Microsoft Aktie: E7-Suite als Wendepunkt?

Microsofts Quartalsbericht am 29. April steht im Zeichen der neuen KI-Suite E7 und eines aufgeblähten Auftragspolsters. Analysten erwarten Umsatzwachstum und beobachten die Copilot-Strategie.

Redaktion Stock-World ·
Microsoft Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neue KI-Suite E7 startet im Mai 2026
  • Auftragspolster von 625 Milliarden Dollar
  • Azure wächst weiterhin um über 39 Prozent
  • Aktie notiert 24 Prozent unter Jahreshoch

Am 29. April legt Microsoft seine Quartalszahlen vor — und selten war ein Earnings-Termin mit so vielen offenen Flanken behaftet. Copilot-Enttäuschung, ein aufgeblähtes Auftragspolster und ein Kurs, der seit Jahresbeginn rund zwölf Prozent verloren hat: Das Umfeld ist angespannt.

„Copilot Code Red“: Nadella greift durch

Das meistdiskutierte Thema vor dem Quartalsbericht ist kein Finanzkennzeichen, sondern ein internes Krisenprojekt. BNP-Paribas-Analyst Stefan Slowinski beschreibt in einer Studie, wie CEO Satya Nadella eine Überholung des KI-Assistenten Copilot vorantreibt — intern als „Code Red“ bezeichnet. Kern des Umbaus: die Microsoft-365-E7-Suite, die im Mai 2026 startet und sukzessive um Funktionen wie Agent Mode, Copilot Cowork und Agent 365 erweitert wird.

Der Handlungsdruck ist nachvollziehbar. Microsoft 365 hat 450 Millionen zahlende Abonnenten, doch nur 15 Millionen davon nutzen Copilot kostenpflichtig. GitHub Copilot kommt auf 4,7 Millionen Pro-Plus-Abonnenten — ein Plus von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber das Cross-Selling-Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt. Ob die E7-Suite den Durchbruch bringt, wird der Markt am 29. April genau beobachten.

Azure wächst — aber das Backlog-Problem bleibt

Microsofts Cloud-Sparte liefert unterdessen verlässlich: Azure wuchs in den ersten beiden Quartalen des laufenden Geschäftsjahres jeweils um mindestens 39 Prozent. Slowinski hält weiteres Upside für möglich, selbst wenn der interne Kapazitätsanteil — derzeit rund 30 Prozent für Copilot und Sprachmodellentwicklung — auf 50 Prozent steigen sollte.

Das eigentliche Risiko liegt woanders. Per Ende Dezember wies Microsoft ein Auftragspolster von 625 Milliarden Dollar aus. Allerdings entfallen 281 Milliarden Dollar davon auf OpenAI — und der ChatGPT-Entwickler hat sein geplantes Investitionsvolumen bei Rechenkapazität bis 2030 von 1,4 Billionen auf 600 Milliarden Dollar mehr als halbiert. Das Backlog könnte damit deutlich überzeichnet sein. Wie Microsoft diesen Punkt auf dem Earnings Call adressiert, dürfte die Reaktion der Aktie maßgeblich beeinflussen.

Bewertung auf Mehrjahrestief

Die Aktie notiert aktuell bei rund 356 Euro — knapp 24 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist auf das 23-Fache gefallen, nach fast dem 40-Fachen noch vor einem Jahr. Damit handelt Microsoft erstmals seit Langem mit einem leichten Abschlag gegenüber dem S&P 500. 31 Analysten empfehlen die Aktie mehrheitlich zum Kauf.

Wall Street erwartet für das März-Quartal ein Umsatzwachstum von 16 Prozent. Slowinski sieht freie Cashflow-Margen von rund 20 Prozent als realistisch — kombiniert mit verbesserter Copilot-Wahrnehmung und Azure-Upside könnte das die Grundlage für eine Neubewertung legen. Der 29. April wird zeigen, ob Microsoft dieses Versprechen einlöst.

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Microsoft Aktie

430,25 EUR

– 2,90 EUR -0,67 %
KGV 27,32
KUV 11,14
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,74 %
Marktkapitalisierung 3,70 Bio. USD
Ø Kursziel 572,92 USD
ISIN: US5949181045 WKN: 870747

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