Microsoft Aktie: Ein abruptes Ende?

Microsoft kämpft mit Kapazitätsengpässen bei Azure. Ein Großauftrag in Ohio und der Quartalsbericht sollen die Wende bringen.

Eduard Altmann ·
Microsoft Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Riesiges Rechenzentrumsprojekt in Ohio
  • Azure-Wachstum durch Hardwaremangel gebremst
  • Quartalszahlen am 29. April erwartet
  • Fokus auf KI-Investitionen und Copilot-Erlöse

Die Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz sprengt alle Prognosen, aber Microsoft stößt an physische Grenzen. Dem Softwarekonzern fehlen schlicht die Rechenzentren, um das rasante Wachstum seiner Cloud-Sparte Azure voll auszuschöpfen. In der neuen Handelswoche fallen nun zwei Entscheidungen, die diesen Engpass beheben könnten: ein milliardenschwerer Infrastruktur-Deal und der wichtigste Quartalsbericht des Jahres.

Kampf um Kapazitäten in Ohio

Bis Ende April entscheidet sich, wer den Zuschlag für ein gigantisches Rechenzentrumsprojekt von SoftBank im US-Bundesstaat Ohio erhält. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf rund 500 Milliarden US-Dollar. Etwa 200 Milliarden fließen direkt in die Server- und Strominfrastruktur.

Microsoft konkurriert bei der Ausschreibung mit Tech-Rivalen wie Google, Nvidia und Meta. Der Gewinner muss voraussichtlich die immensen Kosten für die Halbleiter in der Anlage tragen. Im Gegenzug winkt ein massiver Ausbau der eigenen Cloud-Kapazitäten. Genau hier drückt bei Microsoft aktuell der Schuh.

Azure wächst rasant – aber unter Wert

Die Cloud-Plattform Azure ist der Wachstumsmotor des Konzerns. In den ersten beiden Quartalen des Geschäftsjahres 2026 kletterten die Umsätze hier um jeweils mindestens 39 Prozent. Analysten der Bank of America rechnen für das am Mittwoch anstehende dritte Quartal mit einem währungsbereinigten Plus von 37,5 Prozent.

Das Management machte zuletzt deutlich, dass ohne die aktuellen Hardware-Engpässe sogar Wachstumsraten jenseits der 40-Prozent-Marke möglich wären. Zum Jahreswechsel türmte sich ein gewaltiger Auftragsbestand von über 600 Milliarden Dollar auf. Kunden warten händeringend auf freie Rechenleistung.

Fokus auf KI-Kosten und Copilot

Am 29. April präsentiert Microsoft seine Bücher. Investoren achten dabei besonders auf das Verhältnis von Investitionen und Erträgen. Im Vorquartal flossen rund 37 Milliarden Dollar in den KI-Ausbau. Die Bruttomarge der Cloud-Sparte dürfte durch diese Ausgaben auf etwa 65 Prozent sinken.

Parallel dazu rückt die Monetarisierung des KI-Assistenten Copilot in den Fokus. Zuletzt nutzten rund 15 Millionen Geschäftskunden die Software. Das entspricht einer Marktdurchdringung von lediglich 3,5 Prozent im eigenen Ökosystem. Hier erhofft sich die Wall Street deutlichere Fortschritte.

An der Börse spiegelt sich die Nervosität wider. Mit einem Schlusskurs von rund 357 Euro am Freitag notiert die Aktie seit Jahresbeginn zweistellig im Minus. Der niedrige RSI-Wert signalisiert eine technisch überverkaufte Situation. Analysten bleiben indes optimistisch: Morgan Stanley ruft ein Kursziel von 650 US-Dollar auf und verweist auf anziehende Softwarebudgets bei Unternehmenskunden.

Die kommenden Tage zwingen Microsoft zur Farbe. Liefert der Quartalsbericht am Mittwoch überzeugende Margen und gewinnt der Konzern kurz darauf das SoftBank-Bidding, löst sich der Kapazitätsstau auf. Enttäuschen die Azure-Zahlen hingegen, rückt das massive KI-Investitionsbudget unweigerlich in die Kritik.

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Microsoft Aktie

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Sektor Technologie
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