Microsoft Aktie: Verhandelt über Moonshot-Modell Kimi K3

Microsoft prüft eine Umsatzbeteiligung für Moonshots Kimi K3 auf Azure, während hohe KI-Kosten und die Bewertung der Aktie kritisch diskutiert werden.

Dieter Jaworski ·

Kurz zusammengefasst

  • Gespräche über Moonshots Kimi K3
  • Bis zu 30 Prozent Umsatzanteil
  • KI-Betriebskosten von 28.000 Dollar
  • Seekingalpha bestätigt Einstufung auf Buy

Microsoft steckt mitten in Gesprächen mit dem chinesischen KI-Start-up Moonshot, die für den Konzern weitreichende Folgen haben könnten. Wie Barchart berichtet, verhandelt Microsoft in einem frühen Stadium über eine Umsatzbeteiligung, um das Moonshot-Modell „Kimi K3″ auf Azure zu hosten.

Moonshot fordert dabei bis zu 30 Prozent der damit verbundenen Serviceerlöse – eine Hausnummer, die zeigt, wie hart um Marktanteile im KI-Hosting-Geschäft gerungen wird.

Wettlauf um Modelle auf der eigenen Plattform

Der mögliche Moonshot-Deal reiht sich in eine Serie von Erweiterungen des Microsoft-Foundry-Angebots ein. Bereits am 19. August hatte Microsoft die Modelle DeepSeek-V4-Flash-0731 und NVIDIA Nemotron 3.5 Lightning in den Foundry-Katalog aufgenommen, um agentische Workflows und die Verarbeitung langer Kontexte zu unterstützen.

Am Mittwoch vergangener Woche folgte mit „gpt-chat-latest“ ein weiteres Modell mit fixem Reasoning-Level für Chat-Anwendungen. Microsoft positioniert seine Plattform damit zunehmend als neutralen Marktplatz für fremde KI-Modelle statt als reines Schaufenster für eigene Technologie – eine Strategie, die mit Blick auf Moonshot nun auch chinesische Anbieter einschließen könnte.

Parallel dazu machte Microsoft die „intelligente Discovery“-Funktion im Microsoft Marketplace weltweit verfügbar. Kunden können damit über natürliche Sprache passende KI-Agenten und Softwarelösungen finden und vergleichen – ein weiterer Baustein der Strategie, Azure als zentrale Anlaufstelle für KI-Beschaffung zu etablieren.

Steigende Kosten belasten das Bild

Nicht alle Nachrichten rund um Microsofts KI-Offensive sind positiv. Medienberichten zufolge kursierte intern eine von Mitarbeitern gepflegte Tabelle, die wachsende Sorgen über steigende KI-Betriebskosten dokumentiert.

Ein Beschäftigter soll demnach über einen Zeitraum von 28 Tagen KI-Nutzungsgebühren von 28.000 Dollar verzeichnet haben. Solche Zahlen nähren Zweifel daran, wie tragfähig die aktuelle Kostenstruktur der KI-Dienste langfristig ist – ein Thema, das auch Analysten zunehmend beschäftigt.

Kurs nahe am Rekordhoch, Bewertung wird kritischer gesehen

Am Freitag schloss die Aktie bei 443,25 Euro, ein Plus von 2,2 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 7,1 Prozent zu Buche, über 30 Tage sogar von 30 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 478,10 Euro, erreicht am 28. Oktober, trennt die Aktie noch ein Abstand von 7,3 Prozent.

Die kräftige Rally lässt auch kritischere Stimmen lauter werden. Seekingalpha stufte die Aktie am 18. August von „Strong Buy“ auf „Buy“ zurück und verwies darauf, dass ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 28,6 die Bewertung im Vergleich zur Konkurrenz weniger attraktiv erscheinen lässt – trotz eines auf 43 Prozent beschleunigten Azure-Wachstums und eines Auftragsbestands von 678 Milliarden Dollar.

Am 28. August folgte eine erneute Einstufung auf „Buy“, diesmal mit dem Hinweis, der seit den jüngsten Quartalszahlen verzeichnete Kursanstieg von 18,5 Prozent habe die Bewertung auf ein Niveau getrieben, das angesichts struktureller Margendrucke durch margenschwächere Azure-Dienste nicht ohne Weiteres tragfähig sei.

Auch aus dem eigenen Management gab es zuletzt eine Transaktion mit Signalwirkung: Amy Coleman, Executive Vice President des Unternehmens, hatte am 17. August rund 89.000 Aktien zu 495,40 Dollar veräußert, um steuerliche Verpflichtungen im Zusammenhang mit ausgeübten Aktienrechten zu begleichen – eine Pflichtmeldung ohne strategische Signalwirkung, aber ein Beleg dafür, dass Insider bei den aktuellen Kursniveaus Kasse machen.

Anzeige

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 29. August liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Microsoft Aktie

443,40 EUR

+ 15,25 EUR +3,56 %
KGV 27,39
KUV 10,77
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,74 %
Marktkapitalisierung 3,69 Bio. USD
Ø Kursziel 569,45 USD
ISIN: US5949181045 WKN: 870747

Community Forum zu Microsoft

Ähnliche Artikel

Nokia Aktie: 150 Prozent Anstieg in 12 Monaten

Nokia Aktie: 150 Prozent Anstieg in 12 Monaten

Telekommunikation ·
MercadoLibre Aktie: Neues Verteilzentrum in Mexiko geplant

MercadoLibre Aktie: Neues Verteilzentrum in Mexiko geplant

Emerging Markets ·
Argo Graphene: Waste-to-Graphene auf ACS-Symposium präsentiert

Argo Graphene: Waste-to-Graphene auf ACS-Symposium präsentiert

Chemie ·
Airbus Aktie: 14.000 Beschäftigte streiken

Airbus Aktie: 14.000 Beschäftigte streiken

Industrie ·
Ondas Holdings Aktie: Aran-Defense-Deal für Q3 2026 erwartet

Ondas Holdings Aktie: Aran-Defense-Deal für Q3 2026 erwartet

Industrie ·

Weitere Artikel zu Microsoft

Alle Artikel anzeigen
Microsoft- vs. Alphabet-Aktie: Festung gegen Wachstumstempo

Microsoft- vs. Alphabet-Aktie: Festung gegen Wachstumstempo

KI & Quantencomputing ·
Microsoft Aktie: Maia 300 für September geplant

Microsoft Aktie: Maia 300 für September geplant

KI & Quantencomputing ·
Microsoft Aktie: 835 Megawatt Strom von Three Mile Island

Microsoft Aktie: 835 Megawatt Strom von Three Mile Island

KI & Quantencomputing ·
Microsoft Aktie: 30 Millionen Copilot-Konten

Microsoft Aktie: 30 Millionen Copilot-Konten

KI & Quantencomputing ·
Microsoft Aktie: 64 Milliarden Dollar blockiert

Microsoft Aktie: 64 Milliarden Dollar blockiert

Tech & Software ·