Microsoft Aktie: Radke hebt Kursziel auf 600 Dollar

Citigroup erhöht Microsofts Kursziel auf 600 US-Dollar. Azure-Wachstum und KI-Nachfrage treiben die Aktie, die nach Rekordquartal stark zulegt.

Dr. Robert Sasse ·
Abstrakte Darstellung eines modernen Bürogebäudes bei Sonnenaufgang als Symbol für Wachstum im Technologiesektor. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Citigroup erhöht Kursziel auf 600 Dollar
  • Azure-Wachstum treibt Microsoft-Aktie
  • Rekordquartal mit 90 Milliarden Dollar Umsatz
  • KI-Investitionen erreichen 115,95 Milliarden Dollar

Citigroup-Analyst Tyler Radke setzte am Freitag ein neues Signal in der Kursziel-Debatte um Microsoft: Er erhöhte seine Zielmarke von 570 auf 600 US-Dollar und bestätigte die Einstufung „Buy“. Als Begründung nannte er das anhaltend starke Wachstum der Cloud-Sparte Azure sowie die ungebrochene Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz.

Radke steht mit seinem Optimismus nicht allein. Eine Umfrage von S&P Global unter 56 Analysten ergab Anfang August ein „Strong Buy“-Konsensbild für Microsoft, mit einem durchschnittlichen Zwölfmonatsziel von 563,16 US-Dollar. Die optimistischste Schätzung im Panel liegt bei 870 US-Dollar.

Rekordquartal treibt die Rally

Auslöser der jüngsten Kurszielrunde sind die Ende Juli veröffentlichten Zahlen zum vierten Quartal des Fiskaljahres 2026. Microsoft meldete einen Umsatz von 90,01 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 17,75 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 4,74 Dollar und übertraf die Markterwartung deutlich.

Wachstumstreiber blieb erneut Azure: Die Cloud-Plattform legte um 43 Prozent zu und überschritt im Jahresumsatz erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Der Preis dafür ist hoch – allein im vierten Quartal steckte der Konzern 35,80 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur, ein Plus von 109,63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das gesamte Fiskaljahr summierten sich die Investitionen auf 115,95 Milliarden Dollar.

Die Reaktion an der Wall Street fiel entsprechend heftig aus. Nach den Quartalszahlen sprang die Aktie an einem einzelnen Handelstag um 15,51 Prozent auf 487,65 Dollar – die stärkste Tagesreaktion seit sechs Quartalen. In der gesamten Woche nach der Vorlage summierte sich der Kursgewinn auf mehr als 25 Prozent.

Kursziele auf Rekordniveau, aber nicht einstimmig

Nicht jedes Haus zieht denselben Schluss aus den Zahlen. UBS-Analyst Karl Keirstead hatte bereits Ende Juli sein Kursziel auf 480 Dollar gesenkt und damit als eines der vorsichtigeren Häuser im aktuellen Feld eingestuft – die Einstufung „Buy“ behielt er dennoch bei. Bei den übrigen großen US-Banken, die ihre Ziele rund um die Quartalszahlen anpassten, reicht die Spanne inzwischen von 512 bis 650 Dollar. Die Bandbreite zeigt: Der Optimismus über Azure und die KI-Monetarisierung ist breit, die Einschätzung zum bereits erreichten Kursniveau geht jedoch auseinander.

Parallel zur Rally meldeten Unternehmensinsider Anfang August über Form-144- und Form-4-Mitteilungen beabsichtigte Verkäufe von Aktien aus Mitarbeiterprogrammen. Solche Meldungen sind nach starken Kursanstiegen keine Seltenheit, sie liefern Anlegern aber einen zusätzlichen Hinweis darauf, wie Führungskräfte das aktuelle Bewertungsniveau selbst einschätzen.

Kurs nähert sich altem Rekord, Indikatoren zeigen Überhitzung

Im deutschen Handel schloss die Microsoft-Aktie am Freitag bei 432,35 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 7,26 Prozent, das die Nachwirkungen der Quartalszahlen und der jüngsten Kurszielanhebungen widerspiegelt. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch fehlen der Aktie derzeit noch rund 9,6 Prozent.

Technische Indikatoren wie der Relative-Stärke-Index deuten nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Wochen inzwischen auf eine überkaufte Lage hin. Für Anleger bedeutet das: Die fundamentale Wachstumsstory rund um Azure und Copilot bleibt intakt und wird von den meisten Analysehäusern honoriert, kurzfristig könnte die Aktie nach dem starken Lauf aber anfälliger für Rückschläge sein.

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Microsoft Aktie

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