Microsoft Aktie: Regulierer nimmt Büro-Software ins Visier
Die britische CMA erwägt einen Sonderstatus für Microsoft; eine Entscheidung über mögliche Auflagen soll bis Februar fallen.
Kurz zusammengefasst
- CMA schlägt besonderen Marktstatus vor
- Bündelung von Excel, Teams und Copilot geprüft
- Microsoft bestreitet Wettbewerbsbehinderung
- Stromlieferung für Indiana-Campus ab 2028 geplant
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA will Microsoft den Status eines Unternehmens mit „strategischer Marktstellung“ im Geschäft mit Unternehmenssoftware verpassen. Der Vorschlag vom Freitag könnte den Weg für Eingriffe in die Bündelung von Excel, Teams und dem KI-Assistenten Copilot ebnen. Für den Konzern wäre es ein Präzedenzfall mit Signalwirkung.
Was die Behörde Microsoft vorwirft
Die CMA hatte im Mai eine Untersuchung eingeleitet. Sie prüft, ob die Bündelung der Business-Produkte den Wettbewerb behindert. Rund 20 Millionen Menschen nutzen diese Programme monatlich in Großbritannien. Die Marktstärke beruhe vor allem auf den Hürden, die Kunden beim Wechsel zu überwinden hätten, so die Behörde.
Microsoft widerspricht. Alle Produkte, auch Copilot, seien offen und interoperabel, erklärte ein Sprecher. Kunden könnten sie neben Konkurrenzdiensten nutzen.
Die CMA prüft zudem, ob Kunden bei KI-Werkzeugen frei wählen können und ob Rivalen gegen Copilot bestehen. Auch die Bündelung von Sicherheitsprodukten und die Lizenzpraxis bei Cloud-Einsätzen stehen auf dem Prüfstand. Die endgültige Entscheidung soll bis Februar fallen. Microsoft wäre nach Google und Apple das dritte Unternehmen mit diesem Status.
Parallel dazu mahnte die Behörde Microsoft und Amazon Web Services, mehr gegen die Wechselbarrieren zwischen Cloud-Anbietern zu tun. Eine umfassende Marktuntersuchung der Cloud-Branche hält sie weiter als Option offen.
Strom für Indiana, Unruhe im KI-Umfeld
Operativ wächst der Konzern weiter in die Breite. Der Versorger NiSource hat einen 20-Jahres-Vertrag zur Stromversorgung des geplanten Rechenzentrums-Campus im Nordwesten von Indiana abgeschlossen. Die Belieferung soll 2028 beginnen. Etwa 1.100 Megawatt neue Erzeugungs- und Übertragungskapazität entstehen dafür, darunter 600 Megawatt Batteriespeicher.
Microsoft trägt die Kosten der nötigen Infrastruktur selbst. Bestehende Stromkunden sollen so vor Preisaufschlägen geschützt werden. Konzernvertreter betonten, man wolle nicht für höhere Strompreise anderer Verbraucher verantwortlich sein.
Die Aktie schloss am Donnerstag mit einem Plus von 1,1 Prozent bei gut 539 Dollar. Am Freitag gab der Titel nach Angaben aus dem Marktumfeld zeitweise rund 2,3 Prozent nach. Hintergrund ist die Nervosität um KI-Infrastruktur.
Der schwer verschuldete Cloud-Anbieter CoreWeave geriet unter Druck, nachdem Hyperscaler wie Microsoft und Oracle von Verzögerungen bei Rechenzentrumsprojekten sowie Engpässen bei Strom und Komponenten gesprochen hatten. Pläne von Microsoft und Meta für eigene Chips gegen Nvidia verstärken die Sorgen im Ökosystem.
Der nächste Termin steht bereits fest: NiSource will weitere Details zum Vertrag bei seiner Telefonkonferenz zum dritten Quartal nennen. Die britische Entscheidung über Microsofts Status folgt bis Februar.
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