Microsoft Aktie: Maia 300 für September geplant
Microsoft treibt die Entwicklung des eigenen KI-Chips Maia 300 voran, um die Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren. Analysten bleiben trotz Kursrücksetzern zuversichtlich.

Kurz zusammengefasst
- Eigener KI-Chip Maia 300 geplant
- Verhandlungen mit TSMC über Kapazitäten
- Azure-Wachstum von 43 Prozent
- Bernstein erhöht Kursziel auf 660 Dollar
Microsoft verliert an der Börse an Boden, während der Konzern im Hintergrund an seiner größten strategischen Wette arbeitet: der Unabhängigkeit von Nvidia. Die Aktie schloss am Freitag bei 413,70 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 3,3 Prozent zu Buche.
Der Rücksetzer wirkt seltsam angesichts der Rallye der vergangenen 30 Tage: Dort legte die Aktie 21 Prozent zu. Die Volatilität bleibt hoch. Auf Jahressicht bewegt sich der Kurs praktisch auf der Stelle, mit einem Plus von gerade einmal 0,1 Prozent.
Der breite Markt zeigte sich zuletzt widersprüchlich. Der Dow Jones legte an einem Tag um 500 Punkte zu, dennoch schlossen alle drei großen US-Indizes die Woche im Minus. Anleger warten auf die Quartalszahlen von Nvidia — sie gelten als Gradmesser für die gesamten Investitionen in KI-Infrastruktur. Microsofts eigener Rücksetzer spiegelt genau diese Unsicherheit.
Der eigene Chip nimmt Form an
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht Microsofts Plan, weniger von Nvidia-Hardware abhängig zu sein. Der Konzern bereitet die Vorstellung seines dritten selbst entwickelten KI-Chips vor, den Maia 300, offenbar bereits für September.
Die Dimensionen sind bemerkenswert. Microsoft verhandelt mit dem Auftragsfertiger TSMC über Kapazitäten für mehr als 300.000 Chips, die 2027 geliefert werden sollen. Nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters visiert der Konzern langfristig sogar eine Produktion von über einer Million Einheiten an.
Damit würde Maia vom internen Experiment zu einem zentralen Baustein der Azure-Infrastruktur aufsteigen. Andrew Wall, der bei Microsoft für das Maia-Programm verantwortlich ist, erklärte, der Konzern investiere weiter in eigene Chips als Teil seiner langfristigen KI-Strategie. Die bislang berichteten Produktionszahlen würden das tatsächliche Ausmaß des Programms nicht widerspiegeln, so Wall.
Microsoft sucht zudem gezielt externe Kunden für die neuen Chips. Der KI-Anbieter Anthropic gilt als Wunschkunde, hat sich bislang aber nicht festgelegt. Anthropic setzt historisch stark auf Nvidia-Grafikprozessoren für Training und Betrieb seiner Modelle — eine Umstellung wäre kein kleiner Schritt.
Analysten bleiben zuversichtlich
Trotz der schwankenden Kursentwicklung bleibt die Stimmung unter Analysten konstruktiv. Die Bank Bernstein SocGen hob ihr Kursziel von 647 auf 660 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Die Analysten begründen dies damit, dass Microsoft seine Rechenzentren langsamer ausbaut, als die Cloud-Umsätze wachsen — ein Argument gegen die Sorge vor einer Überinvestition in KI-Infrastruktur.
Die Zahlen stützen diese These. Am 29. Juli meldete Microsoft für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres 2026 ein Umsatzwachstum bei Azure von 43 Prozent im Jahresvergleich, nach 40 Prozent im Quartal zuvor. Der Konzern beendete das Geschäftsjahr zudem mit einem Auftragsbestand im Cloud-Geschäft von 678 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 84 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Entscheidende Wochen stehen bevor
Die kommenden Wochen dürften richtungsweisend für die gesamte KI-Branche werden. Nvidia legt in Kürze seine Zahlen vor, Microsoft plant die Vorstellung von Maia 300 für September. Ob sich die Chip-Ambitionen in konkrete externe Kundenverträge übersetzen lassen, dürfte sich in diesem Zeitraum zeigen.
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