Microsoft Aktie: Fünf-Billionen-Fantasie trifft Copyright-Ärger

Microsoft steigert Umsatz und Gewinn dank Azure und Copilot, während ein Manhattan-Verfahren das rechtliche Risiko der KI-Strategie erhöht.

Eduard Altmann ·
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Glasfaserkabeln als Symbol für technologische Infrastruktur und digitale Innovation. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Azure wächst im Quartal um 43 Prozent
  • Copilot erreicht Millionen zahlender Nutzer
  • Investitionen steigen auf 115,9 Milliarden Dollar
  • Gerichtsdokumente belasten Microsofts KI-Narrativ

Microsoft steckt in einem doppelten Spannungsfeld: Während Azure und Copilot der Aktie Fantasie bis zur 5-Billionen-Dollar-Marke einhauchen, sorgen brisante Gerichtsdokumente in einem Copyright-Streit für Gegenwind. Beide Themen zeigen, wie eng Wachstumsstory und rechtliches Risiko bei der KI-Transformation des Konzerns mittlerweile verzahnt sind.

Azure und Copilot treiben die Bewertung

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 setzte Microsoft 90,0 Milliarden Dollar um, ein Plus von 18 Prozent. Der Nettogewinn kletterte um 31 Prozent auf 35,8 Milliarden Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr stehen 331,8 Milliarden Dollar Umsatz und 133,7 Milliarden Dollar Gewinn in den Büchern.

Haupttreiber bleibt die Cloud-Sparte: Azure wuchs im Quartal um 43 Prozent und überschritt im Geschäftsjahr erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Der Auftragsbestand im Commercial-Geschäft legte um 84 Prozent auf 678 Milliarden Dollar zu.

Microsoft 365 Copilot zählt inzwischen mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer, GitHub Copilot kam nach der Umstellung auf nutzungsbasierte Preise auf 50 Millionen Nutzer bei einem Umsatzsprung von über 60 Prozent im Quartalsvergleich.

Der Analystenkonsens fällt entsprechend eindeutig aus: 33 von 34 erfassten Häusern votieren mit Kaufen, nur ein Haus mit Halten. Das mittlere Kursziel liegt bei 571,41 Dollar. Bank of America bestätigte zuletzt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 600 Dollar, Barclays hält bei 512 Dollar.

Stifel Nicolaus bleibt bei Halten, hob das Kursziel aber auf 530 Dollar an. Die Aktie notierte zuletzt bei knapp 498 Dollar an der Nasdaq, seit Jahresbeginn ein Plus von rund 2,9 Prozent.

Als Kehrseite der Wachstumsstory gilt die Kapitalintensität: Die Investitionen in Sachanlagen stiegen im Geschäftsjahr 2026 auf 115,9 Milliarden Dollar, fast das Doppelte des Vorjahreswerts. CFO Amy Hood signalisierte für 2027 zudem eine leicht sinkende operative Marge.

Copyright-Streit belastet das KI-Narrativ

Parallel zur Wachstumsstory sorgt ein Gerichtsverfahren in Manhattan für Aufsehen. Freigegebene Dokumente im Streit zwischen der New York Times, weiteren Verlagen sowie OpenAI und Microsoft enthalten Aussagen, die das Fair-Use-Argument der Tech-Konzerne aus Sicht der Kläger untergraben. CEO Satya Nadella räumte unter Eid ein, dass Konversationen mit Chatbots den direkten Website-Besuch bei der ursprünglichen Quelle ersetzt hätten.

Microsoft wies die Interpretation zurück und erklärte, Nadellas Aussage beziehe sich auf allgemeine Veränderungen der Informationsnutzung, nicht auf eine rechtliche Bewertung der Urheberrechtsfrage. Auch eine Aussage des firmeneigenen Wissenschaftlers Brent Hecht, wonach Millionen Menschen das KI-Training als „astronomischen Diebstahl“ empfinden könnten, ordnete das Unternehmen als persönliche Einzelmeinung ein, nicht als Unternehmensposition.

Die nächsten Quartalszahlen sind für den 27. Oktober angesetzt. Bis dahin dürften Anleger zwei Fragen im Blick behalten: ob die Kapitalintensität des Cloud-Ausbaus die Margen weiter drückt, und wie das Gericht in Manhattan die neu offengelegten Aussagen zur Substitution journalistischer Inhalte bewertet.

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Microsoft Aktie

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Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,73 %
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Ø Kursziel 572,92 USD
ISIN: US5949181045 WKN: 870747

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