2026
- Sechs Bundesländer setzen auf Nextcloud-Plattform
Dan Ives von Yorkville Ives kürt Microsoft zu seinem Top-Pick unter den Softwarewerten für 2027. Seine Begründung: Der Konzern sei der wichtigste Gradmesser für die Verbreitung von KI in den Unternehmen. Der Analyst bestätigt das Rating „Outperform“ und das Kursziel von 615 Dollar.
Zahlen als Argument
Die Basis liefert das erste Geschäftsquartal 2027. Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 92,28 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie lag bei 4,92 Dollar. Beide Werte übertrafen die Erwartungen am Markt deutlich.
Besonders stark fiel die Cloud-Sparte aus. Azure wuchs um 48 Prozent und übertraf damit die Konsensschätzung von 45,2 Prozent. Die Auftragsbestände im Cloudgeschäft kletterten um 73 Prozent auf 677 Milliarden Dollar, getrieben von großen Azure-Verträgen. Die operative Marge erreichte 50 Prozent.
Für das laufende Quartal peilt das Management einen Umsatz von 96,0 bis 97,1 Milliarden Dollar an. Azure soll dann um 49 bis 50 Prozent zulegen. Die Nachfrage nach KI übersteige weiter das Angebot, heißt es von der Konzernführung.
Hohe Investitionen, Druck an den Anleihemärkten
Die Kehrseite sind die Ausgaben. Allein im zweiten Quartal sollen die Investitionen über 50 Milliarden Dollar liegen, für das Kalenderjahr 2026 rund 170 Milliarden Dollar. Das muss finanziert werden.
Marktteilnehmer erwarten, dass Microsoft wie Meta und Amazon verstärkt Anleihen außerhalb der USA platziert. Alphabet hat gerade die zweite Euro-Anleihe des Jahres aufgelegt. Eine Fidelity-Strategin rechnet mit 40 bis 60 Milliarden Euro an Emissionen in der Pipeline.
Bei Pershing Square spielt Microsoft ebenfalls eine Rolle: Die Aktie zählte im dritten Quartal zu den Haupttreibern der Portfolio-Rendite von 3,5 Prozent.
Gegenwind aus Deutschland
Politischen Gegenwind gibt es bei der digitalen Souveränität. Sechs Bundesländer, darunter Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen, haben einen Rahmenvertrag für eine Open-Source-Bildungsplattform geschlossen. Sie basiert auf Nextcloud und läuft ohne Software von Microsoft oder Google. Finanziell fällt das für den Konzern kaum ins Gewicht. Als Signal gegen die Abhängigkeit von US-Anbietern ist es dennoch bemerkenswert.
Die Aktie notierte zuletzt bei 519,26 Dollar und damit gut 15 Prozent unter Ives‘ Kursziel von 615 Dollar. Dieser Abstand markiert die Erwartung des Analysten für 2027.
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