Microsoft Aktie: Excel und Outlook mit MAI-Modellen
Microsoft ersetzt teure KI-Partner durch hauseigene Modelle in Excel und Outlook. Die Aktie reagiert mit Kursgewinnen.

Kurz zusammengefasst
- Eigene MAI-Modelle ersetzen OpenAI-Technologie
- Kosteneinsparungen durch interne KI-Lösungen
- Microsoft-Aktie legt um 1,75 Prozent zu
- Stellenabbau begleitet die KI-Strategie
Microsoft trennt sich schrittweise von seinen teuersten KI-Partnern. Excel und Outlook laufen künftig verstärkt mit hauseigenen Modellen statt mit Technologie von OpenAI und Anthropic. Die Börse honoriert den Schritt sofort.
Zehntausende Anfragen pro Woche laufen jetzt intern
Ein Bloomberg-Bericht bringt Details ans Licht, die Microsoft bislang nicht öffentlich gemacht hatte. In Excel und Outlook bearbeiten die selbst entwickelten MAI-Modelle inzwischen zehntausende KI-Anfragen pro Woche. Bislang stützten sich beide Programme stark auf externe Technologie von OpenAI und Anthropic.
Am Gesamtvolumen der Microsoft-KI-Nutzung macht das noch einen kleinen Anteil aus. Trotzdem zeigt die Entwicklung: Der Konzern schafft es, konkurrenzfähige eigene Modelle zu bauen – und das günstiger als der Einkauf bei externen Anbietern. Ein Microsoft-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.
Der Hintergrund ist simpel: Copilot und andere Assistenzfunktionen verschlingen gewaltige Mengen an KI-Tokens. Aktuell bekommt Microsoft einen Teil davon vergünstigt, dank der langjährigen Partnerschaft mit OpenAI. Diese Sonderkonditionen laufen aber nicht ewig.
Suleyman will die Anthropic-Rechnung auf null drücken
Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman macht aus der Strategie kein Geheimnis. Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz Build stellte der Konzern im Juni sieben neue KI-Modelle vor. Eines davon soll bei Programmieraufgaben mit Anthropics beliebtem Vorgängermodell Opus 4.6 mithalten – zu deutlich geringeren Kosten.
Suleyman brachte das Ziel auf den Punkt: „Wir zahlen viel Geld an Anthropic – unser Ziel ist es, diese Kosten zu reduzieren und am Ende ganz zu eliminieren.“ Die MAI-Modelle stehen mittlerweile auch in GitHub Copilot zur Verfügung, Microsofts Dienst für KI-gestützte Softwareentwicklung.
Von einem kompletten Bruch mit den Partnern ist trotzdem nicht die Rede. Microsoft mischt seine Modell-Palette breiter auf. Das Ziel: mehr Verhandlungsmacht bei den Preisen, sobald die Nutzung über die riesige Kundenbasis von Office und Teams weiter wächst.
Aktie reagiert mit deutlichem Plus
Anleger honorierten die Nachricht direkt am Dienstag. Die Microsoft-Aktie legte um 1,75 Prozent zu und schlug sich damit deutlich besser als der schwächelnde Nasdaq-Index.
Der Kursanstieg fällt in eine Phase, die für Microsoft-Aktionäre alles andere als komfortabel war. In Euro gerechnet schloss die Aktie am Dienstag bei 340,40 Euro – ein Minus von 4,69 Prozent auf Monatssicht und von 15,66 Prozent seit Jahresbeginn. Vom Rekordhoch bei 478,10 Euro aus Ende Oktober trennen das Papier noch immer 28,80 Prozent.
Ein Lichtblick bleibt die Erholung vom Jahrestief: Seit dem Tiefpunkt bei 307,10 Euro Ende Juni hat die Aktie um 10,84 Prozent zugelegt. Der Kurs notiert derzeit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 349,53 Euro, aber spürbar unter der 200-Tage-Linie bei 380,52 Euro. Das signalisiert: Die kurzfristige Erholung ist intakt, der langfristige Abwärtstrend aber noch nicht gebrochen.
Sparkurs zieht sich durch den ganzen Konzern
Die KI-Nachricht kommt nur wenige Tage, nachdem Microsoft eine weitere Runde von Stellenstreichungen bestätigt hat – ebenfalls im Zusammenhang mit der KI-Investitionsstrategie. Besonders hart trifft es die Xbox-Sparte: Bis zum Geschäftsjahr 2027 fallen dort 3.200 Stellen weg, 1.600 davon bereits Anfang Juli. Vier Gaming-Studios werden aus dem Konzern ausgegliedert.
Kostendisziplin bei der KI-Infrastruktur und beim Personal – beides zusammen zeigt ein Muster. Das Management verteidigt offenbar die Margen, während gleichzeitig die Investitionen in KI-Kapazitäten steigen. Klarheit darüber, ob diese Strategie aufgeht, dürfte der Quartalsbericht Ende des Monats liefern. Azure-Wachstum, Copilot-Nutzung und die Entwicklung der KI-Kosten stehen dabei im Mittelpunkt.
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