Microsoft Aktie: EU prüft Azure

Microsoft sieht sich mit EU-Prüfung, US-Ermittlungen und hohen KI-Investitionen konfrontiert. Die Aktie verliert seit Jahresbeginn rund 18 Prozent.

Redaktion Stock-World ·
Eine stilisierte, leuchtend blaue 'A'-Form (Azure) vor einem verschwommenen Hintergrund mit Andeutungen der EU-Flagge, die digitale Prüfung symbolisiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • EU prüft Azure als Gatekeeper
  • Betrugsermittlung wegen KI-Angaben
  • Milliardenschwere Investitionen in KI
  • Aktienkurs nähert sich 52-Wochen-Tief

Regulierungsdruck aus Brüssel, eine Betrugsermittlung in den USA und explodierende Investitionskosten — Microsoft kämpft gerade an drei Fronten gleichzeitig. Die Aktie spiegelt das wider: Seit Jahresbeginn hat sie rund 18 Prozent verloren.

EU nimmt Azure ins Visier

Die Europäische Kommission prüft, ob Microsoft Azure als „Gatekeeper“ unter dem Digital Markets Act eingestuft wird. Vorläufige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Azure — gemeinsam mit Amazon Web Services — die Kriterien für verschärfte Aufsicht erfüllt. Ausschlaggebend ist die marktbeherrschende Stellung im Cloud-Infrastrukturbereich.

Wird die Einstufung bis Ende 2026 finalisiert, muss Microsoft strenge Interoperabilitätspflichten erfüllen und darf Kunden nicht länger in seiner Plattform einschließen. Hintergrund sind auch mehrere schwerwiegende Serviceausfälle in der zweiten Hälfte von 2025, die globale Infrastruktur lahmlegten.

Betrugsvorwürfe erschüttern das Vertrauen

Parallel dazu hat die Portnoy Law Firm am 18. Juni eine Untersuchung wegen möglichen Wertpapierbetrugs eingeleitet. Der Vorwurf: Microsoft-Manager hätten Investoren systematisch über die Leistungsfähigkeit des KI-Portfolios getäuscht. Konkret geht es um zwei Punkte.

Erstens sollen Microsofts KI-Modelle in Branchentests schlechter abgeschnitten haben als Konkurrenzprodukte. Zweitens habe das Unternehmen erhebliche Rechenkapazität von Azure abgezogen, um Schwachstellen im Chatbot Copilot zu beheben. Diese internen Umschichtungen hätten zum schwachen Azure-Wachstum im Quartalsbericht vom 28. Januar 2026 beigetragen — damals wuchs das Cloud-Geschäft langsamer als erwartet, weil Kapazitäten fehlten.

KI-Ausbau kostet Milliarden

Mitten in dieser Gemengelage brachte Microsoft am 16. Juni sein KI-Agentensystem „Copilot Cowork“ auf den Markt. Das neue Produkt führt ein nutzungsbasiertes Abrechnungsmodell ein und integriert den „Microsoft Scout“-Agenten. Der Launch markiert einen strategischen Schwenk hin zu autonomen KI-Systemen.

Das Problem: Die Infrastruktur dahinter ist teuer. Analysten schätzen Microsofts Investitionsausgaben für das Kalenderjahr 2026 auf rund 190 Milliarden Dollar. Das Wachstum der Kapitalkosten übersteigt derzeit die Einnahmen aus KI-Abonnements deutlich — ein Missverhältnis, das Investoren zunehmend beunruhigt.

Kurs nähert sich kritischer Zone

Die Aktie schloss am Donnerstag bei 330,85 Euro. Der RSI liegt bei 37,0 — nah an der Schwelle zum überverkauften Bereich. Zum 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro, erreicht im Oktober 2025, fehlen noch gut 30 Prozent.

Der 50-Tage-Durchschnitt bei 354,02 Euro fungiert als nächste Widerstandsmarke. Gelingt keine Erholung über dieses Niveau, rückt das 52-Wochen-Tief bei 309,35 Euro wieder in den Blickpunkt — der Abstand dazu beträgt aktuell weniger als sieben Prozent.

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Microsoft Aktie

476,65 EUR

+ 8,15 EUR +1,74 %
KGV 29,22
KUV 11,69
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,70 %
Marktkapitalisierung 3,88 Bio. USD
Ø Kursziel 601,73 USD
ISIN: US5949181045 WKN: 870747

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