Microsoft Aktie: KI-Hunger frisst Gewinne

Microsoft übertrifft Erwartungen bei Umsatz und Gewinn, doch hohe Investitionen in KI-Kapazitäten führen zu Kursverlusten. Azure-Nachfrage übersteigt aktuell die verfügbaren Kapazitäten deutlich.

Kurz zusammengefasst:
  • Gewinn je Aktie steigt um über 25 Prozent
  • Azure-Umsatz wächst um 40 Prozent
  • Kapazitätsengpässe bis Ende 2026 erwartet
  • KI-Investitionen belasten kurzfristige Profitabilität

Microsoft hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 beeindruckende Zahlen vorgelegt – Gewinn und Umsatz übertrafen die Erwartungen deutlich. Doch statt zu feiern, stürzten die Anleger die Aktie um 7,7 Prozent in den Keller. Der Grund? Die Cloud- und KI-Maschinerie verschlingt Milliarden schneller als gedacht. Kann Microsoft den enormen Kapitalhunger seiner KI-Strategie in profitables Wachstum verwandeln – oder wird die Investitionswelle zum Problem?

Starke Zahlen, nervöse Anleger

Das Tech-Schwergewicht lieferte im ersten Quartal auf ganzer Linie ab. Der Gewinn je Aktie kletterte um 25,2 Prozent auf 4,13 US-Dollar – deutlich über den Analystenschätzungen. Der Umsatz legte um 18,4 Prozent auf 77,6 Milliarden US-Dollar zu. Besonders beeindruckend: Die kommerziellen Vertragsabschlüsse explodierten geradezu um 112 Prozent im Jahresvergleich.

Verantwortlich für diesen Sprung waren vor allem Azure-Großaufträge von OpenAI sowie eine wachsende Zahl von Verträgen über 100 Millionen Dollar für Azure und Microsoft 365. Die Cloud-Sparte Microsoft Cloud erwirtschaftete 49,1 Milliarden Dollar – ein Plus von 26 Prozent.

Azure-Nachfrage explodiert – doch die Kapazität fehlt

Das Intelligent Cloud-Segment steuerte knapp 40 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Azure und andere Cloud-Services schossen um 40 Prozent nach oben. Analysten von Bernstein betonen, dass die Nachfrage nach Azure „extrem stark“ sei – stärker, als es der Markt derzeit einpreise.

Doch genau hier liegt das Dilemma: Microsoft kann die Nachfrage schlicht nicht bedienen. Das Unternehmen bleibt bis mindestens Ende des Geschäftsjahres 2026 kapazitätsbeschränkt. Die Nachfrage übersteigt den Infrastrukturausbau, was zu entgangenen Umsätzen führt. Um gegenzusteuern, plant Microsoft, die KI-Kapazität in diesem Jahr um über 80 Prozent zu steigern und die gesamte Rechenzentrumsinfrastruktur in den nächsten zwei Jahren nahezu zu verdoppeln.

Investitions-Tsunami schreckt Wall Street auf

Im ersten Quartal verschlang Microsoft 34,9 Milliarden Dollar für Investitionen – rund die Hälfte davon für kurzlebige Assets wie GPUs und CPUs. CFO Amy Hood kündigte zudem an, dass das Wachstum der Kapitalausgaben im Geschäftsjahr 2026 höher ausfallen wird als im Vorjahr. Diese Kehrtwende – zuvor hatte man mit einer Verlangsamung gerechnet – ließ die Aktie im nachbörslichen Handel um 3,7 Prozent abrutschen.

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Die Botschaft war klar: Der KI-Boom ist teuer. Sehr teuer. Und das belastet die kurzfristige Profitabilität.

OpenAI-Deal verspricht Milliardenumsätze

Langfristig könnte sich der massive Kapitaleinsatz jedoch auszahlen. Microsoft sicherte sich exklusive Azure-Rechte für OpenAI bis 2030 oder bis zur Erreichung von künstlicher allgemeiner Intelligenz (AGI). OpenAI hat zusätzliche Azure-Dienste im Wert von 250 Milliarden Dollar unter Vertrag genommen – ein gigantisches Umsatzpotenzial, das in den aktuellen Zahlen noch nicht erfasst ist.

Zudem nutzen bereits über 80 Prozent der Fortune-500-Unternehmen Azure AI Foundry. Die Plattform bietet Zugriff auf mehr als 11.000 Modelle, darunter OpenAIs GPT-5.

Analysten bleiben optimistisch

Trotz der jüngsten Kursverluste hält die Wall Street an Microsoft fest. Morgan Stanley hob das Kursziel kürzlich auf 650 Dollar an, Bernstein bekräftigte sein „Outperform“-Rating mit einem Ziel von 645 Dollar. Der Konsens der Analysten liegt bei etwa 628 Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau.

Für das zweite Quartal rechnet Microsoft mit Umsätzen zwischen 79,5 und 80,6 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 14 bis 16 Prozent entspricht. Azure soll um rund 37 Prozent zulegen – wäre da nicht die Kapazitätsbremse, könnte es noch mehr sein.

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