Microsoft: KI-Kodex treibt Aktie 2,3% höher
Microsoft untersagt riskante KI-Anwendungen, startet eine sechswöchige Konsultation und aktualisiert Windows mit Sicherheits- und Funktionsänderungen.

Kurz zusammengefasst
- KI-Kodex mit strengen Nutzungsverboten
- Öffentliche Beratung läuft sechs Wochen
- Updates schließen 966 Windows-Schwachstellen
- Quartalszahlen für 27. Oktober erwartet
Der Software-Konzern Microsoft schärft sein Profil im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) durch ein neues, umfassendes Regelwerk. Das Unternehmen veröffentlichte am gestrigen Montag einen offiziellen Verhaltenskodex für seine KI-Modelle, den CEO Satya Nadella bereits am Sonntag angekündigt hatte.
Das Dokument legt verbindliche Richtlinien für die Entwicklung und den Einsatz der Technologie fest und zielt darauf ab, potenzielle Missbräuche frühzeitig zu unterbinden.
Strenge Verbote und öffentliche Konsultation
Der neue Kodex umfasst unter anderem ein striktes Verbot für die Nutzung der KI-Modelle zur Unterstützung von Cyberattacken oder zur Entwicklung von nuklearen Waffen. Auch die Produktion von Deepfakes wird durch die internen Richtlinien untersagt. Damit reagiert der Konzern auf die weltweit wachsende Debatte über die Risiken generativer KI-Systeme.
Wie Microsoft mitteilte, ist die Veröffentlichung des Dokuments der Startpunkt für eine sechs Wochen dauernde Phase der öffentlichen Konsultation. Diese Frist endet voraussichtlich Ende Oktober und soll es ermöglichen, externes Feedback in die endgültige Fassung der Sicherheitsstandards einfließen zu lassen.
An den Finanzmärkten wurde die konsequente Positionierung im KI-Sektor positiv aufgenommen. Die Aktie beendete den Handel am gestrigen Montag mit einem Plus von 2,3 % bei einem Schlusskurs von 437,90 €. Damit festigte das Papier seinen positiven Trend und notiert aktuell 10 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Umfangreiche Sicherheits-Updates und Windows-Anpassungen
Parallel zu den strategischen Weichenstellungen in der KI-Sparte leistete Microsoft am vergangenen Dienstag umfangreiche Wartungsarbeit an seinen bestehenden Systemen. Im Rahmen des monatlichen Patchday veröffentlichte das Unternehmen Sicherheitsupdates für insgesamt 966 Schwachstellen. Davon wurden 105 Fehler als kritisch eingestuft, wobei zwei Sicherheitslücken bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt wurden.
Das Update brachte zudem funktionale Änderungen für Windows-Nutzer mit sich. So ermöglicht die neue Version eine bewegliche Taskleiste sowie ein in der Größe anpassbares Startmenü. Zudem wurde die Integration der Suchmaschine Bing aus der Windows-Suche entfernt.
Neben diesen technischen Neuerungen engagiert sich der Konzern verstärkt im Bildungssektor. Am vergangenen Mittwoch stellten die Lehrergewerkschaften AFT und UFT gemeinsam mit Microsoft einen nationalen Standard für KI-Sicherheit und Datenschutz an Schulen vor, um Schüler und Lehrkräfte im Umgang mit der neuen Technologie besser zu schützen.
Für die Anleger rückt nun das Ende des nächsten Monats in den Fokus. Microsoft wird voraussichtlich am 27. Oktober die Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vorlegen. Medienberichten zufolge liegt die Konsensschätzung der Analysten derzeit bei einem Gewinn pro Aktie von 4,82 US-Dollar, während beim Umsatz ein Wert von 92,46 Milliarden US-Dollar erwartet wird.
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