Microsoft Aktie: Xbox-Gerücht um Disc-Laufwerk
Microsoft-Aktie schwächelt angesichts von KI-Marktrotation und Xbox-Spekulationen. Fokus liegt auf den Quartalszahlen am 29. Juli.

Kurz zusammengefasst
- Aktie nahe 50-Tage-Linie
- Gewinnmitnahmen im KI-Sektor
- Gerücht um Xbox-Disc-Laufwerk
- Quartalszahlen am 29. Juli
Microsoft-Aktien pendeln aktuell bei 342,90 Euro, ein Minus von 0,44 Prozent zum Freitagsschluss von 344,40 Euro. Die Aktie klebt nahe ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 347,03 Euro fest. Zwei Themen beschäftigen Investoren derzeit: eine branchenweite Verkaufswelle bei KI-Infrastrukturwerten und Gerüchte um die nächste Xbox-Generation.
Gewinnmitnahmen statt Vertrauensverlust
Vergangene Woche traf eine sektorweite Korrektur zahlreiche KI-nahe Technologiewerte. Trotz später Verkäufe bei vielen Big-Tech-Titeln schlossen Apple, Amazon und Microsoft die Woche im Plus. Marktbeobachter werten den Rückgang eher als Gewinnmitnahme denn als Zweifel am Wachstumskurs. Viele KI-Infrastrukturwerte waren nach enormen Kursgewinnen in diesem Jahr regelrecht durch die Decke gegangen.
Chip- und Infrastrukturwerte schwanken derzeit deutlich stärker als Software-Riesen wie Microsoft. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 17 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht sind es 21,38 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 307,10 Euro, erreicht am 25. Juni, hat sich der Kurs bereits um rund 3,35 Prozent über die letzten 30 Tage erholt.
Disc-Drive-Gerücht sorgt für Wirbel
Neben der Marktrotation belastete auch ein firmenspezifisches Thema den Kurs am Freitag. Ein Gerücht besagt, Microsoft plane für die nächste Xbox-Generation, intern „Project Helix“ genannt, wieder ein Disc-Laufwerk einzubauen. Das Timing sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit: Kurz zuvor hatte Sony angekündigt, die Produktion physischer PlayStation-Discs 2028 einzustellen.
Spekulationen über die Hardware-Strategie laufen seit Monaten. Microsoft selbst hat zur Disc-Drive-Frage keine Details bestätigt. Eine offizielle Vorstellung der neuen Xbox gibt es bislang nicht — Informationen sickern weiterhin über Leaks und Entwickler-Aussagen durch, nicht über offizielle Kanäle.
Quartalszahlen am 29. Juli im Blick
Der nächste große Kurstreiber steht bereits fest: Microsoft veröffentlicht am 29. Juli die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal. Die Bank of America bestätigt ihr Kursziel von 500 Dollar bei einer Kaufempfehlung und betont die Bedeutung des Azure-Wachstums für die kommenden Ergebnisse.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der Auftragsbestand der Cloud-Sparte. Wächst dieser weiter, würde das die Überzeugung stärken, dass Azure auch künftig kräftige Quartalsumsätze liefert. Zusätzlich richten Investoren den Blick auf die Adoptionsraten von Copilot — ein Gradmesser dafür, wie schnell sich Microsofts KI-Assistent in Unternehmen durchsetzt.
Bewertung wirkt günstig
Der Kursrückgang seit dem Rekordhoch hat das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 22,9 gedrückt. Zum Vergleich: Der Nasdaq-100 kommt auf ein KGV von 34,5. Microsoft notiert damit deutlich günstiger als der breitere Technologiemarkt.
Der aktuelle Kurs liegt rund 8,78 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 375,91 Euro. Der RSI von 51,6 signalisiert derzeit keine klare Richtung. Bis zum Zahlentermin dürfte die Aktie damit weiter sensibel auf neue Nachrichten aus dem KI-Sektor und auf weitere Details zur nächsten Xbox reagieren.
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