Microsoft Aktie: Maia 300 für September geplant

Microsoft treibt die Entwicklung des eigenen KI-Chips Maia 300 voran, um die Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren. Analysten bleiben trotz Kursrücksetzern zuversichtlich.

Dr. Robert Sasse ·
Abstrakte Darstellung eines modernen Rechenzentrums mit leuchtenden Server-Racks. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Eigener KI-Chip Maia 300 geplant
  • Verhandlungen mit TSMC über Kapazitäten
  • Azure-Wachstum von 43 Prozent
  • Bernstein erhöht Kursziel auf 660 Dollar

Microsoft verliert an der Börse an Boden, während der Konzern im Hintergrund an seiner größten strategischen Wette arbeitet: der Unabhängigkeit von Nvidia. Die Aktie schloss am Freitag bei 413,70 Euro, ein Plus von 0,4 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 3,3 Prozent zu Buche.

Der Rücksetzer wirkt seltsam angesichts der Rallye der vergangenen 30 Tage: Dort legte die Aktie 21 Prozent zu. Die Volatilität bleibt hoch. Auf Jahressicht bewegt sich der Kurs praktisch auf der Stelle, mit einem Plus von gerade einmal 0,1 Prozent.

Der breite Markt zeigte sich zuletzt widersprüchlich. Der Dow Jones legte an einem Tag um 500 Punkte zu, dennoch schlossen alle drei großen US-Indizes die Woche im Minus. Anleger warten auf die Quartalszahlen von Nvidia — sie gelten als Gradmesser für die gesamten Investitionen in KI-Infrastruktur. Microsofts eigener Rücksetzer spiegelt genau diese Unsicherheit.

Der eigene Chip nimmt Form an

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht Microsofts Plan, weniger von Nvidia-Hardware abhängig zu sein. Der Konzern bereitet die Vorstellung seines dritten selbst entwickelten KI-Chips vor, den Maia 300, offenbar bereits für September.

Die Dimensionen sind bemerkenswert. Microsoft verhandelt mit dem Auftragsfertiger TSMC über Kapazitäten für mehr als 300.000 Chips, die 2027 geliefert werden sollen. Nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters visiert der Konzern langfristig sogar eine Produktion von über einer Million Einheiten an.

Damit würde Maia vom internen Experiment zu einem zentralen Baustein der Azure-Infrastruktur aufsteigen. Andrew Wall, der bei Microsoft für das Maia-Programm verantwortlich ist, erklärte, der Konzern investiere weiter in eigene Chips als Teil seiner langfristigen KI-Strategie. Die bislang berichteten Produktionszahlen würden das tatsächliche Ausmaß des Programms nicht widerspiegeln, so Wall.

Microsoft sucht zudem gezielt externe Kunden für die neuen Chips. Der KI-Anbieter Anthropic gilt als Wunschkunde, hat sich bislang aber nicht festgelegt. Anthropic setzt historisch stark auf Nvidia-Grafikprozessoren für Training und Betrieb seiner Modelle — eine Umstellung wäre kein kleiner Schritt.

Analysten bleiben zuversichtlich

Trotz der schwankenden Kursentwicklung bleibt die Stimmung unter Analysten konstruktiv. Die Bank Bernstein SocGen hob ihr Kursziel von 647 auf 660 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Die Analysten begründen dies damit, dass Microsoft seine Rechenzentren langsamer ausbaut, als die Cloud-Umsätze wachsen — ein Argument gegen die Sorge vor einer Überinvestition in KI-Infrastruktur.

Die Zahlen stützen diese These. Am 29. Juli meldete Microsoft für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres 2026 ein Umsatzwachstum bei Azure von 43 Prozent im Jahresvergleich, nach 40 Prozent im Quartal zuvor. Der Konzern beendete das Geschäftsjahr zudem mit einem Auftragsbestand im Cloud-Geschäft von 678 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 84 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Entscheidende Wochen stehen bevor

Die kommenden Wochen dürften richtungsweisend für die gesamte KI-Branche werden. Nvidia legt in Kürze seine Zahlen vor, Microsoft plant die Vorstellung von Maia 300 für September. Ob sich die Chip-Ambitionen in konkrete externe Kundenverträge übersetzen lassen, dürfte sich in diesem Zeitraum zeigen.

Anzeige

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 9. September liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Microsoft Aktie

423,30 EUR

– 0,90 EUR -0,21 %
KGV 27,53
KUV 11,18
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,73 %
Marktkapitalisierung 3,71 Bio. USD
Ø Kursziel 572,92 USD
ISIN: US5949181045 WKN: 870747

Community Forum zu Microsoft

Ähnliche Artikel

Planethic Aktie: Voigt und Bredack sichern Finanzierung

Planethic Aktie: Voigt und Bredack sichern Finanzierung

Turnaround ·
Nvidia Aktie: Alte Chips, neue Preise

Nvidia Aktie: Alte Chips, neue Preise

KI & Quantencomputing ·
Gold: Ölpreise treiben Inflationssorgen

Gold: Ölpreise treiben Inflationssorgen

Gold & Edelmetalle ·
Xiaomi zwischen Indien-Ermittlung, Chip-Offensive und Europa-Ambitionen: Wohin steuert die Aktie?

Xiaomi zwischen Indien-Ermittlung, Chip-Offensive und Europa-Ambitionen: Wohin steuert die Aktie?

E-Commerce ·
AMD Aktie: Rechenzentrumsgeschäft soll bis 2027 verdoppeln

AMD Aktie: Rechenzentrumsgeschäft soll bis 2027 verdoppeln

KI & Quantencomputing ·

Weitere Artikel zu Microsoft

Alle Artikel anzeigen
Microsoft Aktie: Azure knackt 101,9 Milliarden Dollar

Microsoft Aktie: Azure knackt 101,9 Milliarden Dollar

KI & Quantencomputing ·
Microsoft Aktie: Azure-Umsatz ab Q1 2027 in Dollar

Microsoft Aktie: Azure-Umsatz ab Q1 2027 in Dollar

Earnings ·
Microsoft Aktie: Abschreibungsdauer auf 25 Jahre gestreckt

Microsoft Aktie: Abschreibungsdauer auf 25 Jahre gestreckt

KI & Quantencomputing ·
Microsoft Aktie: Verhandelt über Moonshot-Modell Kimi K3

Microsoft Aktie: Verhandelt über Moonshot-Modell Kimi K3

KI & Quantencomputing ·
Microsoft- vs. Alphabet-Aktie: Festung gegen Wachstumstempo

Microsoft- vs. Alphabet-Aktie: Festung gegen Wachstumstempo

KI & Quantencomputing ·