Microsoft: Fairwater-Rechenzentrum startet früher
ServiceNow-Enttäuschung belastet Microsoft. Vor den Q3-Zahlen am 29. April rücken Azure-Wachstum und der milliardenschwere OpenAI-Auftragsbestand in den Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Sektorweiter Ausverkauf nach ServiceNow-Schock
- Azure-Wachstum verlangsamt sich leicht
- Fairwater-Rechenzentrum geht früher in Betrieb
- Q3-Zahlen am 29. April mit Spannung erwartet
ServiceNow hat enttäuscht. Microsoft bezahlt die Rechnung mit.
Am 23. April 2026 zog ein sektorweiter Ausverkauf die Microsoft-Aktie mit nach unten — obwohl das Unternehmen selbst keine schlechten Nachrichten meldete. ServiceNows schwaches Quartalsergebnis schürte Zweifel daran, ob KI-Anwendungen klassische Software-as-a-Service-Anbieter unter Druck setzen. Die Frage trifft Microsoft ins Mark.
Kursverlust trotz eigener Stärke
Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 14 Prozent verloren. Vom Allzeithoch liegt sie 23 Prozent entfernt. Das ist kein kurzfristiges Rauschen — hinter dem Rückgang steckt ein strukturelles Problem.
Investoren zweifeln an zwei Dingen: Microsofts massiven Investitionsplänen und der Wachstumsdynamik von Azure. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs Azure nur noch 39 Prozent im Jahresvergleich — ein Prozentpunkt weniger als im Vorquartal. Die Reaktion war heftig: Die Aktie fiel am Folgetag um fast zehn Prozent, obwohl Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertrafen.
Seit dem Tief Ende März hatte sich die Aktie um 21 Prozent erholt. Der ServiceNow-Schock bremste diese Erholung abrupt.
Fairwater: Ein Signal gegen Lieferengpässe
Inmitten der Turbulenzen verkündete CEO Satya Nadella einen konkreten Fortschritt. Das Fairwater-Rechenzentrum in Mount Pleasant, Wisconsin, geht früher als geplant in Betrieb. Die Anlage umfasst 1,2 Millionen Quadratfuß und verbindet hunderttausende Nvidia-GPUs zu einem einzigen Cluster. Microsoft beziffert die Gesamtinvestition in Wisconsin auf mehr als 7 Milliarden Dollar.
Das Signal dahinter: Die Engpässe bei der Rechenkapazität, die Azure-Wachstum bremsten, könnten sich schneller lösen als befürchtet. Allerdings hat Microsoft noch nicht bestätigt, ob auf dem Gelände bereits Workloads laufen oder ob der Betrieb unmittelbar bevorsteht.
Alles hängt am 29. April
Am Mittwoch, den 29. April, veröffentlicht Microsoft die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Analysten erwarten einen bereinigten Gewinn je Aktie von 4,04 Dollar — ein Plus von knapp 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In den vergangenen vier Quartalen hat Microsoft die Erwartungen jedes Mal übertroffen.
Ein Thema dürfte besonders im Fokus stehen: der Auftragsbestand. Ende Dezember lag er bei 625 Milliarden Dollar. Allerdings stammen 281 Milliarden davon allein von OpenAI — also 45 Prozent. Kritiker bezweifeln, ob dieser Teil des Backlogs belastbar ist. Microsoft wird dazu Stellung nehmen müssen.
Laut GuruFocus liegt der faire Wert der Aktie bei rund 542 Dollar — rund 23 Prozent über dem aktuellen Kurs. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26 liegt deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 34. Von 49 Analysten empfehlen 41 die Aktie mit „Strong Buy“. Die Bewertung ist attraktiv. Ob der Markt das am 29. April anerkennt, hängt vor allem davon ab, was Nadella zu Azure-Wachstum und OpenAI-Backlog sagt.
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