Microsoft Aktie: Miasma-Wurm befällt 73 GitHub-Repositories
Ein Cyberangriff auf GitHub und der Abbau von bis zu 400 Stellen in China belasten die Microsoft-Aktie zusätzlich.
Kurz zusammengefasst
- Miasma-Wurm infiltriert Azure-Organisationen
- Bis zu 400 Stellenstreichungen in China
- KI-Chef Suleyman relativiert Job-Prognose
- Xbox-Sparte senkt Game-Pass-Preise
Microsoft kämpft an mehreren Fronten. Ein massives Sicherheitsproblem bei GitHub und ein neuer Stellenabbau in China verunsichern den Markt. Die Aktie rutscht leicht ab. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus bereits auf über 13 Prozent.
GitHub-Sicherheitsleck trifft Azure
Ein Cyberangriff erschüttert die Entwicklerplattform GitHub. Der sogenannte Miasma-Wurm hat die Azure-Organisationen von Microsoft infiltriert. Das Unternehmen nahm daraufhin 73 Repositories offline.
Die Angreifer nutzten ein kompromittiertes Konto. Sie platzierten schädliche Dateien im Bereich „Azure/durabletask“. Diese zielen auf KI-Programmierwerkzeuge wie Claude Code oder VS Code ab.
Microsoft bestätigte die Sperrungen am 8. Juni. Bereits im Mai gab es einen Vorfall im selben Bereich. Weil Microsoft die Systeme nicht vollständig bereinigte, konnten die Täter offenbar zurückkehren.
Azure streicht Stellen in China
Parallel dazu verkleinert Microsoft sein Cloud-Geschäft in China. Der Konzern entlässt bis zu 400 Mitarbeiter in Peking und Shanghai. Die Betroffenen verlassen das Unternehmen am 6. Juli.
Microsoft streicht damit zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren Personal in China. Andere Abteilungen wie die KI-Forschung bleiben von den Maßnahmen verschont.
Hintergrund sind verschärfte Datenrichtlinien. Die Spannungen zwischen Washington und Peking zwingen US-Technologiekonzerne zum Handeln. Das Cloud-Geschäft mit sensiblen Daten wird zunehmend schwierig.
KI-Aussagen und Xbox-Umbau
Für weitere Unruhe sorgte KI-Chef Mustafa Suleyman. Im Februar prognostizierte er noch das schnelle Ende vieler Büroberufe durch Künstliche Intelligenz. Nun ruderte er in einem Podcast zurück.
KI sei eher ein Helfer als ein Jobkiller. Die Technologie werde lediglich kleinere Aufgaben automatisieren. Diese klärenden Worte halfen der Aktie am Dienstag nicht. Die Folge: weitere Kursverluste.
Positive Signale kommen derweil aus der Gaming-Sparte. Die neue Xbox-Chefin Asha Sharma senkte die Preise für den Game Pass. Sie stoppte außerdem unpopuläre KI-Initiativen.
Zusätzlich holte sie den Branchenexperten Matthew Ball als neuen Strategiechef an Bord. Er soll bekannte Spielemarken wiederbeleben.
Aktionäre blicken nun auf den morgigen Donnerstag. Microsoft schüttet eine Quartalsdividende von 0,91 US-Dollar je Aktie aus.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Bei einem aktuellen Kurs von rund 348 Euro notiert das Papier deutlich unter der 200-Tage-Linie. Bis zum alten Rekordhoch fehlt mehr als ein Viertel an Wert.
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