Microsoft startet in die neue Woche mit Gegenwind: Eine milliardenschwere Klage von Elon Musk gegen OpenAI und Microsoft trifft auf ein schwächeres Marktumfeld in Europa nach neuen US-Zolldrohungen. Entscheidend wird nun, wie stark diese Kombination aus Rechtsrisiko und Makrobelastung auf Stimmung und Bewertung durchschlägt.
Klage von Elon Musk und Kursreaktion
Elon Musk hat Ende vergangener Woche eine Klage eingereicht, in der er von OpenAI und Microsoft Schadenersatz von bis zu 134 Milliarden US‑Dollar fordert. Er wirft den Unternehmen wettbewerbswidriges Verhalten und eine Abkehr vom ursprünglichen Non-Profit-Auftrag von OpenAI vor. Ein Geschworenenprozess ist für April 2026 angesetzt.
Am Freitag schlossen die Microsoft‑Papiere an der Wall Street mit einem Plus von 0,70 % bei 459,86 US‑Dollar. Heute fällt die Reaktion in Europa negativ aus: Auf Tradegate verliert die Aktie am Morgen rund 1,85 % und pendelt um 389 Euro.
Der Rückgang ist allerdings nicht nur auf die Klage zurückzuführen. Zusätzlichen Druck bringt die Ankündigung von US‑Präsident Trump, Strafzölle zwischen 10 % und 25 % auf Waren wichtiger europäischer NATO‑Partner im Zusammenhang mit dem Grönland‑Streit zu prüfen. Diese Drohung belastet die großen europäischen Indizes und die in Frankfurt und Stuttgart gehandelten US‑Technologiewerte gleichermaßen.
Die Musk‑Klage erhöht damit die rechtliche und regulatorische Unsicherheit rund um Microsofts KI‑Strategie, obwohl der Konzern operativ weiterhin stark aufgestellt ist.
Stimmung, Wettbewerb und Ausblickszahlen
Trotz der juristischen Schlagzeilen deuten zentrale Marktdaten auf robuste institutionelle Unterstützung hin.
Rückgang der Leerverkäufe
Aktuelle Daten zeigen eine deutlich entspanntere Lage auf der Short‑Seite:
- Short Interest im Dezember 2025: −20,6 %
- Bestandsvolumen: ca. 52,94 Mio. Aktien
- Anteil am Free Float: rund 0,7 %
- Days-to-cover: 2,5 Tage
Damit hat der Verkaufsdruck durch Leerverkäufer zum Jahreswechsel spürbar abgenommen.
KI‑Wettbewerb verschärft sich
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Parallel bleibt der Konkurrenzdruck im KI‑Sektor hoch. Am Wochenende wurde bekannt, dass die Venture‑Capital‑Gesellschaft Sequoia in Anthropic investiert, einen direkten Wettbewerber von OpenAI. Die neue Finanzierungsrunde bewertet Anthropic mit 350 Milliarden US‑Dollar.
Microsoft selbst ist mit milliardenschweren Zusagen an OpenAI und umfangreichen Infrastrukturvereinbarungen fest im Segment verankert. Die hohe Bewertung und die aggressive Finanzierung eines Rivalen unterstreichen jedoch die Intensität des Wettbewerbs um technologische Führerschaft und Marktanteile im KI‑Bereich.
Finanzielle Perspektive
Analysten richten den Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2026:
- Umsatzkonsens: rund 327 Milliarden US‑Dollar
- Liquide Mittel: etwa 102 Milliarden US‑Dollar
- Capex im 1. Quartal: 34,9 Milliarden US‑Dollar, primär für KI‑Infrastruktur
Die erwartete Monetarisierung dieser Investitionen ist ein zentraler Treiber der Wachstumsprognosen und stützt die optimistische Einschätzung vieler Marktteilnehmer.
Makroumfeld und Bewertungsrahmen
Die heutige Schwäche der Microsoft‑Aktie im europäischen Handel steht klar im Kontext der überraschenden Zollankündigungen von Sonntag. Die Aussicht auf neue US‑Zölle gegen europäische Partner drückte den DAX um mehr als 1,5 % nach unten und belastete US‑Technologiewerte im Handel in Frankfurt und Stuttgart.
Auf Zwölfmonatsbasis hat Microsoft den Gesamtmarkt dennoch deutlich übertroffen und steht relativ besser da als Konkurrenten wie Oracle, die stärker durch Verschuldung belastet sind. Gleichzeitig stellt der von Musk geforderte Betrag von 134 Milliarden US‑Dollar ein erhebliches Überschriftenrisiko dar, das die Stimmung bis zum Prozessbeginn im April dämpfen kann.
Ausblick und zentrale Marken
Der nächste konkrete Impuls steht bereits fest: Am 28. Januar legt Microsoft die Zahlen für das zweite Quartal vor.
- Analystenbild: 97 % der 64 von Wall Street erfassten Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 630 US‑Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Niveau um 460 US‑Dollar.
- Technische Lage: Am Freitag schloss die Aktie nahe dem oberen Ende der Handelsspanne von 456,48 bis 463,19 US‑Dollar. Ein stabiler Ausbruch über 473 US‑Dollar würde auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hindeuten. Auf der Unterseite gilt der Bereich um 425 US‑Dollar als wichtige Unterstützung (38,2‑%‑Fibonacci‑Retracement) für den Fall einer weiteren Eintrübung des Makroumfelds.
Mit der Wiedereröffnung der US‑Märkte morgen rückt damit in den Vordergrund, wie stark heimische Anleger die Zollthematik und das Rechtsrisiko in ihre Bewertung einpreisen – und ob die erwarteten Q2‑Zahlen die aktuelle Zurückhaltung kompensieren können.
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