Microsoft Aktie: Eigene Chips, hohe Erwartungen

Der neue KI-Chip verspricht mehr Rechenleistung je Megawatt; Microsoft plant den Einsatz ab 2027 und legt am 28. Oktober Quartalszahlen vor.

Eduard Altmann ·
Abstrakte Darstellung von Halbleiter-Technologie und moderner Computer-Infrastruktur in einem professionellen Kontext. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Maia 300 zielt auf KI-Inferenz
  • Einsatz ab 2027 vorgesehen
  • Deutsche Bank erhöht Kursziel auf 600 Dollar
  • Microsoft kündigte 4.800 Stellenstreichungen an

Microsoft will sich beim KI-Rechnen unabhängiger von Nvidia machen. Mit dem Maia 300 stellte der Konzern am Montag seinen Chip der dritten Generation vor. Die Aktie legte im Tagesverlauf gut ein Prozent zu und notiert damit nahe ihrem Jahreshoch.

Was der Maia 300 leisten soll

Der Chip zielt auf KI-Inferenz, also das Erzeugen von Antworten durch bereits trainierte Modelle. Microsoft verspricht rund 40 Prozent mehr nutzbare Rechenleistung pro Megawatt als „führende GPU-basierte Systeme“. Welche Systeme als Vergleich dienten, nannte der Konzern nicht. Die Zahl lässt sich daher nicht überprüfen.

Ab 2027 sind Einsätze im Multi-Gigawatt-Maßstab geplant, womöglich mit mehr als einer Million Chips. Sie sollen vor allem interne Dienste wie Copilot antreiben.

Technisch geht Microsoft einen anderen Weg als Nvidia. Statt eines großen Rechenchips setzt der Maia 300 auf Chiplets: Rechenfunktionen laufen auf TSMCs 2-Nanometer-Technik, der Datentransfer auf günstigerer 3-Nanometer-Fertigung. Das kann Kosten senken, erhöht aber das Ausführungsrisiko. Die Vorgänger kamen nur in begrenzten Stückzahlen zum Einsatz, einer verzögerte sich.

Auch beim Strom gibt es einen Haken. Ein Rack mit 96 Maia-Chips zieht etwa 167 Kilowatt, ein Nvidia-GB300-Rack mit 72 GPUs rund 142 Kilowatt. Allein anhand dieser Werte lässt sich der Effizienzvorteil nicht belegen.

Analysten und Marktreaktion

Deutsche Bank hob das Kursziel von 550 auf 600 Dollar an und bleibt bei „Buy“. Begründet wird das mit dem Chip und dem Ausblick für das erste Quartal. Barclays sieht erste Anzeichen KI-getriebenen Wachstums bei Azure.

Nvidia gab am Montag rund 1,2 Prozent nach. Die Schwäche der Woche lässt sich allerdings nicht allein auf Microsofts Ankündigung zurückführen. Marktbeobachter sehen eher einen schleichenden Preisdruck für Nvidia als einen Nachfrageeinbruch, denn beim Training liegt Nvidia weiter vorn.

Microsoft schloss bei 541,15 Dollar und liegt damit rund 40 Prozent über dem Stand von vor drei Monaten. Das Jahreshoch von 553,72 Dollar ist nah. Der Tages-RSI von etwa 69 deutet auf eine fast überhitzte Lage hin. Als Unterstützung gelten Marken um 531 und 524 Dollar.

Parallel dazu fällt Microsoft in einer Liste von Konzernen auf, die wegen KI-Investitionen Stellen streichen. Im Juli kündigte der Konzern den Abbau von 4.800 Jobs an, vor allem im Commercial- und Xbox-Geschäft.

Der nächste Test

Am 28. Oktober legt Microsoft nach US-Börsenschluss Zahlen zum ersten Geschäftsquartal vor. Erwartet werden 4,71 Dollar je Aktie und 90,61 Milliarden Dollar Umsatz. Im Fokus steht Azure: Zuletzt lag das Wachstum bei 43 Prozent, in Aussicht gestellt sind rund 45 Prozent.

Bei Investitionen von mehr als 175 Milliarden Dollar in diesem Jahr wiegt jede Wachstumsdelle schwerer. Die Messlatte liegt hoch, denn das vorige Quartal löste einen Kurssprung von 14,68 Prozent aus.

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Microsoft Aktie

485,20 EUR

+ 7,45 EUR +1,56 %
KGV 29,11
KUV 11,69
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,70 %
Marktkapitalisierung 3,88 Bio. USD
Ø Kursziel 587,63 USD
ISIN: US5949181045 WKN: 870747

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