Microsoft Aktie: Q4-Zahlen am 29. Juli

Microsoft erwartet Rekordquartal mit 87,6 Mrd. Dollar Umsatz. Analysten bleiben trotz Kursrückgangs optimistisch, während hohe KI-Investitionen und Cloud-Wettbewerb die Aktie belasten.

Dr. Robert Sasse ·
Moderne Glasfassade eines Wolkenkratzers im Sonnenlicht als Symbol für den Technologiesektor und Marktstimmung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Rekordumsatz von 87,6 Milliarden Dollar erwartet
  • Analysten sehen trotz Kursverlusten Aufwärtspotenzial
  • KI-Investitionen und Cloud-Wettbewerb im Fokus
  • Sammelklage wegen KI-Äußerungen eingereicht

Microsoft steht vor einem der wichtigsten Bilanztermine des Jahres. Am 29. Juli 2026 legt der Konzern die Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor, und die Wall Street erwartet ein weiteres Rekordquartal. Der Analystenkonsens geht von einem Umsatz von 87,62 Milliarden Dollar aus, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sowie einem Gewinn je Aktie von 4,24 Dollar, was einem Zuwachs von 16 Prozent entspräche.

Die Aktie selbst notiert an der Börse aktuell bei 335,40 Euro und büßt am Berichtstag 2,00 Prozent ein – ein Zeichen dafür, wie nervös der Markt kurz vor den Zahlen reagiert. Zum 52-Wochen-Hoch klafft mittlerweile eine Lücke von 29,85 Prozent, ein Ausmaß, das die Debatte um die hohen KI-Investitionen des Konzerns widerspiegelt.

Analysten bleiben trotz Kursrückgangs optimistisch

Trotz der schwachen Kursentwicklung der vergangenen Monate zeigen sich mehrere Analysehäuser ungewöhnlich zuversichtlich. Bernstein-Analyst Mark Moerdler bekräftigte sein Buy-Rating mit einem Kursziel von 646 Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von rund 66 Prozent entspräche. Moerdler geht laut TipRanks von einem soliden Quartal aus, erwartet aber, dass ein echter Kursausbruch noch ein bis zwei weitere Quartale dauern könnte. Er verweist zugleich darauf, dass sich die KI-Bruttomargen stabilisiert hätten und das Investitionswachstum im dritten Quartal langsamer verlief als das Wachstum bei Azure selbst.

Auch Oppenheimer-Analyst Brian Schwartz bleibt bei seinem Outperform-Rating mit Kursziel 515 Dollar. Er sieht laut Blockonomi eine gesunde Nachfrage, warnt aber vor einem möglichen Überhang durch die hohen Investitionsausgaben – seine Schätzung für das Kapitalbudget im Geschäftsjahr 2027 könnte am Ende sogar noch übertroffen werden. Insgesamt bewerten 35 von 37 erfassten Analysten die Aktie mit Strong Buy, nur eine Stimme lautet Hold und eine Sell, bei einem durchschnittlichen Kursziel von 558,86 Dollar.

Geschäftszahlen liefern den Hintergrund für die Debatte

Die Zuversicht der Analysten speist sich aus den bisherigen Kennzahlen des Konzerns. Im dritten Geschäftsquartal übertraf Microsoft mit einem Gewinn je Aktie von 4,27 Dollar die Erwartung von 4,07 Dollar, der Umsatz kletterte um 18,3 Prozent auf 82,89 Milliarden Dollar. Das KI-Geschäft erreichte eine annualisierte Laufrate von 37 Milliarden Dollar, ein Plus von 123 Prozent, während der Auftragsbestand im Firmenkundengeschäft auf 627 Milliarden Dollar stieg – fast eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Azure wuchs zuletzt um rund 40 Prozent.

Auf der Kostenseite bleibt der Konzern jedoch unter Beobachtung: Die quartalsweisen Investitionsausgaben lagen zuletzt bei rund 31 Milliarden Dollar. Befürworter der Aktie argumentieren, Microsoft baue mit Investitionen in Kernkraft und kleine modulare Reaktoren gezielt eine Energie-Absicherung für seine Rechenzentren auf – ein Vorteil gegenüber Wettbewerbern. Im vergangenen Quartal habe der Konzern zudem 12,7 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgeführt, ein Anstieg von 32 Prozent.

Wettbewerb im Cloud-Markt verschärft sich

Der Blick auf die Konkurrenz zeigt, warum die Investoren die Kapex-Zahlen so genau verfolgen. Amazon Web Services kam zuletzt auf einen Marktanteil von 28 Prozent bei einem Umsatz von 37,6 Milliarden Dollar, Azure lag bei 21 Prozent Marktanteil. Google Cloud beschleunigte sein Wachstum zuletzt auf 82 Prozent und meldete für sein zweites Quartal 2026 einen Umsatz von 24,8 Milliarden Dollar – nach 63 Prozent Wachstum im Quartal davor. Der gesamte Cloud-Markt wird mittlerweile auf eine annualisierte Größe von über 500 Milliarden Dollar taxiert, was den Druck auf alle drei Anbieter erhöht, weiter kräftig zu investieren.

Rechtlicher Hintergrund belastet zusätzlich

Parallel zur operativen Debatte läuft für Microsoft-Aktionäre eine Frist im Rahmen einer Sammelklage. Die Klagepartei wirft dem Konzern vor, im Zeitraum vom 1. Mai 2025 bis zum 28. Januar 2026 falsche Aussagen zu seinen KI-Initiativen rund um Copilot und Azure gemacht zu haben. Die Frist zur Anmeldung als Lead Plaintiff läuft am 11. August 2026 ab. Für den Kurs dürfte am Ende jedoch der Ausblick zu Azure und den KI-Investitionen entscheidender sein als die juristische Nebenfront.

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Microsoft Aktie

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Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,74 %
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ISIN: US5949181045 WKN: 870747

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