Die Microsoft-Aktie durchlebt eine turbulente Woche. Nach einer zweiten Analystensenkung binnen weniger Tage wachsen die Sorgen um die KI-Ausgaben und den freien Cashflow. Zeitgleich gerät der gesamte Softwaresektor unter Druck.
Melius senkt auf Neutral
Am Montag stufte Melius Research die Aktie von Kaufen auf Halten herunter. Analyst Ben Reitzes reduzierte sein Kursziel auf 430 Dollar. Es war bereits die zweite Herabstufung nach einem ähnlichen Schritt von Stifel in der Vorwoche.
Reitzes warnte, dass der freie Cashflow hinter den Erwartungen der Wall Street zurückbleiben könnte. Die Bewertung der Aktie basiere eher auf „Stimmungen“ rund um KI-Perspektiven als auf kurzfristigen Cashflow-Fundamentaldaten.
Copilot enttäuscht
Besonders kritisch sieht der Analyst Microsofts KI-Assistenten Copilot. Trotz drei Jahren intensiver Vermarktung habe das Tool erst 15 Millionen zahlende Nutzer erreicht. Gleichzeitig gewinne Anthropics Cowork an Boden – ein Konkurrenzprodukt, das in nur zehn Tagen entwickelt wurde und bei vielen Anwendern als besser für Excel und andere Produktivitäts-Tools gelte.
Reitzes warnte: Microsoft könnte gezwungen sein, Copilot kostenlos anzubieten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das würde Wachstum und Margen im profitabelsten Geschäftsbereich belasten.
Aktie zeigt Widerstandskraft
Trotz der negativen Analysteneinschätzung zeigte sich die Aktie am Dienstag stabil. Der Schlusskurs lag bei 413,27 Dollar – nahezu unverändert. Das Handelsvolumen erreichte 44,6 Millionen Aktien, etwa 48 Prozent über dem Dreimonatsdurchschnitt.
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Die Stabilisierung folgte auf Berichte, wonach der Ausverkauf im Softwaresektor – von manchen als „SaaSpocalypse“ bezeichnet – die Bewertungen in überverkaufte Bereiche gedrückt habe. Eine Barclays-Analyse argumentierte, dass Unternehmensübergänge von Legacy-Systemen Jahre dauerten und etablierten Anbietern Schutz böten.
Quartalszahlen belasteten Stimmung
Der aktuelle Druck auf die Aktie resultiert aus den Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal vom 28. Januar. Zwar übertraf Microsoft die Erwartungen mit einem Umsatz von 81,27 Milliarden Dollar (plus 17 Prozent) und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 4,14 Dollar (plus 24 Prozent) – die Marktreaktion fiel dennoch negativ aus.
Hauptsorgen der Investoren:
- Investitionsausgaben von 37,5 Milliarden Dollar im Quartal
- Freier Cashflow sank auf 5,9 Milliarden Dollar
- Azure-Wachstum von 39 Prozent blieb hinter Hoffnungen zurück
- OpenAI-Abhängigkeit: Fast 45 Prozent der 625 Milliarden Dollar an vertraglich zugesagten Umsätzen
Wall Street überwiegend optimistisch
Die jüngsten Herabstufungen stellen Ausnahmen dar. Von 43 Analysten empfehlen 39 die Aktie zum Kauf, vier raten zum Halten. Verkaufsempfehlungen gibt es keine. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 597 Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob Microsoft die Bedenken zu KI-Investitionen und Cashflow-Entwicklung ausräumen kann.
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