Microsoft ordnet seine Gaming-Sparte neu – und das ausgerechnet in einer Phase, in der das Xbox-Geschäft Gegenwind spürt. Mit dem Abgang von Phil Spencer und dem Aufstieg der KI-Managerin Asha Sharma rückt außerdem ein Thema stärker ins Rampenlicht: Wie viel KI verträgt Gaming, ohne seinen kreativen Kern zu verlieren?
Führungswechsel bei Xbox
Phil Spencer ist seit gestern (23. Februar) offiziell im Ruhestand. Er war 38 Jahre bei Microsoft, zuletzt 12 Jahre als Chef der Gaming-Sparte. Den Wechsel hatte Microsoft am 20. Februar in einem internen Memo bestätigt, das über den offiziellen Microsoft-Blog veröffentlicht wurde. Spencer bleibt noch bis zum Sommer als Berater an Bord, um den Übergang zu begleiten.
Parallel verlässt auch Xbox-Präsidentin Sarah Bond das Unternehmen. Das macht den Einschnitt größer: Zwei Top-Personalien gehen gleichzeitig, mitten in einer operativ anspruchsvollen Phase.
Asha Sharma setzt Schwerpunkte – mit klarer KI-Ansage
Neue Chefin von Microsoft Gaming ist Asha Sharma. Sie kam 2024 von Instacart (dort COO) und leitete zuletzt als President of Product in Microsofts CoreAI-Bereich Produkte rund um künstliche Intelligenz. Sie berichtet nun direkt an CEO Satya Nadella – als Executive Vice President und CEO von Microsoft Gaming.
In ihrer Botschaft an die Belegschaft formulierte Sharma drei Prioritäten: starke Spiele, eine erneuerte Fokussierung auf Konsolen-Gaming und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI. Auffällig ist dabei ihr Ton: Microsoft Gaming werde nicht „kurzfristiger Effizienz hinterherjagen“ oder das Ökosystem mit „seelenlosem KI-Schrott“ fluten. Gleichzeitig deutet ihr CoreAI-Hintergrund klar darauf hin, dass KI tiefer in Xbox, Game Pass und Cloud-Streaming eingebunden werden soll.
Auch in der zweiten Reihe gibt es Bewegung: Matt Booty steigt zum Executive Vice President und Chief Content Officer auf und soll gemeinsam mit Sharma die Inhalte-Strategie verantworten.
Warum der Zeitpunkt brisant ist
Der Umbau kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Im Dezember-Quartal 2025 sanken die Gaming-Umsätze laut Quelltext um rund 10% gegenüber dem Vorjahr – stärker als vom Management erwartet. Besonders schmerzhaft: Die Hardware-Verkäufe der Xbox brachen demnach um 32% ein. Zusätzlich hatte Microsoft im Januar eine nicht näher bezifferte Wertminderung (Impairment) im Gaming-Geschäft offengelegt.
Das passt ins Bild eines schwierigen Wettbewerbsumfelds: Die aktuelle Xbox-Generation blieb hinter den Verkaufszahlen von Sonys PlayStation und Nintendos Switch zurück. Nach der Integration von Activision Blizzard wurden zudem 2024 mehrere Studios geschlossen – ein Schritt, der zwar Kosten senken kann, aber auch die Pipeline und Stimmung im Entwicklerumfeld belastet.
Beim Kurs spiegelt sich die Nervosität bereits wider: Gestern schloss die Aktie bei 326,05 Euro und liegt damit in den letzten 30 Tagen deutlich im Minus.
Zum nächsten wichtigen Termin wird der Markt genau hinhören: Am 29. April legt Microsoft wieder Zahlen vor – und dort dürfte auch die neue Gaming-Führung erstmals konkret erklären müssen, wie sie Konsolen-Fokus, Content-Strategie und KI-Integration unter einen Hut bringen will.
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